Profit mit Agro-Gentechnik
MONSANTO - Ein Steckbrief
Die Aktivitäten von Gentechnik-Konzernen wie MONSANTO, DuPont/Pioneer, Bayer, BASF, KWS und Syngenta betreffen unser tägliches Leben. Alle diese Unternehmen kooperieren miteinander. Über Jahrtausende bewährte Kulturpflanzen werden durch gentechnisch veränderte und damit verfälschte (GV) Pflanzen verdrängt und zerstört. Nahrungsmittel, die Verunreinigungen durch solche Pflanzen enthalten (können), landen auf unserem Teller. Ziel der Konzerne ist es, die weltweite Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung unter ihre Kontrolle zu bringen. Allen voran ist es MONSANTO mit seiner aggressiven Vorgehensweise gelungen, seine weltweite Dominanz von gentechnisch verfälschtem Saatgut auszubauen: Mit der Aussage: "Wir wollen die weltweite Nahrungsversorgung kontrollieren." Über 90% der weltweit angebauten gentechnisch verfälschten Pflanzen werden von MONSANTO kontrolliert.
Der Weltagrarbericht 2008 zeigt, dass Monokulturen, Chemie-Einsatz und GVO dem Recht auf Ernährungssouveränität der Weltbevölkerung widersprechen. Es gibt Alternativen: Diese müssen gefördert werden!
MONSANTO (USA):
MONSANTO (USA):
Weltweit größter Hersteller von GV-Saatgut und (den dazugehörigen) Insekten-, Pflanzen- und Pilz-Giften.
Gilt als aggressivster GVO-Hersteller, in der juristischen und lobbymäßigen Durchsetzung seiner marktpolitischen und finanziellen Ziele und in der juristischen Bekämpfung von Gegnern und Landwirten, die in Konflikt mit den Herstellern geraten, z.B. Percy Schmeiser, Kanada.
Versucht, mit der Welthandelsorganisation (WTO) und den anderen Konzernen gentechnisch verfälschte Produkte in Europa durchzusetzen.
Versucht weltweit jegliche Kennzeichnung zu verhindern.
Startete als Chemie-Unternehmen, u. a. als Hersteller von Agent Orange und krebserregenden Chemikalien mit PCB.
Erwies sich im Umgang mit Giftstoffen in der Vergangenheit als verantwortungslos, was mit der Gentechnik weiter betrieben wird.
Der Dokumentarfilm der französischen Journalistin Marie-Monique Robin "Mit Gift und Genen" machte die skandalöse Vorgehensweise des Konzerns allgemein bekannt.
Das Versagen der Gentechnik
Insekten und "Unkräuter" entwickeln Resistenzen, was zu höherem Gifteinsatz und vermehrter Handarbeit führt. Dies haben nun auch GVO-freundliche Wissenschaftler bestätigt.
Japanische Wissenschaftler belegen: Die These, GVO seien substantiell äquivalent zu herkömmlichen Pflanzen ist falsch.
In den USA fordert der angesehene Wissenschafter Don Huber "ein sofortiges Moratorium für die Freigabe von Roundup-Ready-Pflanzen", da die Pflanzen- und Tierkrankheiten bereits "epidemische Ausmaße erreichen". Ein neu entdeckter Mikro-Pilz sorgt im Zusammenhang mit dem Totalpflanzengift Glyphosat (Markenname z.B. Roundup® von MONSANTO) für weitreichende Ausfälle u.a. bei Gensoja und Genmais. Auch Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit bei damit gefütterten Tieren sind die Folge. Rund acht Prozent der Maisernte der USA sei deswegen 2010 ausgefallen. Pflanzen und Tiere, die weder mit Gentechnik noch mit Glyphosat in Berührung kommen, sind laut Huber davon nicht oder kaum betroffen.
Der Protest trägt erste Früchte...
Mitte Januar 2010 scheiterte MONSANTO vorerst beim obersten Gericht in den USA, eine vorzeitige Anbaugenehmigung für seine Genluzerne zu erhalten. Ein ermutigender Teilerfolg, der leider von Minister Vilsack Ende 2010 zumindest vorerst gekippt wurde: Gerichtliche Schritte dagegen sind eingeleitet.
Ende Dezember 2009 entschied sich die American Public Health Association (APHA) gegen die weitere Verwendung des berüchtigten Rinderwachstumshormons POSILAC von MONSANTO.
