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Neonazis versuchten das Rathaus zur Angstzone zu machen E-Mail
Pressemitteilung vom 17. Januar 2010 zur „Langen Nacht der Politik“ im Lichtenberger Rathaus

Zum dritten Mal in Folge haben mehrere Dutzend Neonazis die „Lange Nacht der Politik“ am 15. Januar besucht und die Veranstaltung genutzt, um andere Gäste zu bedrohen und auszuspähen. Mehr als 40 Neonazis aus den verschiedenen Spektren hielten sich in den Gängen auf und versuchten Gäste einzuschüchtern.

  Um auf die Neonazi-Provokationen der letzten Jahre zu reagieren, hatten die OrganisatorInnen der Veranstaltung ein Neonazi-Verbot in allen Veranstaltungsräumen im Rathaus veranlasst. So standen den Neonazis nur die Gänge und das Büro der NPD-Fraktion zur Verfügung. Thematisch dominierten interkulturelle Themen und die Präsentation der Ausstellung „Berliner Arbeiterwiderstand von 1942 bis 1945“ den Abend.

NPD, DVU und „Frontbann 24“

Die zahlreich anwesenden Neonazis schienen die Veranstaltung als Machtdemonstration zu nutzen. So waren neben den DVU-Aktivisten Torsten Meyer (Landesvorsitzender) und Sascha Kari (Vorstandsmitglied), dem NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt, sowie den Lichtenberger NPD-Verordneten Jörg Hähnel und Manuela Tönhardt ein Großteil des Lichtenberger NPD-Verbands anwesend. Die Räumlichkeiten der Lichtenberger NPD-Fraktion wurden als Ausgangspunkt für die Aktionen im Rathaus genutzt. Mehrere Angehörige der verbotenen Kameradschaft „Frontbann 24“, darunter deren Anführer Uwe Dreisch und die AktivistInnen Gesine Hennrich und Ronny Schrader, mischten sich unter die Gäste.
Manuela Tönhardt und Uwe Dreisch versuchten, sich mit körperlicher Gewalt in eine Veranstaltung zu drängen und mussten von der Polizei des Raumes verwiesen werden.

KameradschaftsaktivistInnen
Die meisten Bedrohungen gingen jedoch von den anwesenden Kameradschaftsaktivisten aus. Angeführt vom ehemaligen „Kameradschaft Tor“-Anführer Björn Wild war eine Gruppe von 20 Neonazis stets in der Nähe des Informationsstands verschiedener zivilgesellschaftlicher Initiativen. Der verurteilte Neonazischläger Christian Bentz fertigte Fotos an, die Neonazis Sebastian Zehlecke und Stefanie Piehl führten jüngere Neonazis herum. Die beiden hatten vor Gericht mit der Lüge, dass sie aus der Neonazisszene ausgestiegen seien, geringe Urteile erstritten. Piehl, Bentz und Zehlecke und der Anti-Antifa David Gudra waren im letzen Jahr für eine Vielzahl von Neonaziaktivitäten verantwortlich. Eine Gruppe von 20 Neonazis verfolgte Rathausgäste, die das Haus  verließen.
Die Polizei schritt nur zaghaft gegen die Neonaziprovokationen ein.

Juliane Rother, Pressesprecherin der Antifa Hohenschönhausen, meint dazu: „Die Nacht der Politik im Lichtenberger Rathaus entwickelt sich weiter zum Stelldichein für die Berliner Neonaziszene. Falls der Bezirk dieses Problem nicht lösen kann, muss die Veranstaltung im nächsten Jahr Ziel einer antifaschistischen Intervention werden. Angstzonen dieser Art sind für uns nicht hinnehmbar.“
 
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