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History 2012 E-Mail
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Die politische Agenda für das Jahr 2012 war für die Antifa Hohenschönhausen schon vor Jahresbeginn gesetzt. Schwerpunkt sollten die Aktionen gegen das Berliner Neonazi-Netzwerk „NW-Berlin“ und seinen Lichtenberger Stützpunkt in der Lückstraße 58 sein. Dazu wurde die erste Jahreshälfte einige Energie aufgewandt, zusammen mit anderen Antifaschist_innen die Broschüre „Motiv.Rechts 3“ herauszubringen. Die Broschüre wurde in einer Auflage von 2500 Stück gedruckt und ab Mai deutschlandweit verteilt und verschickt. Vielen engagierten Bürger_innen und Antifaschist_innen wurde sie eine Wissensstütze und Argumentationshilfe gegen das Neonazi-Netzwerk.
Der Nazitreff in der Lückstraße 58 war mehrere Male dieses Jahr Ziel von politischen Aktionen. Eine dortige Feier am 20. April – dem Geburtstag Adolf Hilters – wurde mit einer antifaschistischen Kundgebung begleitet. Am 8. September fand ein berlinweiter Aktionstag gegen Nazistrukturen statt, auch wir organisierten zusammen mit lokalen Akteur_innen eine weitere Kundgebung vor dem Nazitreff. Bei der Kundgebung, zu der trotz Regen ca. 80 Leute kamen, gab es eine mobile Ausstellung zum Thema „NW Berlin“, Info-Stände und eine Bühne mit Live-Musik.
Im Vorfeld der diesjährigen Silvio-Meier-Demonstration, die erneut die Lückstraße 58 zum Thema hatte, veröffentlichten wir einen eigenen Aufruf und verteilten ihn im Umfeld. Mehrere tausend Antifaschist_innen zogen vor das Haus und forderten die Schließung des Nazitreffs.

Nazis im Bezirk
Gleich zweimal hielt die Berliner NPD dieses Jahr eine Kundgebung am Prerower Platz ab. Am 1. Mai nahmen daran 30 Neonazis teil, denen über 200 Gegendemonstrant_innen gegenüber standen. Am 27. Oktober waren es lediglich neun Neonazis, die aufgrund der 40 Gegendemonstrant_innen nicht zu hören waren. Von der Lichtenberger NPD war ansonsten in diesem Jahr nicht viel zu vernehmen. Neben ihren Auftritten in der Bezirksverordnetenversammlung versuchte sie selten den Gang in die Öffentlichkeit. Die Teilnahme an einem Bezirksgedenken an die Opfer des lokalen NKWD-Lagers blieb Manuela Tönhardt in schlechter Erinnerung, weil der NPD-Kranz entfernt wurde. Infostände fanden nur spärlich statt, selbst öffentlich angekündigte Stände fielen mehrfach aus. Lediglich am „Volkstrauertag“ versammelten sich mehrere dutzend Neonazis auf einem Friedhof in der Konrad-Wolf-Straße und legten dort einen Kranz für Wehrmacht-Soldaten nieder.
Zwei Konzerte von rechten Bands wurden in diesem Jahr im Bezirk bekannt. Nachdem bekannt wurde, dass der „patriotische“ Liedermacher Sascha Korn in einem „Hells Angels“-Heim in der Gärtnerstraße auftreten wolle, unterband der Bezirk das Konzert. Die Jahresfeier der Berliner Nazi-Rocker-Vereinigung „Vandalen – Ariogermanische Kampfgemeinschaft“ in der Lichtenberger Vulkanstraße wurde von der Polizei aufgelöst.
Von den Strukturen von „NW-Berlin“ war in diesem Jahr neben regelmäßigen Propagandatouren rund um den Treffpunkt in der Lückstraße 58 nicht viel zu vernehmen. Die Hakenkreuze, Slogans, Aufkleber und Plakate waren meist schon am nächsten Tag verschwunden. In diesem Jahr fand aus diesem Personenkreis lediglich eine öffentliche Kundgebung im Bezirk statt- eine Kundgebung von 30 Neonazis gegen das Silvio-Meier-Gedenken. Die etwas mehr als 25 Neonazis mussten außer Sicht- und Hörweite ausharren, während mehrere tausend Antifaschist_innen durch den Weitlingkiez zogen.
Auch die beiden Internetseiten „NW-Berlin“ und „Chronik-Berlin“, auf denen politischen Gegner_innen mit Gewalt gedroht wurde, sind seit mehreren Wochen nicht erreichbar. Die Berliner Presse und Politik diskutiert seit Monaten offen ein Verbot der Struktur. 2012 war kein gutes Jahr für die Lichtenberger Neonazis.