MONSANTO will in Indien - bisher ohne Erfolg - eine GV-Aubergine "Bt Brinjal"(1) durchsetzen, stieß aber auf gewaltigen Protest und hatte dabei sogar einen eigenen führenden Mitarbeiter gegen sich. 2011 stellte sich die Giftigkeit dieser Sorte heraus. In Indien tritt MONSANTO auch unter dem Namen Mahyco auf.
In Brasilien holten Landwirte MONSANTO 2010 wegen der ungerechtfertigten Höhe der Lizenzgebühren vor Gericht. Seit Herbst 2010 hat Brasilien ein Programm zum Anbau GV-freien Sojas.

Am 9. 12. 2010 hat das Europäische Patentamt zum so genannten "Brokkoli-Patent" festgestellt, dass Verfahren zur Züchtung von Pflanzen nicht patentiert werden dürfen. Dennoch bleiben gezüchtete Pflanzen patentierbar, ein eklatanter Widerspruch, der auf politischer Ebene in Brüssel korrigiert werden muss!
Unterschreiben Sie den offenen Brief an die Mitglieder des Europäischen Parlamentes und die Europäische Kommission
http://www.no-patents-on-seeds.org/
Keine Patente auf Tiere und Pflanzen!
Der Kampf geht weiter...
… in Europa genauso, wie in den wichtigen Biodiversitätszentren wie z. B. Indien und Mexiko.
Der Runde Tisch für verantwortliche Sojaproduktion - darunter auch MONSANTO - erteilt ein fadenscheiniges Zertifikat für die angebliche Einhaltung von minimalen Arbeitsrechten bei der Sojaherstellung: MONSANTO hält sich nicht einmal daran!
Herbizidresistente Zuckerrüben, die von MONSANTO zusammen mit dem deutschen Konzern KWS entwickelt wurden, dringen auf den Markt. Hier droht Auskreuzung auch mit anderen Nutzpflanzen, wie Spinat.
MONSANTO arbeitet weiterhin mit Vorrang an der Entwicklung von Genweizen - trotz weltweiten Protests gegen die Verfälschung dieser zentral wichtigen Anbaupflanze!
MONSANTO hatte lange behauptet, das Nebeneinander von gentechnikfreiem Anbau und dem Anbau gentechnisch verfälschter Pflanzen - die sogenannte Koexistenz - wäre ohne Probleme möglich. 2009 schreibt die Firma selbst in der Anmeldung eines Patents für eine nicht manipulierte Pflanze, dass Gentechnik unsicher und ungenau ist und wenig bringt!
Weiterhin skandalös bleibt auch der Umgang von MONSANTO und den übrigen GentechBefürwortern mit kritischer Wissenschaft, die massiv diskrediert werden, während der Konzern selbst weiterhin auf immer häufiger widerlegte Gutachten von selbst bezahlter "Wissenschaft" setzt.
MONSANTOs wichtigste Patente auf RR-(2) und
Bt-Produkte(1) laufen in den nächsten Jahren aus. Neue Patente und Produkte stehen bereit mit mehrfachen Genkonstrukten. Daneben kommen neue Verfahren hinzu wie die Marker-unterstützte Züchtung. (= wörtlich: molekularunterstützte Züchtung) und damit neue Patente, die auch ohne Gentechnik Monopole auf die gezüchten Pflanzen und ihre Produkte verlangen.
Die Konzerne vermarkten weiter immer mehr Hybridsaatgut. Sie können damit Jahr für Jahr neues Saatgut verkaufen, denn auch hier ist ein Nachbau nicht möglich. Nicht nur Mais sondern auch viele Gemüsepflanzen werden heutzutage als Hybridsaatgut vermarktet.
Neben MONSANTO müssen auch die anderen Konzerne, DuPont/Pioneer, Bayer, BASF, KWS und Syngenta, ins öffentliche Bewusstsein rücken. Das immer noch geltende Verbot von
MON 810 ist ein erster von vielen noch nötigen Schritten in diesem Bereich! Vor allem sollten auch alle Versuchsanbauprojekte beendet werden.
Zusammenfassung
MONSANTO ist Teil einer weltweiten Landwirtschafts-Ideologie, die gleich doppelt auf Monokulturen setzt: Riesige Ländereien mit gleicher Frucht und Jahr für Jahr Anbau dieser einen Frucht.
Sie bedingen massiven Einsatz von Dünger und jeglichen Pestiziden, wobei diese Gifte auch massiv zusammenwirken können.
