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Himmelhilf: Der Untergang des (christlichen) Abendlandes droht

Im Rottenburger Kopp-Verlag erschien 2008 das Buch „SOS Abendland“ von dem ehemaligen FAZ-Journalisten Udo Ulfkotte (* 1960). Der Kopp-Verlag bedient einen Themenbereich von Verschwörungstheorien, Obskurantismus und Irrationalismus. Das Buch „SOS Abendland“ soll im Folgenden ausführlicher vorgestellt und kritisiert werden. Es soll vor allem aufgezeigt werden, wie dieses Werk funktioniert und weshalb es und damit auch der Kopp-Verlag so gefährlich ist.

Alle folgenden Zitate stammen aus „SOS Abendland. Die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte (Rottenburg 5. überarbeitete Auflage Januar 2009). „SOS Abendland“ ist übrigens auch der Name einer extrem rechten Organisation.

*** Verschwörungstheorie als Grundprinzip ***
Ulfkotte fühlt sich zweifellos bedroht. Er hat Angst vor einer „schleichenden Islamisierung“ bzw. dem „Tsunami der Islamisierung Europas“ (Seite 367) und einer „Inländerfeindlichkeit“. Er gibt düstere Prognosen aus: „Aus einem stabilen Land, das uns Abba und Volvo bescherte [gemeint ist Schweden], droht das Bosnien Nordeuropas zu werden.“ (Seite 110) oder: „Europa wird mehr und mehr zu einer arabischen Kolonie verkommen“ (Seite 364).

In den Buch-Kapiteln wird dann die angebliche Islamisierung an Hand von einzelnen europäischen Ländern dargestellt (Belgien, Schweden, Norwegen, Finnland, Österreich, Frankreich, Niederland, Deutschland). Ulfkotte sieht in jedem dieser Länder einen bedrohlichen „Vormarsch des Islam“. Die Bedrohung durch eine angebliche „Landnahme“ des Islam nimmt bei Ulfkotte vom Anfang an die Form einer Verschwörungstheorie an. Um diese Verschwörung zu beweisen schildert Ulfkotte eine, zuerst einmal überwältigende, Serie an Einzelfällen und versucht daraus ein System zu konstruieren. Mit Einzelfällen Politik zu machen ist ein typisches Kennzeichen von Populismus, in diesem Fall von Rechtspopulismus. Diese Einzelfall-Darstellung hat oft BILD-Niveau. Alles was irgendwie in den Kram passt wird in die angebliche Beweis-Kette eingefügt. Dabei werden Ereignisse auf die islamische Religion zurückgeführt, die überhaupt nichts mit Religion zu tun haben. Statt Jugendgewalt auf Deklassierung, Ausgrenzung und Maskulinismus zurückzuführen, wird von Ulfkotte der Islam als der einzige entscheidende Faktor benannt und ignoriert das derlei genauso bei Nicht-Muslimen vorkommt. So warnt Ulfkotte vor „türkischstämmige[n] Jugendliche […], die deutschen Rentnern oder Schülern mit offenkundigem Spaß den Schädel eintreten“ (Seite 27). Dass aber beispielsweise bei dem Angriff auf den Rentner in der Münchner U-Bahn einer der beiden Täter einen griechischen Migrationshintergrund hatte verschweigt er, denn das passt nicht ins Konzept. Integrationsprobleme und Abschottung gibt es laut Ulfkotte auch nur bei Muslimen, obwohl die Lage bei russischen Spätaussiedlern nicht viel anders ist.
Ulfkotte baut sich eine eigene Wirklichkeit, ein eigenes Parallel-Universum, auf, wie es in Verschwörungstheorien üblich ist. Dinge, die genauso in der (bio-)deutschen Mehrheitsgesellschaft vorkommen werden nur auf Muslime beschränkt und als für diese Gruppe typisch dargestellt. So entstehen bei Ulfkotte echte Gräuelgeschichten wie die, dass der Islam zum Kindesmissbrauch aufrufen würde: „Junge Mitbürger aus dem islamischen Kulturkreis vergewaltigen nicht-muslimische Kinder, Mädchen und Frauen – und sehen darin kein Unrecht“ (Seite 63). In Wirklichkeit aber kommen bei Vergewaltigungen in Deutschland die Täter mehrheitlich aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis des Opfers. Das dürfte in anderen Ländern kaum anders sein. Bei Ulfkotte aber bekommt man den Eindruck nur junge Muslime wären Vergewaltiger und sie täten das aus kulturellen Gründen, er spricht in diesem Zusammenhang von „moslemische[n] Sex-Strolche[n]“ (Seite 282). Genauso gut könnte man aber auch die pädophilen Übergriffe katholischer Priester auf den Katholizismus an sich zurückführen. Richtig hingegen ist, dass Sexismus und sexuelle Übergriffe von religiösen Autoritäten teilweise gedeckt, entschuldigt und gerechtfertigt werden. Das findet sich in der katholischen Kirche oder bei Buddhisten aber nicht weniger als unter Muslimen.
Vollends klar wird, dass man sich in einer kruden Verschwörungstheorie befindet, wenn Ulfkotte den britischen Kronprinzen Charles als heimlichen Islam-Konvertiten darzustellen versucht (Seite 104).