Gedenkstättenfahrt
Die diesjährige Gedenkstättenfahrt wurde erneut gemeinsam von Jugendlichen und jungen Heranwachsenden aus Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Pankow organisiert. Das Thema war dieses Mal „Euthanasie im NS“ und so wurden im Vorfeld der Fahrt drei Ausstellungen in Berlin besucht, die Ausstellung „Kinderhimmel“ im Hohenschönhausener Studio im Hochhaus, eine Ausstellung zum Thema „Kindereuthanasie“ in der „Topografie des Terrors“ und die Ausstellung „Totgeschwiegen“ in der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Nach einem Filmabend im LaCasa fuhren zu Pfingsten etwa 30 Teilnehmer_innen nach Dessau, um von dort aus die ehemaligen T4-Tötungsanstalt Bernburg und das ehemaligen KZ Lichtenburg zu besuchen. In selbst organisierten Workshops wurden anschließend aktuelle Bezüge zum Thema diskutiert.
Wenige Wochen nach der Fahrt unternahmen einige Teilnehmer_innen der Fahrt noch einen Exkurs in die KZ-Gedenkstätte Ravensbrück – wo einige Menschen inhaftiert waren, die später den Tod in Bernburg fanden.

Veranstaltungen zur Fußball-EM
Unter dem Motto „You'll never walk alone“ organisierten die AINO und Siempre Antifascista im Mai und Juni eine Veranstaltungsreihe, an der wir uns mit einer Veranstaltung zu „Antisemitismus im Fußball“ und an der Organisation eines Fußball-Turniers in Hohenschönhausen beteiligten. Am Fußball-Turnier nahmen etwa 90 Leute teil.

9. November
Auch dieses Jahr veranstalteten wir einen Rundgang in Gedenken an die Opfer der Novemberprogrome 1938. Zusammen mit der AINO führten wir am 10. November einen Gedenkrundgang durch Alt-Hohenschönhausen durch, um an die damalige Synagoge, den jüdischen Arzt Victor Ahronstein, den Filmemacher Erwin Leiser und an weitere aus Hohenschönhausen deportierte Jüdinnen und Juden zu erinnern.

Rummelsburg
Am 13. Dezember, einen Tag vor der Einweihung zweier Stelen in Gedenken an die ehemaligen Arbeitshäuser und Haftanstalten Rummelsburg verteilten wir in der Gegend Flugblätter, die auf die – unserer Meinung nach – falsche Gewichtung des dortigen Gedenkens aufmerksam machten
Die Eröffnungsfeier am Folgetag bestätigte unsere Befürchtungen. Während der Epochen von 1879 bis 1945, als dem Deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus mit seiner Vernichtungspolitik insgesamt nur eine Tafel gewidmet wurde, war die Zeit der DDR auf einer eigenen Tafel sehr detailliert dargestellt. Diese Gewichtung bekam noch dadurch einen faden Beigeschmack, als ein ehemaliger Inhaftierter aus der Zeit der DDR von "Nachkriegs-KZs" sprach, und von der "SED-Herrschaft in Lichtenberg", die erst 2011 beendet worden sei, halluzinierte.

„Manic Monday“ - Infocafé in Lichtenberg
Zusammen mit unseren Freund_innen vom Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) Karlshorst schafften wir es, auch dieses Jahr zwei Infoveranstaltungen, Filmabende und Diskussionsrunden pro Monat zu realisieren. Die Themen reichten dabei von geschichtlichen Themen wie „Verfolgung von sog. 'Asozialen' im NS“ und „Die Geschichte der Roten Hilfe“ hin zu aktuellen Themen, so unter anderem „Homophobie im Hiphop“ und „Verschwörungstheorien“. An den Veranstaltungen in der JFE Linse und dem UJZ nahmen bis zu 30 Menschen teil.

