Alle gegen Nkunda - der gibt sich staatsmännisch
Montag, 24. November 2008Die offizielle Armee der DR Kongo (FARDC) will Nkundas offensichtlich gut ausgerüsteter CNDP nichts mehr entgegensetzen und zieht sich plündert Richtung Landesinneres zurück. Dabei wurde die Armee zwischenzeitlich sogar von den Kabila-nahen Mayi-Mayi-Milizen attackiert, die diesen Rückzug aufhalten und die FARDC zum Kämpfen gegen die CNDP zwingen wollten. durch den Rückzug der Armee ist die MONUC in die missliche Lage geraten, die CNDP nur noch alleine zu bekämpfen oder mit den anderen bewaffneten Gruppen, eben den Mayi-Mayi oder der FDLR gemeinsame Sache zu machen. Letztere gelten aber mittlerweile als größter destabilisierender Faktor im Osten der DR Congo. Einer faktischen Komplizenschaft kann die Monuc nur noch entgehen, wenn sie die Herrschaft Nkundas über die eroberten Gebiete anerkennt. Das versucht Nkunda der UN gerade so einfach wie möglich zu machen. Er öffnete humanitäre Korridore, zog sich an einigen Stellen zurück und forderte die Monuc auf, in den freigegebenen Gebieten die Kontrolle zu übernehmen und das Eindringen anderer bewaffneter Gruppen zu verhindern. Würde die Monuc dabei versagen, würde die CNDP wieder die Kontrolle übernehmen.
In den von ihr besetzten Städten ernannte Nkunda neue Bürgermeister, ließ ihm hörige “Polizeieinheiten” patrouillieren und hielt Ansprachen an die Bevölkerung. Von Plünderungen und groß angelegten Vergeltungsmassnahmen durch die CNDP war hingegen in den letzten Tagen kaum zu hören. Offensichtlich will sich Nkunda als staatsmännischer Verhandlungspartner geben und hofft darauf, dass es zu Gesprächen mit Kabila kommt. Diese werden mittlerweile von nahezu allen Beobachtern für notwendig erachtet und die UN unternimmt nun auch ernsthafte Bemühungen, Kabila zu überreden, mit Nkunda Kontakt aufzunehmen. Man kann hoffen, dass sich nun die humanitäre Situation verbessert und diplomatische Lösungen in den Vordergrund rücken. Diese scheinen an Nkunda, der eine kaum nachvollziehbare Macht im Osten des Landes aufgebaut hat, nicht vorbeizukommen. Auch in der internationalen Gemeinschaft und der EU werden militärischen Lösungen gerade kaum noch Erfolgsaussichten zugesprochen.
Irinnews berichtet übrigens noch Folgendes:
Ushahidi, the citizen reporting platform and network which came to prominence during the post-election violence in Kenya in early 2008, has launched a new conflict monitoring tool for eastern DRC. The Ushahidi web platform compiles information from mobile phone and field reports relating to the conflict in North Kivu. Ushahidi (meaning “testimony” in Swahili) is attempting to track the changing humanitarian response to the crisis.
Hier werden Berichte über Gefechte, Übergriffe, Fluchtbewegungen etc. gesammelt und auf Karten und Diagrammen eingetragen. Allerdings sind die vorhandenen Informationen spärlich und eigentlich weniger aktuell als bei IRIN oder www.kongo-kinshasa.de