*** Rassismus als Grundprinzip ***
Gleich am Anfang des Buches von Ulfkotte heißt es: „Der islamische Kulturkreis ist eine Bedrohung für den westlichen Kulturkreis.“ (Seite 28). Hier sind in einem Satz die beiden Kernelemente von Ulfkottes Buch erkennbar: Ein Verschwörungswahn und ein modernisierter Rassismus in Form des Kulturalismus. Kultureller Rassismus durchzieht das Werk von Ulfkotte wie ein roter Faden. Dieser kulturelle Rassismus geht dabei weniger von Rassen oder Völkern aus, sondern bezieht sich auf größere Kulturräume. Die (konstruierte) (Fremd-)Zuordnung zu einem Kulturraum wird zum entscheidenden Kriterium. Menschen mit Migrationshintergrund aus mehrheitlich muslimischen Ländern werden zu einem einheitlichen Block zusammengeschweißt, der so gar nicht existiert. Nach individuellen Lebensrealitäten oder einer Selbstdefinition wird nicht gefragt. Wer aus der Türkei kommt verschwindet erst einmal in der Schublade „Islamischer Kulturkreis“, egal ob es sich dabei um einen Aleviten handelt oder eine Atheistin. Alle Unterschiede werden zu einer großen Einheit eingedampft und wie bei Huntington („clash of civilisations“) werden die großen Kulturräume dann gegenübergestellt und eine Unvereinbarkeit behauptet. Dass dient dann der Konstitution der eigenen Identität, die nach dem üblichen ingroup-outgroup-Schema gegen die andere Gruppe in Stellung gebracht wird.
Dieser Schubladisierung liefert allerdings die Bundesrepublik eine gute Vorlage. Hierzulande werden in der Statistik auch Menschen zu den Muslimen gezählt, die keinerlei Religion praktizieren und lediglich aus einer muslimischen Familie stammen.

Das Gegenstück zu der von Ulfkotte behaupteten „Inländerfeindlichkeit“ wäre die real existierende Ausländerfeindlichkeit. Die wird von Ulfkotte aber entweder negiert oder als rational nachvollziehbare Abwehrreaktion dargestellt: „75% aller Schweden haben nach Angaben einer repräsentativen Umfragen eingestanden, Muslime »nicht zu mögen«, Man fragt sich willkürlich, woher denn diese rassistische Einstellung kommt.“ (Seite 129)

*** Dichtung … ***
Der auf den ersten Blick beeindruckende Fußnotenapparat Ulfkottes besteht zu 98% aus Internet-URLs. Wie allgemein bekannt sind diese recht kurzlebig, weswegen in der Wissenschaft verlangt wird das Datum des Seiten-Abrufs anzugeben. Der Autor hat das unterlassen, weswegen viele URLs „verfallen“ sein dürften. Doch auch so ist diese Vorgehensweise problematisch. Die Links führen und führten lediglich zu Online-Artikeln, die sich aber meist auf eine eigene Quelle beziehen. Es handelt sich also nur um Sekundär-Literatur. Zu den eigentlichen Quellen begibt sich Ulfkotte nie, womit er die zum journalistischen Berufsethos gehörende Sorgfaltspflicht vernachlässigt. Noch dazu sind einige der Online-Quellen keine objektiven Artikel von Medien, sondern Blogeinträge. Einen Blogeintrag aber kann jeder einfach online stellen. Der Wahrheitsgehalt ist damit aber nicht garantiert. Das soll nicht heißen, dass alle geschilderten Einzelfälle Erfindungen sind, aber sie stehen doch zumindest auf wackliger Basis. Ein Teil dürfte nicht nur von Ulfkotte in seinem ganz eigenen Sinne interpretiert worden sein, sie dürften schlichtweg nicht stattgefunden haben. Auffällig ist auch, dass sich besonders bei den absurden Fällen gar keine Fußnoten finden.

