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Welternährungstag 2008

Dienstag, 21. Oktober 2008

Am Welternährungstag (World Food Day), der bezeichnenderweise das Gründungsdatum der FAO markiert forderte deren Generaldirektor, Jacques Diouf, die internationale Gemeinschaft auf, ihren gegebenen Zusagen nachzukommen und Geld für die Nahrungssicherheit bereitszustellen. Von den 22 Mrd. US$, welche die internationale Gemeinschaft früher im Jahr zugesagt hätte, um nachhaltige Landwirtschaft zu fördern und die Produktion von Nahrungsmitteln zu steigern, seien bislang lediglich 10% bereitgestellt worden.

Als Redner traten u.a. Suzanne Mubarak auf, deren Mann Anfang des Jahres Demonstrationen gegen gestiegene Preise und für bessere Arbeitsbedingungen blutig niederknüppeln ließ. Sie stellte einen Vergleich her mit den Summen, die gegenwärtig den Banken wegen der Finanzkrise bereitgestellt werden. Ein Bruchteil hiervon würde ausreichen, um den Hunger auf der Welt zu beseitigen (an anderer Stelle heißt es, hierfür seien 25 Mrd. US$ nötig). Der Papst ließ eine Erklärung verlesen, in der er u.a. kritisierte, dass zu viel Geld in Rüstung und ähnliches fließen würde. Da steckt Wahrheit in den Sonntagsreden.

Zeitgleich veröffentlichte das International Food Policy Research Institute zusammen u.a. mit der DWHH den Global Hunger Index 2008 “The Challenge of Hunger”. In einer Pressemitteilung hierzu heisst es:

Die Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Burundi, Niger und Sierra Leone schneiden dabei am schlechtesten von insgesamt 88 Ländern in dem Ranking ab, dort ist die Situation teils sehr gravierend. Nach Weltregionen gruppiert, steht Afrika südlich der Sahara am schlechtesten da, gefolgt von Südasien. Insgesamt ist die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen gestiegen.
Erstmals zeigt der WHI auch eine langfristige Entwicklung durch den Vergleich der aktuellen Werte mit denen von 1990. Das Ergebnis, eine Mischung aus Fortschritt und Rückschritt in verschiedenen Ländern, ergebe auf globaler Ebene Stagnation, erläutert Joachim von Braun, Direktor des IFPRI.”

Die Welthungerhilfe stellt neben einer deutschen Übersetzung des Berichts auch eine große Karte zur Illustration bereit.

Obwohl der Bericht auf den ersten Blick v.a. einen Zusammenhang zwischen Hunger und Armut (ach nee?) konstatiert, leiten viele Kommentatoren einen Zusammenhang zwischen Armut und Konflikten aus dem Bericht ab. So etwa BBC oder Dominic Johnson in der taz.