Ein gleiches Recht auf Verhungern bringt natürlich dem Verhungernden nichts. Deshalb gilt: Eine theoretische Gleichheit vor dem Gesetz vor dem Gesetz schafft noch keine praktische Gerechtigkeit, sie schafft noch nichteinmal vergleichbare Startbedingungen, sondern wird dann, wenn sie nicht durch steuerndes Handeln der Gemeinschaft (ggf auch des Staates) flankiert und korrigiert wird, nur Ungerechtigkeiten zementieren.
Die jetzt sechzig Jahre alte Soziale Marktwirtschaft, deren Jubiläum jetzt gerade in Jena gefeiert wurde, legt genau das als Grundlage sozialen Friedens und sozialen Aufstiegs fest: Dass möglichst allen, jedenfalls möglichst vielen, die gesellschaftliche Teilhabe und die Teilnahme am Marktgeschehen ermöglicht werden soll. Dazu muss ein Ordnungsrahmen geschaffen werden, der wildgewordene Turbokapitalisten am Zügel nimmt und für echten Wettbewerb sorgt. Wenn etwa nur die Kinder von Abiturienten eine Gymnasialempfehlung erhalten, während den Kinder von Hilfsarbeitern nur der Bildungsweg zum Hilfsarbeiter offensteht, dann ist das weder im Sinne des Wettbewerbs noch des Marktes noch der Menschen gut - und schon gar nicht im Sinne einer auf Wissen angelegten Gesellschaft.
Die FDP etwa hat das nicht wirklich verstanden oder -wo verstanden- inzwischen vergessen weil es nicht in die 10Sekunden-Schnipsel der Nachrichten passt, die den zum Glück in Bedeutungslosigkeit sinkenden Niebelwelles noch zugemessen werden.
Wer auf der linken Seite heute nicht nur Vulgärtheoretiker ist sondern auch praktisch Politik gestalten oder wenigstens beeinflussen möchte, tut gut daran den Konsens mit den Konservativen zu suchen die das Ahlener Programm der CDU verstanden und Wilhelm Röpke mal gelesen haben. Dass die auch von der SPD in den 70ern als "Modell Deutschland" gefeierte Soziale Marktwirtschaft an der Universität Istanbul entwickelt wurde weiss auch kaum einer - dorthin nämlich sind während der Nazizeit die guten Denker der Wirtschaftswissenschaften ausgewandert - nur so als Anregung für Diskussionen nach dem Spiel morgen. ;-)
Ein Letztes: Es ist nicht ohne Grund, dass die Bundesrepublik als Ziel der Erziehung den "Mündigen Staatsbürger" entwickelt hat. Im Gegensatz zum unmündigen Konsumenten Nationalen Kulturbreis ist (oder wäre) der nämlich in der Lage, die Demokratie und den sozialen Ausgleich immer wieder von innen her zu erneuern indem er sie infrage stellt und reformiert. Unsere Werte zu reflektieren, ironisieren, infrage zu stellen und zu parodieren und sie doch ernst zu nehmen ist die Stärke unseres republikanischen Wertemodells.
Der 'Nationalstaat' war ein herrschaftliches Zwangsgebilde mit verordneten Symbolen, die nur dem Entwurzelten oder dem Verdummten ein Ersatz für eigene kulturelle Identität sind. Die Kehrseite der "Leitkultur" ist das Feindbild, das immer die Rückseite des Leitbilds ist. Dass ein Stuttgarter Müllmann mit einem Rostocker Bankfilialleiter mehr gemeinsam hat als mit einem Mailänder Müllmann ist doch eine absurde Behauptung, die die eigentlichen Unterschiede vertuscht und internationale Solidarität erst gar nicht aufkommen lassen soll. Wenn einmal jede den Mut hat, sich ihres eigenen Verstandes selbst zu bedienen, dann kann sie darauf stolz sein, ohne auf eine Nation stolz sein zu müssen die eine Fiktion traditioneller Chauvinisten oder als Fanmeilenkultur ein Produkt der Konsumgüterindustrie ist.