Der größere Teil der verwendeten Sekundärquellen sind Online-Artikel aus normalen Medien, andere sind Youtube-TV-Mitschnitte. Doch wenn es ins Konzept bzw. Welt(verschwörungs)bild Ulfkottes passt, dann bedient mensch sich auch aus einem anderen Fundus. Die katholisch-fundamentalistische Hatepage „kreuz.net“ wird bei Ulfkotte zur normalen „katholischen Nachrichtenagentur“ (Seite 242) und der Erzrassist Volkmar Weiss zum normalen, zitierfähigen Wissenschaftler (Seite 301).

Auffällig sind neben Fehldeutungen, Übertreibungen und eigenwilligen Interpretationen die Masse an Fehlern im Buch. So wird aus der Frauenbeschneidung ein spezifisch muslimisches Ritual gemacht. Tatsächlich aber wird die aus vor-islamischer Zeit stammende barbarische Tradition der Frauenbeschneidung auch von Christen oder Animisten praktiziert. Allerdings ist es nicht so, dass die Religion gar nichts mit der Frauenbeschneidung zu tun hat. Die jeweiligen religiösen Autoritäten tolerieren und propagieren diese Form der Verstümmelung häufig. Auch Ehrenmorde haben wohl weniger mit dem Islam als solchen und mehr mit einem prä-kapitalistisch geprägten Patriarchat zu tun. Ehrenmorde gibt es nämlich in der Peripherie auch bei Christen. Freilich bestärken religiöse Autoritäten auch hier die Menschen oft in ihrer Vorstellung von Ehre oder Reinheit (z.B. das Gebot der Jungfräulichkeit).
Unfreiwillig komisch wird es, wenn Ulfkotte die 1.Mai-Krawalle in Berlin versucht zu muslimischen Unruhen umzudeuten, indem er den Migrationshintergrund einiger Verhafteter betont (Seite 193-94). Genauso macht Ulfkotte aus den sozialen Banlieu-Unruhen in Frankreich „Ramadan-Unruhen“ ohne aber der Leserin / dem Leser zu verraten, wo der Zusammenhang zwischen Islam und den Unruhen bestehen soll.

*** … und Wahrheit ***
Ulfkottes Grundthese ist eine rassistisch aufgeladene Verschwörungstheorie und keine irgendwie diskutable Übertreibung. Aber jenseits von den rassistischen Ressentiments a la Ulfkotte und einem genauso falschen Kulturrelativismus gäbe es ja tatsächlich Kritikpunkte an „dem“ Islam, an Teilen des Islam in Deutschland und am Islamismus.

In Deutschland beobachten Experten bei einem Teil der Muslime eine religiöse Verhärtung. Das wird von der Bundesregierung dadurch gefördert, dass sie die Vertreter erzkonservativer bis fundamentalistischer Strömungen zu Gesprächspartner aufwertet. Zudem werden muslimische Einrichtungen durch fundamentalistische Geldgeber aus dem Ausland (z.B. Saudi-Arabien) in bedenklicher Weise beeinflusst.
Die Kritik an orthodoxen bis fundamentalistischen Tendenzen unter Muslimen wird von Vertretern muslimischer Verbände gerne als „islamophob“ diffamiert. Dabei besteht ein Unterschied zwischen der humanistisch motivierten Kritik an einer real existierenden Homophobie, islamisierten Antisemitismus oder Frauenfeindlichkeit (Zwangsehen etc.), die diese Erscheinungen auch in der Mehrheitsgesellschaft kritisiert, und einem antimuslimischen Rassismus wie bei „Pro Köln“. Antimuslimischen Rassisten ist nämlich die Situation von Frauen oder Homosexuellen eigentlich egal, wenn es nicht darum geht diese argumentativ gegen „den“ Islam in Stellung zu bringen.