Damit verschwinden die Futterpflanzen für die Bienen.
Durch die Mechanisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft gehen sehr sehr viele Arbeitsplätze verloren.
Die Methoden sind oft auf intensive Bewässerung angewiesen, führen aber bis zur Versalzung des Grundwassers und Zerstörung der Böden.
In Entwicklungsländern sollen großflächig Pflanzen für den Export produziert werden, was zu Lasten der Nahrung für die Bevölkerung läuft, kaum Arbeitsplätze schafft, aber umsomehr Hunger verursacht.
Alternativen:
Förderung der Vielfalt und von sanften, bewährten Technologien. Dies führt zur Nachhaltigkeit und wird ausschließlich durch kleinbäuerliche Betriebe gewährleistet, wie im Weltagrarbericht durch Langzeitversuche dokumentiert.
Aktionsmöglichkeiten:
Kauf von Produkten aus heimischer Landwirtschaft, wenn möglich direkt auf dem Bauernhof.
Förderung von Kreislaufwirtschaft und Bodenbündnissen der mittelständischen Landwirtschaft mit den Verbrauchern.
Wissensstand und Standpunkt der Politiker hinterfragen.
GVO-kritischen Entscheidungsträgern danken und sie bestärken.
Informationsarbeit, Vernetzung und kreativer Protest.
Unterstützung für Aktion GEN-Klage (
www.stopptgennahrungsmittel.de)
Körperschaften dazu auffordern, ihren Verpflichtungen zu Klagen nachzukommen.
Weiterführende Hinweise
Die Verfasserinnen und Verfasser dieses Faltblattes empfehlen hiermit insbesondere die folgenden Internetseiten:
www.bllv.de/index.php?id=5257
www.gentechnikverbot.at
www.gentech.projektwerkstatt.de
www.goodfood-badfood.de
www.keine-gentechnik.de
www.keinpatent.de
www.jpberlin.de/attacwtal-agrar/
www.lichter-lsb.de (Gentech-ABC)
www.naturinstitute.org
www.weltagrarbericht.de
Anmerkungen:
(1)
Bt-Pflanzen enthalten in allen Zellen Transgene aus dem
Bacillus thuringiensis, die für die Erzeugung von Insektiziden verantwortlich sind. Beispiel: Die Maissorte
MON 810, für die Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Österreich und Ungarn einen Anbaustopp beschlossen haben.
(2)
RoundupReady® ist ein Pflanzenvernichtungsmittel von MONSANTO, aufgrund seiner breiten Wirkung auch Breitbandherbizid genannt. GV-Sorten, die dagegen resistent sind, werden RR =
RoundupReady® genannt.
Risikotechnologie Gentechnik
Die Auswirkungen der Gentechnik auf Mensch und Natur sind weitgehend unerforscht. Zahlreiche Hinweise auf gesundheitliche Risiken beim Verzehr genmanipulierter Lebensmittel werden nicht weiter verfolgt. Die ökologischen Risiken des Anbaus von Gen-Pflanzen sind nicht absehbar. Der Gen-Pflanzen-Anbau befördert großflächige Monokulturen. Dies und das so genannte Landgrabbing gefährdet die bäuerliche Landwirtschaft.
Wir fordern:
Wir fordern:
• Recht auf LEBENSmittel statt Ernährungsdiktatur!
• Schluss mit Patenten auf Leben - Keine Patente auf "Gene", Pflanzen und Tiere!
• Sofortiger Ausstieg aus der Risikotechnologie Gentechnik!
• Stopp der systematischen Unterwanderung der Landwirtschaft durch Gen-Saaten!
• Stopp aller öffentlichen Förderung der Agro-Gentechnik und der Freisetzungen von GVOs!
• Förderung und verstärkte Forschung im Bereich der bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft!
• Unterzeichnung des Weltagrarberichts durch die Bundesregierung!
V.i.S.d.P.: Klaus Faißner (Wien), Sabine Groeneveld (Friedland), Jürgen Marx (Chemnitz), Wolfgang Wiebecke (Wuppertal), Ruth Tippe (Frohschammerstr. 14, 80807 München)
Version 13. April 2011
22000 Demonstierende in Berlin auf der Demo "Wir haben es satt" am 22. 1. 2011 konnten die Bundesregierung immer noch nicht überzeugen… Es kommt auf uns ALLE an!