Gleiches Recht auf Verhungern?
Ein gleiches Recht auf Verhungern bringt natürlich dem Verhungernden nichts. Deshalb gilt: Eine theoretische Gleichheit vor dem Gesetz vor dem Gesetz schafft noch keine praktische Gerechtigkeit, sie schafft noch nichteinmal vergleichbare Startbedingungen, sondern wird dann, wenn sie nicht durch steuerndes Handeln der Gemeinschaft (ggf auch des Staates) flankiert und korrigiert wird, nur Ungerechtigkeiten zementieren.
Die jetzt sechzig Jahre alte Soziale Marktwirtschaft, deren Jubiläum jetzt gerade in Jena gefeiert wurde, legt genau das als Grundlage sozialen Friedens und sozialen Aufstiegs fest: Dass möglichst allen, jedenfalls möglichst vielen, die gesellschaftliche Teilhabe und die Teilnahme am Marktgeschehen ermöglicht werden soll. Dazu muss ein Ordnungsrahmen geschaffen werden, der wildgewordene Turbokapitalisten am Zügel nimmt und für echten Wettbewerb sorgt. Wenn etwa nur die Kinder von Abiturienten eine Gymnasialempfehlung erhalten, während den Kinder von Hilfsarbeitern nur der Bildungsweg zum Hilfsarbeiter offensteht, dann ist das weder im Sinne des Wettbewerbs noch des Marktes noch der Menschen gut - und schon gar nicht im Sinne einer auf Wissen angelegten Gesellschaft.
Die FDP etwa hat das nicht wirklich verstanden oder -wo verstanden- inzwischen vergessen weil es nicht in die 10Sekunden-Schnipsel der Nachrichten passt, die den zum Glück in Bedeutungslosigkeit sinkenden Niebelwelles noch zugemessen werden.
Wer auf der linken Seite heute nicht nur Vulgärtheoretiker ist sondern auch praktisch Politik gestalten oder wenigstens beeinflussen möchte, tut gut daran den Konsens mit den Konservativen zu suchen die das Ahlener Programm der CDU verstanden und Wilhelm Röpke mal gelesen haben. Dass die auch von der SPD in den 70ern als "Modell Deutschland" gefeierte Soziale Marktwirtschaft an der Universität Istanbul entwickelt wurde weiss auch kaum einer - dorthin nämlich sind während der Nazizeit die guten Denker der Wirtschaftswissenschaften ausgewandert - nur so als Anregung für Diskussionen nach dem Spiel morgen. ;-)
Ein Letztes: Es ist nicht ohne Grund, dass die Bundesrepublik als Ziel der Erziehung den "Mündigen Staatsbürger" entwickelt hat. Im Gegensatz zum unmündigen Konsumenten Nationalen Kulturbreis ist (oder wäre) der nämlich in der Lage, die Demokratie und den sozialen Ausgleich immer wieder von innen her zu erneuern indem er sie infrage stellt und reformiert. Unsere Werte zu reflektieren, ironisieren, infrage zu stellen und zu parodieren und sie doch ernst zu nehmen ist die Stärke unseres republikanischen Wertemodells.
Der 'Nationalstaat' war ein herrschaftliches Zwangsgebilde mit verordneten Symbolen, die nur dem Entwurzelten oder dem Verdummten ein Ersatz für eigene kulturelle Identität sind. Die Kehrseite der "Leitkultur" ist das Feindbild, das immer die Rückseite des Leitbilds ist. Dass ein Stuttgarter Müllmann mit einem Rostocker Bankfilialleiter mehr gemeinsam hat als mit einem Mailänder Müllmann ist doch eine absurde Behauptung, die die eigentlichen Unterschiede vertuscht und internationale Solidarität erst gar nicht aufkommen lassen soll.
Wenn einmal jede den Mut hat, sich ihres eigenen Verstandes selbst zu bedienen, dann kann sie darauf stolz sein, ohne auf eine Nation stolz sein zu müssen die eine Fiktion traditioneller Chauvinisten oder als Fanmeilenkultur ein Produkt der Konsumgüterindustrie ist.