Die als „Islamophobie“ diffamierte Islam(ismus)kritik oder wirklicher antimuslimischer Rassismus wird manchmal auch die Analogie mit Antisemitismus gesetzt. Denn zwischen beiden existieren gewichtige Unterschiede. Der antisemitische Grundmythos von der Bedrohung der Welt durch eine jüdische Verschwörung ist ein purer Wahn. Die islamophobe Vorstellung von der muslimischen Weltverschwörung aber besitzt einen gewissen wahren Kern. Osama bin Laden und Co. sind real. Der Massenmord vom 11.09.2001 ist Realität, genauso wie religiöse Unruhen und terroristische Angriffe auf Zivilisten von Nigeria bis Afghanistan.
Bloß hat Osama bin Laden etc. mit dem säkularen, türkischen Ladeninhaber an der Ecke erst einmal soviel zu tun wie meine katholische Tante mit der Piusbruderschaft, nämlich gar nichts.

*** Ulfkottes Folgerungen ***
Bei Ulfkotte hört der Leser / die Leserin unschwer den Ruf nach einem starken, intervenierenden Staat heraus, der beispielsweise mehr Menschen die als „Probleme“ definiert werden abschiebt. Ulfkotte äußert in diesem Zusammenhang auch Bewunderung für den französischen Präsidenten Sarkozy.

Zwischen den Zeilen präsent ist die Forderung nach ethnischer bzw. kultureller Homogenität, die nach Ulfkottes Überzeugung Konflikte reduzieren würde. Außerdem müssten die Europäer sich wieder auf ihre Werte besinnen. Was das sein soll führt Ulfkotte nicht so genau aus, aber er meint vor allem das Christentum. Zur erfolgreichen Rückbesinnung auf „unsere Werte“ gelte es gegen „kulturelle[n] Werteverfall“ (Seite 73) und „politische Korrektheit“ anzukämpfen.

In einem Maßnahmenkatalog von Vorschlägen am Buch-Ende fordert Ulfkotte u.a. ein „strafbewehrtes Verbot der Verherrlichung des Massenmörders Mohammed“ (Seite 368) und die „Indizierung des Korans“ (Seite 368). Damit bewegt sich Ulfkotte auf dem Niveau des niederländischen Rechtspopulisten Gert Wilders. Da verwundert es nicht, dass Ulfkotte selbst Mitte 2007 der rechtspopulistischen Kleinstpartei WUT beigetreten ist.
Mehr als bedenklich ist es, dass Ulfkotte die eindeutig neofaschistische „British National Party“ als „rechtskonservativ“ (Seite 255) verharmlost.

*** Resümee ***
Irgendwie erinnern die von Ulfkotte und Co. geführten Angriffe auf muslimische Einwanderer stark an frühere Diskussionen. Als vor 80 Jahren als osteuropäische Juden vor Armut und Pogromen nach West- und Mitteleuropa flüchteten, als Spätaussiedler aus der Ex-UdSSR in die Bundesrepublik auswanderten oder auch die Umsiedler aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Diesen Gruppen von Dazugekommenen wurde damals von den Einheimischen aus immer denselben Gründen kritisiert: Sie passen als „Fremde“ nicht in die hiesige Umgebung oder Kulturkreis, sie schotten sich zu sehr ab, sie integrieren sich nicht, es wären zu viele etc.
Natürlich wurden die deutschen Umsiedler aus dem Osten nach nach einiger Zeit in die lokale „Volksgemeinschaft“ eingemeindet und nicht-(bio)deutschen Migranten schlägt nach wie vor der nackte Rassismus entgegen. Es ist aber auffällig, dass es das wohlstandschauvinistische Grundprinzip bei so genannten „Alteingessenenen“ zu geben scheint ihre Privilegien zu verteidigen.

Eine Fixierung der Kritik auf nur eine Religion (Islam) ist auch in Teilen der Linken feststellbar, obwohl die linke Kritik am Islam zumeist inhaltlich gerechtfertigt und richtig ist. Es wird aber Zeit, dass die Linke ihre universelle Religionskritik wiederentdeckt und sich den Hardlinern aller Götter entgegen stellt.

