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Die Bundeswehr, Blasmusik und eine Kleinstadt
Verfasst von Gast am Mi, 12/16/2009 - 01:21.
Balingen reagiert hysterisch auf Proteste gegen BW-Musix Das vierte BW-Musix, ein „Eventwochenende, prall gefüllt mit Workshops, Konzerten, einer Verlags- und Instrumentenmesse, einer Musikerparty und einem hochkarätigen Wettbewerb für Jugendblasorchester mit wertvollen Geld- und Sachpreisen“ (streitkräftebasis.de) fand von 27.-29. November 2009 in Balingen statt. Balingen ist eine schwäbische Kreisstadt am Rande der Schwäbischen Alb mit knapp 35.000 Einwohnern. Zuvor hatte der Jugendmusikwettbewerb 2004 in Dillingen (hier noch in einer Kaserne), 2007 in Würzburg und 2008 in Friedrichshafen stattgefunden. Balingen, nach Aussage des Oberbürgermeisters Helmut Reitemann (CDU) „Nabel der Blasmusik-Welt“ (schwarzwaelder-bote.de), zeigte sich dem Ansinnen, das BW-Musix von nun an dauerhaft in der Stadt zu etablieren, von Anfang an aufgeschlossen. Bereits Monate vor Beginn warb die Homepage der Jugendmusikschule mit Bundeswehr-Logo für den Wettbewerb. Sehr zum Missfallen einiger dort beschäftigter LehrerInnen, welche das militärische Musikspektakel kritisch sahen. In einem offenen Brief an die Stadtverwaltung nahmen sie Stellung, auch die Baden-Württembergische Fachgruppe Musik in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wendete sich an das Rathaus. Im Zentrum der Kritik stand die Befürchtung, die Bundeswehr wolle mit dem Event bei Kindern und Jugendlichen Nachwuchs rekrutieren. Dieser Vorwurf wurde zwar von der Stadtverwaltung zurückgewiesen, von den Vertretern der Bundeswehr jedoch eindeutig bestätigt: natürlich wolle sich die Bundeswehr „als Arbeitgeber präsentieren“ und „sehen, wo es geeignetes Potenzial für uns gibt“ (Siehe AUSDRUCK Oktober 2008). Doch viele Jugendliche in Balingen haben ganz andere Interessen, als Blasmusik und Bundeswehr. Sie möchten Konzerte organisieren und sich gegen die in der Region aktiven Strukturen von Neo-Nazis organisieren, fordern Freiräume und fühlen sich von Polizei und privaten Sicherheitskräften, die in Balingen Polizeibefugnisse haben, um Aufenthaltsverbote durchzusetzen, schikaniert. Am 10. Oktober 2009 organisierten sie deshalb eine Demonstration für „grenzenlose Selbstbestimmung, frei von Kommerz, frei von jeglichen Unterdrückungsformen und frei von Hierarchien“. Erst wenige Tage vor der Demo erfuhren die Veranstalter vom BW-Musix und luden die Informationsstelle Militarisierung ein, einen Redebeitrag zum BW-Musix und zu den Rekrutierungsbemühungen der Bundeswehr zu halten. Auf der Demo waren knapp über hundert Menschen, auch einige junge Menschen waren aus Tübingen angereist, wo es mehrere Hausprojekte gibt, die inzwischen mithilfe des Mietshäusersyndikats von den Bewohnern gekauft wurden. Die Demo verlief vollkommen friedlich, obwohl die anwesenden Streifenbeamten ihrerseit durchaus auf Eskalation aus zu sein schienen, auch in der Regionalpresse gab es ein positives Echo, in welchem die Forderungen der Jugendlichen zitiert wurden. Zwischenzeitlich hatte jedoch auch noch ein weiterer Aufruf zu Protesten für Aufregung gesorgt. Ein ehemals besetztes Haus in Tübingen, das mittlerweile von den BewohnerInnen gekauft und renoviert wurde, veranstaltete zum 30. Jahrestag seiner Besetzung eine Aktionswoche „für Solidarität, Vernetzung und Utopien“. In deren Rahmen rief jemand im Internet zu einer weiteren Demonstration am 28.11.2009 für Freiräume und gegen die Bundeswehr in Balingen auf. In dem Aufruf heißt es u.a., es gelte, „den Bundeswehr Jugendmusikwettbewerb in Balingen massiv zu stören, zu sabotieren und im Idealfall zu verhindern!“. Diese Überreaktion stieß dann offensichtlich auch bei den so genannten Autonomen auf Unverständnis. Am Vorabend der Demo war auf dem linken Nachrichtenportal indymedia zu lesen: „Man wird sehen, was morgen tatsächlich passiert. Eines ist jetzt schon klar: mit ihrem hysterischen Geschwätz bestätigen die Balinger Verantwortlichen ihr völliges Unverständnis für die Forderungen der Jugendlichen und deren Vorwurf, gegen Linke würde nur repressiv vorgegangen, während rechte Umtriebe ignoriert würden. Die Stadt und insbesondere der Weihnachtsmarkt (nach Angaben der Balinger Extremismusexperten ein beliebtes Ziel für Autonome) wird voll von Polizei sein und wenn diese schon kommt, wird sie auch ein paar Jugendliche verprügeln und festnehmen, wie das der Schwarzwälder Bote erwartet. Die Jugendlichen – mehr als hundert werden es wohl kaum sein – werden kaum ein Möglichkeit haben, ihre Forderungen zu formulieren. Und Schuld ist – neben der Stadtverwaltung, der Partei 'die Linke' und den Lokalblättern – die Bundeswehr. Alle beteiligten Akteure drohen sich mit ihrem hysterischen Geschwätz, das BW-Musix selbst zu vermießen, denn wenn es schon nicht die Autonomen Horden sein werden, dann doch vielleicht das Polizeiaufgebot, das 'negative Auswirkungen auf die Besucherresonanz haben' könnte.“ |
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Bereitschaftspolizisten/innen
lieben Einsätze an Weihnachten oder Sylvester! Welcher Cop möchte die Festtage schon mit seinen/ihren Angehörigen verbringen? Warum nicht einfach mal was anmelden, oder von Balingen lernen? Keine Festtage für Cops, ACAB!
Armes Deutschland
Genau diese Art der Berichterstattung ist es die wir brauchen. Es kam sehr wohl nicht von ungefähr dass man mit einem "größeren Personenaufkommen" rechnete, wurde doch im Internet von der linken Szene massiv Stimmung gemacht. Aber es kommt noch besser, die linken Friedensaktivisten nutzen nun endlich ihre Freiräume und beschmieren Wände schmeisen an den Messehallen Fenster usw.
Aber nein, das waren bestimmt andere, die linksorientierten Herrschaften ganz sicher nicht.
Auf welcher Wolke lebt ihr denn ? Ich bedanke mich bei den Einsatzkräften die ein Wochenende opfern mussten für EUREN Psychoterror. Und damit eines klar ist, mit Eurer Art der Publicity stellt ihr euch mit allen anderen Extremisten, punktum!!!!!
Wir können ja nichts dafür...
...wir machen ja auch nur unseren Job.
Scheiß
auf Deutschland, wer ist eigentlich "wir"?