Publikationen
Neben der „Motiv.Rechts 3“ veröffentlichten wir zusammen mit Marzahn-Hellersdorfer Antifaschist_innen auch dieses Jahr drei Ausgaben der Jugendzeitung „Abuje“. Die Nummern 36 bis 38 wurden über das Jahr herausgebracht und vor Schulen in den Bezirken verteilt. (Sie sind alle auf der Internetseite www.abuje.de nachzulesen)

Last but not least
Nicht vergessen sind natürlich die Proteste gegen den Trümmerhaufen „PRO Deutschland“ am 11. Februar am Anton Saefkow Platz, die auch die Pro-Deutschen noch gut in Erinnerung haben dürften. Auch die Demonstration des „Liberation Weeks“-Bündnisses am 20. April gegen einen NS-Kriegsverbrecher in Weißensee, die am Hohenschönhausener Storchenhof startete, die „Bunter Wind“-Kampagne des Lichtenberger Bündnisses für Demokratie gegen die Lückstraße 58 und die Silvester-Demonstration, bei der 200 Menschen vor dem Frauenknast die Freilassung von politischen Häftlingen forderten, sollen erwähnt werden.
Unsere Partner_innen-Organisation VVN-BdA Lichtenberg war auch 2012 mit vielfältigen Aktivitäten, unter anderem einem antifaschistischen Stadtrundgang im Kaskelkiez, im Bezirk wahrnehmbar und unterstützte uns bei einigen unserer Projekte.
Unsere Halloween-Party im ZGK war wie immer grandios und sorgte für die notwendige Finanzierung unserer politischen Arbeit.
Und natürlich freut uns, dass im WB13 wieder regelmäßig Veranstaltungen, Filmabende und Konzerte stattfinden. Die Platte lebt.

Auf ein erfolgreiches, gemeinsames Jahr 2013.


Antifa Hohenschönhausen,
Januar 2013
 
History 2011 E-Mail
Jahresrückblick 2011 der Antifa Hohenschönhausen

Das Jahr 2011 begann mit einem guten und einem schlechten Ereignis.
Das Gute: Die Antifa Hohenschönhausen wurde als kooperatives Mitglied in die Berliner VVN-BdA aufgenommen. Zusammen vor allem mit der Lichtenberger VVN-BdA wollen wir in Zukunft enger zusammenarbeiten und gemeinsame Projekte planen.
Das Schlechte: Die NPD gab kurzfristig bekannt, in der Lichtenberger Max-Taut-Aula eine Vereinigungsfeier für die Fusion mit der DVU zu veranstalten. Am 15. Januar fanden sich dann tatsächlich 107 Neonazis in der Aula ein, um dort Reden von Udo Voigt, Sebastian Schmidtke und anderen zu folgen. Dem kurzfristig von uns und der Berliner VVN-BdA organisierten Protest vor der Aula schlossen sich mehr als 500 Menschen an. Die Polizei ging dabei mehrere Male unverhältnismäßig hart gegen Protestierer_innen vor.



Infoveranstaltungen in Lichtenberg
Im Rahmen des Lichtenberger Infocafés, das inzwischen den Namen „Manic Monday“ trägt und von uns in Zusammenarbeit mit dem UJZ Karlshorst, dem JFE Linse und den solids aus Friedrichshain organisiert wird, führten wir in diesem Jahr monatlich eine Veranstaltung durch, beginnend im Januar mit einer theoretischen Veranstaltung zum Begriff „Faschismus“. Die weiteren Veranstaltungen:

