Kongo: There are no fatal resources

Im Mai 1997 marschierte Laurent-Désiré Kabila in Kinshasa ein und löste Mobutu nach über 30 Jahren Herrschaft als Staatsoberhaupt Zaires ab, das er daraufhin in Demokratische Republik Kongo umbenannte. Nur wenige Monate später brach im Osten des Landes, wo Kabila seinen Aufstand begonnen hatte, ein erneuter Konflikt aus, an dem auch Kabilas ehemaligen Verbündeten beteiligt waren. Dieser neue Krieg, wegen der Beteiligung zahlreicher afrikanischer Staaten auch als I. afrikanischer Bürgerkrieg bezeichnet, schien keine politische Ursache zu haben, die Konfliktparteien verfolgten keine definierbaren politischen Ziele. Nach offiziellen Darstellungen zog er sich bis 2003 hin, man könnte aber auch sagen, dass er bis heute weiterschwelt.

2002 haben die UN ein “Expertengremium” eingesetzt, das untersuchen sollte, welche Rolle der Rohstoffabbau, Plünderungen usw. in dem Konflikt spielen. Dieses “Panel of Experts on the Illegal Exploitation of Natural Resources and Other Forms of Wealth of the DRC” legte mehrere Berichte vor welche darstellen, wer sich wie im Rahmen des Krieges bereichert hat und was für eine Rolle diese Bereicherung für das Anhalten des Konfliktes gespielt hat.

Sicherlich gab es die Debatte um Kriegführung zu Bereicherungszwecken, schon zuvor, dennoch wurde der Kongokrieg u.a. durch diese Berichte zum Inbegriff eines sog. “neuen Krieges”. Über Broschüren wie diese (Was hat mein Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun) wurde der Zusammenhang zwischen Rohstoffausbeutung und Konflikten weit übers Fachpublikum hinaus bekannt, das forthin über fatal resources und den resource curse debattierte.

Mittlerweile steuern das britische Entwicklungsministerium und die Weltbank hiergegen. Das von ihnen gegründete Programm Communities and Small-scale Mining (CASM) hat vor wenigen Wochen eine Studie vorgelegt, welche den Rohstoffabbau in der DR Kongo untersucht und Empfehlungen abgibt, wie dieser zu managen sei, damit auch die Bevölkerung vor Ort profitiert. Dabei wird der Ansatz recht schnell klar, nämlich dass Rohstoffe kein Fluch, sondern ein Segen seien und dass man in deren internationalen Handel nicht eingreifen solle, v.a auch kaum eingreifen könne. Statt also regulierend oder zertifizierend in den Handel einzugreifen, solle sich die Internationale Gemeinschaft darum bemühen, die “Sicherheitsprobleme” durch eine Reform des Sicherheitssektors in den Griff zu bekommen. Wenn Armee und Polizei mit europäischer Hilfe neu afgebaut wären, würde die Bevölkerung quasi automatisch vom Rohstoffabbau profitieren.

Abschließend einige Zitate:
“In contrast to popular discourse on the mineral trade, the report suggested that interventions in the economic domain in the form of a ban on minerals or a disruption of the trade in minerals are unlikely to solve the issue of insecurity in Eastern DRC. In fact, depending on how such measures would be implemented, they could worsen the situation.”

“We suggest here that economic interventions outside the framework of security sector reform programmes, such as mineral trade control mechanisms, are likely to have limited impact on the security situation where military groups are able to easily diversify their revenue sources. It is therefore important to develop an approach to trade reform that is integrated into SSR reform, to allow for reform to be sustainable and effective.”

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