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Tschad: Subsitenzanbau in südlichen Flüchtlingscamps und Konflikte mit Viehirten

Donnerstag, 10. Juli 2008

Allafrica.com berichtet von einem Flüchtling, einer Frau, die nahe ihrem Lager auf einem kleinen Stück Land Reis anbaut, um sich und ihre Familie zu ernähren. Ein Drittel der Ernte blieb die letzten Jahre zum Verkauf übrig, doch dieses Jahr wurde ein Großteil der Ernte durch eine Vieherde vernichtet. Solche Fälle scheinen häufiger vorzukommen und es gibt verschiedene Institutionen, die zwischen Ackerbauern und Viehirten vermitteln. Im Süden des Tschad fördert das UNHCR solche Subsitenzwirtschaft durch die Flüchtlinge wohl recht erfolgreich:

“Southern Chad is not a Saharan area. It is a place where you can have agriculture,” said Serge Male, the U.N. High Commissioner for Refugees’ representative to Chad.
Male said that in the three years since the southern camps were established, U.N.-administered agriculture programs have reduced external food assistance to a minimum. In a camp complex near the town of Gore, 40 kilometres north of the Central African border, an estimated 4,300 refugee farmers and 1,700 herders feed around 24,000 other refugees.
Many of the farmers and herders even have enough left over to sell food and livestock on the open market, earning as much as $25 for a 100-kilogramme box of peanuts and $150 for a head of cattle, in a country where just $.25 buys a loaf of bread.
In the south, food assistance is reserved for the sick and elderly, single mothers and other “vulnerable populations.”
But the Central African refugees’ food self-sufficiency is threatened by land shortages and by poor relations between farmers and herders inside and outside of the camps.

Analyse und Kritik zur Gewalt in Südafrika

Dienstag, 01. Juli 2008

“Manche deuten die Gewaltausbrüche in Südafrika als Armutsrevolten”, so lautet der Untertitel eines Artikels in der A&K 529 von Romin Khan zu den Verteibungen und Morden an MigrantInnen in Südafrika:

“Die meisten Analysen der Ereignisse der vergangenen Wochen machen die sich verschlechternden sozialen Verhältnisse und die von Medien, Polizei und Politik geschürte xenophobe Grundstimmung für die Gewalt verantwortlich. Bei 60 Prozent Arbeitslosigkeit in vielen Townships und steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen könne sich die Konkurrenzsituation, in der sich viele schwarze SüdafrikanerInnen mit den EinwanderInnen befinden, schnell zu dem “sozialen Tsunami” entwickeln, den man nun gesehen habe.

Hinsichtlich der Ursachen der Pogrome wird in der nächsten Zeit noch viel aufzuarbeiten sein. (1) Die Deutung der Übergriffe als ein Ausdruck von Armutsrevolten werden durch die Analysen des Institute for Democracy in South Africa (IDASA) und der TAC unterstützt, die zu dem Schluss kommen, die Gewalt gehe häufig mit Plünderungen einher, in denen sich mit dem Eigentum der MigrantInnen, vielfach LadenbesitzerInnen, bereichert werde. Die Angriffe würden meist von jungen arbeitslosen Männern begonnen und andere BewohnerInnen hätten sich im Laufe der Auseinandersetzungen angeschlossen. Zwar sei die Gewalt organisiert gewesen und hätte sich mitunter die Erfahrungen aus früheren Konfrontationen zu Nutze gemacht, sie sei aber nicht von langer Hand gesteuert, wie es aus den Kreisen des ANC hieß.”