10. Januar - Faschismus - eine Begriffserklärung
07. Februar - Der Mythos Horst Wessel
21. März - Knastabend - Linke berichten von Hafterfahrungen
4. April - Zensus 2011 - Überwachung per Befragung
9. April - Workshoptag in Karlshorst – Beteiligung mit eigenem Panel zu Zwangsarbeit
2.Mai - Kneipenquiz zum 1. Mai
6. Juni - 2001 - Das Jahr der Gipfelstürmer – Genua und Göteborg
04. Juli - Einführung zur Person Eichmann und in die Prozesse
01. August - Mobiveranstaltung zu den Protesten gegen den AlQuds-Marsch
5. September - Rechtspopulismus in Berlin
17. Oktober - Filmabend 20. Jahre Wiedervereinigung: „Deckname Dennis“
7. November - Das Neonazi-Netzwerk "NW Berlin"
5. Dezember - Plakatgestaltung und Sexismus    

   
Zusammen mit den anderen Infocafé-Organisator_innen fanden in diesem Jahr mehr als 30 Veranstaltungen im Bezirk statt. Der Bezirk wurde so weiter mit alternativen Veranstaltungen belebt. Im Zusammenhang mit der „Zensus“-Veranstaltung verteilten wir im Bezirk mehrere tausend Flugblätter in Briefkästen.



Themenreihen „Liberation“ und „Eichmann“
Zusammen mit der NEA haben wir im April eine Veranstaltung mit dem Titel „Liberation“ geplant und durchgeführt. In diesem Rahmen fand eine Lesung, eine Zeitzeugenveranstaltung, eine Gedenkkundgebung, sowie ein Film- und Konzertabend statt. Wir erstellten in diesem Rahmen auch die Broschüre „Befreiung & Widerstand in Weißensee und Hohenschönhausen“, die in großer Auflage im Bezirk verteilt wurde.

14. April - Lesung: Frauen im Widerstand
22. April - Filmvorführung "Ich war 19"
22. April - Gedenken anlässlich der Befreiung Weißensees und Hohenschönhausens vom Nationalsozialismus
22. April - Liberation Jam – Die Befreiung zusammen feiern!
27. April - Zeitzeugenveranstaltung mit Edmund Huenigen – Deserteur, Kommunist und Partisan


Die jährliche Befreiungsparade am 8. Mai in Karlshorst wurde ebenfalls von uns unterstützt und in diesen Rahmen gestellt. Daran nahmen etwa 100 Menschen teil.

Im Juli, 60 Jahre nach dem Prozess gegen den NS-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann in Israel veranstaltete ALKALIJ und die Antifa Hohenschönhausen eine Reihe, die an den Prozess erinnerte. In diesem Rahmen fanden vier Veranstaltungen statt, unter anderem eine Führung durch die Eichmann-Ausstellung in der „Topografie des Terrors“. An den Veranstaltungen nahmen bis zu 40 Menschen teil.

4.Juli 2011 - Einführung zur Person Eichmann und in die Prozesse
12.Juli 2011 - Fritz Bauer - Tod auf Raten - Veranstaltung mit Regisseurin Ilona Ziok
23.Juli 2011 - Besuch der Sonderausstellung „Der Prozess - Adolf Eichmann vor Gericht“
28.Juli 2011 - Film: Ich habe Euch nicht vergessen - Simon Wiesenthals Leben und Vermächtnis




Seminarfahrt „Geschichte und Ideologie der SS“

Mitte Juni fuhren wir zusammen mit einigen ALKALIJ`s und insgesamt 24 politisch Interessierten aus weiteren Bezirken für vier Tage nach Paderborn, um von dort aus die Wewelsburg, das KZ Niederhagen, das Hermannsdenkmal und die Externsteine zu besichtigen. Eingebettet waren diese Ausflüge in ein Seminarprogramm zur Mythologie im NS, zu Täterbiografien und zu Möglichkeiten der Geschichtsaufarbeitung an NS-Kultstätten. Besonders interessant war der Umgang der Gedenkstättenleitung der Wewelsburg mit den zahlreichen Nazi-Gästen im Museum. Auch die Auseinandersetzung der Dorfbevölkerung mit dem geschichtlichen Erbe war spannend und ernüchternd zugleich. Die ehemaligen Häuser des KZs im Dorf wurden schon kurz nach dem Krieg zu normalen Wohnhäusern umgebaut. Ein Gedenken an die Opfer findet man nur mit viel Suchen.



