Nachgereicht: Zweimal Rechtsaußen bei der Arminia Straßburg

Von der Öffentlichkeit unbemerkt hatten in den vergangenen Jahren zwei Rechtsaußen mehr als bisher bekannt ihren Auftritt bei der Tübinger Burschenschaft Arminia Straßburg in der Gartenstraße. Da diese Auftritte bisher unbekannt waren, sollen sie trotz der fehlenden Aktualität benannt werden. Damit ist das Konto der Arminia von rechten Referenten weiter gefüllt worden.
Auffällig ist dabei, dass nicht alle rechten Referenten vorher auf der Homepage bzw. im Semesterprogramm angekündigt worden sind, bzw. dass auch danach nicht alle dokumentiert wurden.
Der Vortrag des Geschichtsrevisionisten Schultze-Rhonhof bei der Arminia war beispielsweise vorher nicht angekündigt. Er wurde aber bei VerbindungskritikerInnen ruchbar, die daraufhin spontan eine Demonstration zum Arminia-Haus veranstalteten. Erst nach dieser Bloßstellung wurde der Vortrag von Schultze-Rhonhof auf der Homepage dokumentiert. Ein Foto, dass die Anwesenheit von Bändelträgern aus mindestens fünf weiteren Studentenverbindungen belegte, verschwand aber nach einiger Zeit wieder von der Homepage.

Insgesamt verdichten sich damit die Hinweise auf ein inoffizielles Semesterprogramm parallel zu dem offiziellen, bei dem politisch härtere Referenten eingeladen werden. Die Heimlichtuerei dient natürlich dem eigenen Image und soll evtl. auch Schaden für „Alte Herren“ (Mitglieder im Berufsleben) verhindern.

*** Professor Dr. Konrad Löw ***
Auf der Homepage der Arminia Straßburg wird in einer neuerdings vorhandenen (unvollständigen) Referenten-Liste auch der emeritierte Rechtsaußen-Professor für Politikwissenschaft, Konrad Löw mit einem Vortrag zum Thema „Christlich-jüdisches Zusammenleben in Deutschland zwischen 1933 und 1945 im Urteil jüdischer Zeitzeugen“ benannt.
Der Katholik Konrad Löw (* 1931) war aktiv für die rechte „Gesellschaft für Deutschlandforschung“ und ist Vorstandsmitglied der antikommunistischen „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGfM), die auf dem rechten Auge blind ist.
Er lieferte Beiträge für die rechten Blätter „Criticón“ (inzw. eingestellt) und „Sezession“. Zudem wird Löw eine Nähe zur antikommunistischen Mun-Sekte nachgesagt, für die er sich bereits öffentlich stark machte.
Wegen antisemitischer Stereotype (Juden seien am Antisemitismus mitschuldig) in einem Aufsatz von Löw in der Zeitschrift „Deutschland-Archiv“ der „Bundeszentrale für politische Bildung“ musste die gesamte Auflage wieder eingestampft werden.

*** Dr. Hans Merkel ***
Dr. Hans Merkel (München-Putzbrunn) ist nicht nur Mitglied der Burschenschaft Arminia-Rhenania in München und CSU-Ministerialdirigent a.D., sondern auch Initiator der „Initiative Akademische Freiheit“, die sich der Verteidigung der extrem rechten Burschenschaft Danubia München widmet. In dem Verbandsorgan eben diese Münchner Burschenschaft kann mensch lesen, dass Merkel (vermutlich 2005) bei der Tübinger Arminia einen Vortrag gehalten hat. Die Arminia hat diesen Auftritt bisher verschwiegen, aber die Danubia dokumentiert Merkels Rede in ihrem in vollem Wortlaut in der Danubia-Zeitung 1-2005. Hier ein paar Ausschnitte:

„Darum sage ich trotz alliierter Umerziehung und trotz der rassistisch motivierten Unterstellungen eines Daniel Goldhagen: Die Deutschen sind selbst schuld an dem hierzulande herrschenden Ungeist der Selbstbezichtigung und Selbsterniedrigung.
Unter ihnen fanden sich und gibt es immer noch genügend willige Vollstrecker des
programmatischen, auf Geist- und Seelenzerstörung zielenden Antigermanismus von 1945.“

„Was uns aber bis auf weiteres leider bleiben wird, ist das Berliner Holocaustmal, das am 10. Mai eingeweiht worden ist. Sein Standort mitten im neuen Regierungsviertel, das Monströse seiner Dimension und das im Verhältnis zu seinem städtebaulichen Umfeld provozierend Disharmonische zeigen uns, daß es hier um mehr und anderes geht als um eine Gedenk- und Trauerstätte für die unschuldigen Opfer einer verbrecherischen Politik. Hätte man nur eine solche gewollt, was völlig legitim gewesen wäre, hätte man einem Ort der Stille und der Kontemplation gewiß den Vorzug gegeben.“

„In Wahrheit bestand diese sogenannte „Befreiung“ [8. Mai 1945] darin, daß mit dem Einmarsch der Bolschewiken in Deutschland eine Orgie der Gewalt einherging, halb Deutschland zusammen
mit der östlichen Hälfte Europas unter sowjetische Willkürherrschaft gezwungen, der deutsche Osten fremder Macht unterstellt und das übrige Deutschland auseinandergerissen und fast ein halbes Jahrhundert lang gewaltsam geteilt gehalten wurde.“

„Wir müssen Vorbild sein und etwas riskieren wollen: wie Martin Hohmann oder General Günzel […]“

Hintergrund: Der ehemalige CDU-Abgeordnete Martin Hohmann hatte 2003 eine mit antisemitischen Stereotypen durchsetzte Rede gehalten, wofür er aus der CDU geflogen war. Der damalige Bundeswehr-Brigadegeneral Günzel hatte ihm zu der Rede gratuliert und war dafür aus der Bundeswehr entlassen worden.

Insgesamt nimmt sich Merkels Rede eher wie ein Artikel aus einem NPD-Blättchen aus, denn wie der Text eines Konservativen.