Artikel mit ‘FAO’ getagged

Mehr als eine Milliarde Menschen hungern

Freitag, 19. Juni 2009

Tagesschau.de berichtete, wie viele andere auch:

UN legt Bericht vor
Mehr als eine Milliarde Menschen hungern

Mehr als eine Milliarde Menschen auf der Erde leiden nach UN-Angaben Hunger - das entspricht einem Sechstel der Weltbevölkerung. Für den traurigen Rekord macht die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) die Wirtschaftskrise und die anhaltend hohen Lebensmittelpreise verantwortlich. Die Situation sei ein “ernsthaftes Risiko für den Weltfrieden und die Sicherheit”, warnte FAO-Generaldirektor Jacques Diouf. “Wir brauchen dringend einen breiten Konsens darüber, dass der Hunger in der Welt völlig und rasch ausgerottet wird.” Die notwendigen Programme dafür müssten endlich auf den Weg kommen.

Das 21. Jahrhundert drohe zum Hungerjahrhundert zu werden, warnte Barbara Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, angesichts der neuen FAO-Zahlen. Zwei von drei Hungernden lebten auf dem Land, also müsse die Hilfe dort ansetzen. Dieckmann verlangte für die Bekämpfung von Hunger und Armut “nur ein Prozent der von den Industrieländern aufgelegten Konjunkturprogramme”, zusätzlich zur Entwicklungshilfe.

Die von Unterernährung betroffenen Menschen leben alle in Entwicklungsländern, wie aus dem in Rom veröffentlichten FAO-Bericht hervorgeht. In Asien und der Pazifikregion leiden der Schätzung zufolge 642 Millionen Menschen chronisch Hunger, in Afrika - südlich der Sahara - sind es 265 Millionen. Insgesamt habe sich die Zahl der Betroffenen gegenüber dem Vorjahr um 100 Millionen erhöht. Die FAO legt ihren offiziellen Welthungerbericht im Oktober vor.

Hier der “Bericht” mit einigen Tabellen und Grafiken

Welternährungstag 2008

Dienstag, 21. Oktober 2008

Am Welternährungstag (World Food Day), der bezeichnenderweise das Gründungsdatum der FAO markiert forderte deren Generaldirektor, Jacques Diouf, die internationale Gemeinschaft auf, ihren gegebenen Zusagen nachzukommen und Geld für die Nahrungssicherheit bereitszustellen. Von den 22 Mrd. US$, welche die internationale Gemeinschaft früher im Jahr zugesagt hätte, um nachhaltige Landwirtschaft zu fördern und die Produktion von Nahrungsmitteln zu steigern, seien bislang lediglich 10% bereitgestellt worden.

Als Redner traten u.a. Suzanne Mubarak auf, deren Mann Anfang des Jahres Demonstrationen gegen gestiegene Preise und für bessere Arbeitsbedingungen blutig niederknüppeln ließ. Sie stellte einen Vergleich her mit den Summen, die gegenwärtig den Banken wegen der Finanzkrise bereitgestellt werden. Ein Bruchteil hiervon würde ausreichen, um den Hunger auf der Welt zu beseitigen (an anderer Stelle heißt es, hierfür seien 25 Mrd. US$ nötig). Der Papst ließ eine Erklärung verlesen, in der er u.a. kritisierte, dass zu viel Geld in Rüstung und ähnliches fließen würde. Da steckt Wahrheit in den Sonntagsreden.

Zeitgleich veröffentlichte das International Food Policy Research Institute zusammen u.a. mit der DWHH den Global Hunger Index 2008 “The Challenge of Hunger”. In einer Pressemitteilung hierzu heisst es:

Die Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Burundi, Niger und Sierra Leone schneiden dabei am schlechtesten von insgesamt 88 Ländern in dem Ranking ab, dort ist die Situation teils sehr gravierend. Nach Weltregionen gruppiert, steht Afrika südlich der Sahara am schlechtesten da, gefolgt von Südasien. Insgesamt ist die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen gestiegen.
Erstmals zeigt der WHI auch eine langfristige Entwicklung durch den Vergleich der aktuellen Werte mit denen von 1990. Das Ergebnis, eine Mischung aus Fortschritt und Rückschritt in verschiedenen Ländern, ergebe auf globaler Ebene Stagnation, erläutert Joachim von Braun, Direktor des IFPRI.”

Die Welthungerhilfe stellt neben einer deutschen Übersetzung des Berichts auch eine große Karte zur Illustration bereit.

Obwohl der Bericht auf den ersten Blick v.a. einen Zusammenhang zwischen Hunger und Armut (ach nee?) konstatiert, leiten viele Kommentatoren einen Zusammenhang zwischen Armut und Konflikten aus dem Bericht ab. So etwa BBC oder Dominic Johnson in der taz.