„Nazis auf die Pelle rücken“

Nach den Brandanschlägen  auf linke und alternative Wohn- und Kulturprojekte in Berlin wurde die Antifa-Kampagne „Nazis auf die Pelle rücken“ ins Leben gerufen. In diesem Rahmen fanden mehrere Demonstrationen und Proteste gegen NPD-Veranstaltungen statt. So zog eine Demonstration am 11. September nach Lichtenberg. Darüber hinaus wurden Infoblätter über die Neonazi-Szene in den Bezirken Lichtenberg, Treptow-Köpenick, Neukölln und Pankow in großer Auflage erstellt und verteilt. Dafür veranstalteten wir mehrere Infostände im Bezirk – 3. August am Linden-Center, 11. August am Allee-Center und 29. August am S-Bhf Karlshorst. Weitere Verteilaktionen fanden am 10. und 24. August im Weitlingkiez statt.



Halloween-Party
Am 28. Oktober luden wir zur fast schon traditionellen Antifa-Halloween-Party dieses Mal in die Räume des Subversiv e.V., um dort zu Pop-Trash-Alltimez zu tanzen. Mit den Einnahmen wurden einige unserer diesjährigen Projekte (re)finanziert.

Jugendzeitung Abuje
Neben den Veranstaltungen, die wir zusammen mit anderen Strukturen in diesem Jahr gemacht haben und der Broschüre die wir zusammen mit der NEA herausgebracht haben, wurden wieder zwei Abujes veröffentlicht. Hier beteiligten wir uns an der Redaktionsarbeit. Die Zeitung wird seit längerer Zeit in Zusammenarbeit mit Jugendichen und jungen Erwachsenen aus Marzahn-Hellersdorf erstellt und in beiden Bezirken verteilt.

Februar 2011 – Abuje 34 (Athen-Special, Bundeswehr, Extremismus-Diskussion)
Juni 2011 – Abuje 35 (Atomkraft, Festival-Sommer, Eichmann)



Und die Neonazis?
Die Lichtenberger Neonazis waren in diesem Jahr mit zwei zentralen Projekten beschäftigt, der „Ausländer raus“-Kampagne und der Berlin-Wahl. Ansonsten beschränkten sich die Lichtenberger Neonazis auf Propaganda und interne Veranstaltungen, die in dem neu geschaffenen Stützpunkt in der Lückstraße stattfanden.

„Ausländer raus“-Kampagne
Obwohl die Kampagne ihren Ausgangspunkt in Lichtenberg hatte – den schweren Übergriff im Februar im S-Bhf Lichtenberg - fanden die meisten Aktionen in anderen Bezirken statt. Lediglich ein Spontanaufmarsch mit ca 30 Neonazis am Abend des 16. Februar durch die Weitlingstraße und eine NPD-Kundgebung mit 200 Personen zwei Tage später waren in Lichtenberg. Im Rahmen der Kampagne versuchten die Lichtenberger Neonazis mehrere Male, die Schaufenster von Bäckereien und Gemüsehandlungen mit migrantischen Besitzer_innen mit Tapete und rassistischen Parolen zu verunstalten. Drei solcher Aktionen wurden bekannt. Die Kampagne wurde im Juni mit einem intern mobilisierten Aufmarsch in Kreuzberg beendet, der kurz vorher öffentlich wurde und direkt am Startplatz von über 500 Menschen blockiert wurde. Dabei verletzten, auch die Lichtenberger Neonazis Sebastian Zehlecke und Christian Schmidt, mehrere Sitzblockierer_innen. Folge dessen war eine Hausdurchung bei eben diesen Neonazis am 6. Juli.



