Im Rahmen der 72-Stunden-Vorlesung in dem im Zuge der Studierendenproteste besetzen Hörsaal im Kupferbau (näheres hierzu unter: http://www.tuebingenbrennt.de) sprach am 26. November um 2:00 Uhr auch Prof. Dr. Andreas Nieder, der an der Abteilung Tierphysiologie ähnliche Experimente mit Affen macht wie Prof. Logothetis im MPI (um von diesen einen Eindruck zu bekommen, sei auf die ZDF-Dokumentation „Tierversuche: Opfer der Forschung“ (hier unter „Filme“) verwiesen).
Im Plenum der BesetzerInnen scheint sich ein Bewusstsein für die Belange nichtmenschlicher Tiere entwickelt zu haben – so wird im Kupferbau derzeit veganes Essen gekocht, außerdem wurde beschlossen, die Forderung nach einem tierverbrauchsfreien Studium ans Rektorat zu verabschieden: Studierenden aller Studiengänge soll die Absolvierung ihres Studiums ohne Tierverbrauch ermöglicht werden, es soll mehr Geld für die Erforschung tierversuchs-/tierverbrauchsfreier Methoden an der Uni zur Verfügung gestellt werden, und in der Biologie soll das Ethik-Modul an den Anfang des Studiums gerückt werden, bevor tierverbrauchende Module beginnen.
Die Initiative, Prof. Nieder einzuladen, ging allerdings – am Plenum der BesetzerInnen vorbei – von wenigen Personen aus, welche in einem Lehrer-Schüler-Verhältnis zu Nieder stehen. Nieder nahm die Einladung an – unter der Bedingung, dass es keine Proteste geben dürfe, was ihm von diesen Einzelpersonen – wieder ohne jegliche Rücksprache mit dem Plenum – auch zugesichert wurde.
Um ein kleines Zeichen zu setzen, betraten am Anfang der Vorlesung dennoch AktivistInnen mit dem Banner der Kampagne „Stoppt Affenqual in Tübingen“ und Flyern den Hörsaal und ließen verlauten, dass Nieder im Vorfeld der Veranstaltung angekündigt hatte, hier zwar eine Vorlesung halten, aber keine kritischen Stimmen erlauben zu wollen; er gebe sich progressiv und emanzipatorisch, wenn er sich mit der Protestbewegung der Studierenden solidarisiere und in einem besetzen Hörsaal eine Vorlesung halte, es habe aber nichts mit Emanzipation oder einem Mehr an Freiheit zu tun, Tiere für menschliche Zwecke auszubeuten – die AktivistInnen verstünden sich als Teile einer emanzipatorischen Bewegung für die Befreiung von Mensch und Tier und könnten die Einladung Nieders sowie die intendierte Unterdrückung kritischer Stimmen nicht akzeptieren – wenigstens wollten sie darüber informieren, welche Art von Forschung Nieder betreibe.
Wir begrüßen die spontane Aktion der AktivistInnen und schließen uns ihrer Kritik an.
ANTISPEZIESISTISCHE AKTION TÜBINGEN
http://asatue.blogsport.de/
Filme
"Tierversuche - Opfer der Forschung" (das ZDF-Magazin Frontal 21 über die Affenversuche in Tübingen) sowie "Tod im Labor – Warum Tierversuche sinnlos sind" von ÄgT
einsehbar unter http://asatue.blogsport.de/filme/