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21.01.2008 // DDP // Polizei übermittelte Namen von Antifaschisten an Rechtsextremisten E-Mail
Der Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch hat die Übermittlung der Namen von Antifaschisten an mutmaßliche Angehörige der rechten Szene eingeräumt. Nach der Veröffentlichung eines Plakats mit Fotos von Neonazis seien die Geschädigten mit Fragebögen angeschrieben worden, auf denen sich auch die Familiennamen der Beschuldigten befanden, sagte Glietsch am Montag im parlamentarischen Innenausschuss.
Der Polizeipräsident sagte, er habe im vergangenen Jahr bereits per Weisung unterbunden, dass künftig die Namen der Beschuldigten an die Geschädigten übermittelt werden, egal ob links oder rechts. Da es hier immer wieder zu strafbaren Aktivitäten komme, halte er dies nicht für «sachgerecht». Insgesamt sei das Vorgehen des Staatsschutzes sowie der gesamte Verfahrensablauf aber nicht zu beanstanden.

Der Berliner Staatsschutz hatte am vergangenen Donnerstag die Wohnungen von drei Angehörigen der antifaschistischen Szene durchsucht. Dabei wurde eine Wohnungstüre eingerammt. Grund für die Polizeiaktion war ein Plakat, das am 9. September 2007 bei einem «Aktionstag» gezeigt wurde. Darauf waren rund 40 mutmaßliche Berliner Neonazis abgebildet.

Laut Glietsch stellten die Polizisten daraufhin Anzeige wegen Verstößen gegen das Kunsturhebergesetz. Wenige Stunden nach der Durchsuchung waren die Namen der Beschuldigten auf einer bekannten Neonazi-Internetseite veröffentlicht worden.
 
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