Mit der mindestens fünften Auflage ist Ulfkottes Buch ein echter Bestseller. Offensichtlich bedient er ein gewisses Bedürfnis. Die Bücher von rechten AutorInnen dienen ja meist dazu schon bestehende Gewissheiten noch einmal zu bestätigen. Und dieses Buch bestätigt noch einmal alle, die eine „schleichende Islamisierung“ in Europa am Werk sehen.
Da Ulfkotte sich zwar – wie aufgezeigt – inhaltlich, aber kaum organisatorisch, in der Nähe der extremen Rechten bewegt, wird er erst einmal auch nicht abgelehnt. Im Gegensatz zu extremen Rechten mit Näheverhältnis zur NPD werden seine Thesen vom konservativen Bürgertum angenommen und er selbst referiert bei CDU-Ortsverbänden oder Polizeigewerkschaften (siehe Bild unten). Auch der Rottenburger Kopp-Verlag lässt sich nicht eindeutig in der extremen Rechten verorten, obwohl auch hier eine inhaltliche Nähe besteht. Damit ist der Kopp-Verlag vermutlich gefährlicher als der rechtsextreme Grabert-Verlag in Tübingen. Hätte Ulfkotte sein Werk im Grabert-Verlag publiziert, dann hätte vermutlich eine soziale Ächtung eingesetzt bzw. es wäre Kritikern leichter gefallen Ulfkotte organisatorisch zu verorten.

Es ist noch ein Weilchen hin, aber am 10.06.2010 soll es 19 Uhr im Epple-Haus ein Input-Vortrag mit dem Titel „Antirassistische Islam(ismus)kritik“ geben.

Bilder: 
Ulfkotte.als.KOPP-Kolumnist.JPG
Ulfkotte-Veranstaltung.23.11.09.in.Boeblingen.gif

Begriffe

1. "Was ist "kultureller Rassismus"?

Die Antwort finde ich hier nicht:

"Dieser kulturelle Rassismus geht dabei weniger von Rassen oder Völkern aus, sondern bezieht sich auf größere Kulturräume.

2. Ist die Beschreibung, dass beispielsweise Saudi Arabien einem arabisch-muslimischen Kulturraum angehört "Konstruktion"?

3. Was ist "Konstruktion" im hier erwähnten Zusammenhang überhaupt?

off topic,

islamische Verschwörung

Mir ist nicht ganz klar, warum der Link zu dem Text über Antideutsche und Antiimps hier eingestellt wurde?

Dann noch zum Text:
der türkische Gemüsehändler hat wirklich rein gar nichts mit Ossama zu tun. Die katholische Tante ist allerdings in der gleichen Organisation, wie die Holocaustleugner von der Piusbruderschaft. Mit ihren Steuerzahlungen unterstützt sie den zugegebenermaßen riesigen und doch recht unterschiedlichen Verein katholische Kirche.

Und noch was: Natürlich ist auch eine islamische Weltverschwörung genauso wie eine jüdische Weltverschwörung ein Wahn! Hier sollte Autor_in nachbessern. Da gibt’s auch keinen wahren Kern! Es gibt islamistische Terrorgruppen und Bewegungen, die sehr heterogen sind, natürlich z.t auch international weit verbreitet sind. Al Qaida ist ja gerade eben keine verschwörerhafte Organisation, sondern eine Art Netzwerk mit ähnlichen Ideen. Manche Gruppen werden auch von einzelnen islamistisch regierten Staaten unterstützt. Aber das ist ja auch einfach diese üble Interessenpolitik, die die westliche Welt auch betreibt: Sich über Geheimdienste und die Unterstützung dubioser Gruppen in die Innenpolitik von anderen Staaten einmischen und versuchen diese z.B. zu destabilisieren.

Hier wäre ein Blick in die theoretischen Richtungen der politikwissenschaftlichen Forschung in Bezug auf die Rolle von Religionen in Konflikten ganz hilfreich. Meine Ansicht: Ich halte hier die Theorien für empirisch am haltbarsten, die die postkoloniale Situation in vielen Peripherie-Staaten mit ihren klientelistischen Regimen als Ursache für islamistische Bewegungen verantwortlich machen. Die Menschen in solchen Ländern leiden unter der Not und der Gewaltherrschaft der Machthaber. Oft sind es ja dann die gebildeten Söhne und Töchter der Machthaber (die an westorientierten Unis was von Demokratie gehört haben), die anfangen zu revoltieren und meinen im Islamismus einen Weg der Länder zu sich selbst (was für ein Blödsinn) und gegen die postkoloniale Ausbeutung zu erkennen. Die Revolutionsbewegung im Iran gegen den Schah war ja anfangs (bis die Mullahs die anderen weggemeuchelt haben) auch eine sehr heterogene Bewegung. Ich stelle mir das so vor wie rechte Globalisierungskritik, die sich dann der Nation als Rettung zuwendet. Die machen’s halt mit dem Islam.