Mai 2008
Zusammenfassung
In einem Brief vom 19. Juli 2007 an DG Sanco von der europäischen Kommission machte die EFSA eine höchst irreführende Aussage. Die EFSA behauptete, dass "eine große Anzahl experimenteller Studien an Nutztieren gezeigt hat, dass keine rekombinanten DNS-Fragmente oder Eiweiße, die von GV Pflanzen abgeleitet wurden, im Gewebe, den Flüssigkeiten oder in essbaren Produkten von Nutztieren festgestellt werden konnten" und "bislang wurden keine rekombinanten DNS-Sequenzen in irgendeinem Organ oder Gewebeprobe der mit GV Pflanzen gefütterten Nutztiere gefunden." Hingegen zeigen wissenschaftliche Studien von Mazza et al. (2005) und Sharma et al. (2006), dass Transgen-Sequenzen [genetisch veränderte S.; Anm. d. Übers.] in tierischem Gewebe identifiziert wurden. Obwohl beide Studien von öffentlichen, wissenschaftlichen Datenbanken frei zugänglich sind und auch die EU von deren Existenz wusste, wurde keine der Studien von der EFSA erwähnt. Mit diesen beiden Artikeln konfrontiert, bestätigte die EFSA nochmals ihre ursprüngliche, irreführende Aussage. In Anbetracht der darin enthaltenen Ungenauigkeiten kann diese Aussage nicht als wissenschaftlich begründete Auskunft betrachtet werden.
Dieser Vorfall gibt Anlass zu ernsthaften Bedenken über die Zuverlässigkeit des wissenschaftlichen Rates der EFSA und stellt die Gültigkeit der GVO-Genehmigungen, welche auf der Basis dieser Meinungen durch die europäische Kommission erteilt wurden, in Frage.
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Dieses Gutachten ist aus dem Anlass von Müllers Mitwirken beim Weltkongress "Planet Diversity" in Bonn entstanden und wurde, wie auch die Übersetzung, durch Spenden für die Dokumentation seines Vortrags am 21. 11. 2007 in Wuppertal ermöglicht.