Berlin-Wahlen
Zu der diesjahrigen Berlin-Wahl traten neben der NPD auch die rechtspopulistischen Parteien „Pro Deutschland“ und „Die Freiheit“ an, so dass die Laternenpfähle gleich mit mehreren rassistischen Plakaten behangen waren. Die NPD, die auf klaren NS-Wahlkampf setzte, räumte in Lichtenberg ganze Straßenzüge anderer Parteiplakate ab, bevor sie ihre eigenen aufhing. Im Vorfeld der Wahl unterstützten wir die Aktion „Rechtsaussen bleibt draußen“ der Berliner VVN-BdA und verteilten, zusammen mit der VVN-BdA und der AINO in Hohenschönhausen mehrere tausend Flugblätter der Kampagne.
Die wenigen Wahlkampfstände im Bezirk wurden meist von den Lichtenberger Kameradschaftsnazis betreut. Das Ergebnis war für alle rechten Parteien ernüchternd. Während „Pro Deutschland“ in Hohenschönhausen Nord einen Achtungserfolg erzielte – 9,8% für den Direktkandidaten in Wahlkreis eins – verlor die NPD im Bezirk etwa ein Drittel ihrer Stimmen. So zogen letztendlich noch zwei anstatt der bisher drei NPD-Verordneten in die Lichtenberger BVV ein. Den im Streit zu „Pro Deutschland“ übergetretenen Torsten Meyer und sichtlich ausgebrannten Jörg Hähnel ersetzte neben Manuela Tönhardt deren enge Vertraute Cornelia Berger. Alarmierend an dieser Wahl waren trotz Verluste die hohen Stimmanteile für rechte Parteien in Nord-Hohenschönhausen. Im Wahlkreis 105 (Wartenberg) wählte jeder zehnte Wähler die NPD. Inzwischen wurde bekannt, dass die Lichtenberger NPD einen Tarnverein namens „Pro Lichtenberg e.V.“ gegründet hat, um unauffällig Lokalitäten anmieten zu können.



Nazistützpunkt Lückstraße 58

Im August veröffentlichten Antifaschist_innen, dass Lichtenberger Neonazis über den Tarnverein „Sozial engagiert in Berlin e.V.“ ein ehemaliges Gardinengeschäft in der Lückstraße 58 angemietet haben. Hinter der Anmietung steckten die bekannten Neonazis Sebastian Thom und David Gudra. Die Räumlichkeit nutzen sie für Treffen, Veranstaltungen, als Lagerraum und Ausgangspunkt von Propagandaaktionen und Übergriffen. Kurz nach Bekanntwerden des Stützpunkts wurden die Schreiben und die Fassade von Unbekannten beschädigt und bemalt. Am 11. September demonstrierten mehrere hundert Antifaschist_innen gegen das Geschäft. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Vermieter schon das Mietverhältnis aufgelöst. Die Neonazis zeigten sich davon allerdings unbeeindruckt und nutzten das Objekt weiter, um dort unter anderem die Wahl-Plakate der NPD zu lagern und Veranstaltungen mit den NPD-Kadern Mike Scheffler (22. Oktober) und Arne Schimmer (9. Dezember) zu machen. Es ist davon auszugehen, dass weitere Veranstaltungen dort stattfanden. Auch die diesjährige Silvio-Meier-Demonstration, an deren Vorbereitung wir uns beteiligten, hatte die Lückstraße 58 zum Ziel. So zogen am 19. November 4.000 Menschen an dem von der Polizei bewachten Naziobjekt vorbei. In diesem Zeitraum verteilten wir mehrere tausend Postkartenflyer gegen den Laden in Lichtenberg.



Naziversand „Reconquista“
Schon seit einiger Zeit war der Naziversand „Reconquista“ in einer ehemaligen LPG-Baracke in Wartenberg angesiedelt. Mit seinen T-Shirtmotiven vermittelte er eine krude Mischung aus klarer Naziideologie und Anleihen von neurechten Portalen wie „PI News“. Bereit am 27. Oktober gab es in den Räumen in Wartenberg eine Durchsuchung, weil der Versand Feuerzeuge vertrieb, die angeblich aus „recycleten Stolpersteinen“ hergestellt waren. Nach Bekanntwerden der Nazi-Mordserie des sogenannten "Nationalsozialistischen Untergrunds", bei der mindestens zehn Menschen starben, veröffentlichte der Versand ein T-Shirt-Motiv „Killer-Döner nach Thüringer Art“, mit dem die Naziopfer direkt verhöhnt wurden. In folge dessen machten wir mit Flugblättern und Plakaten auf den Nazi-Versand aufmerksam. Die Berliner VVN-BdA erstattete daraufhin Anzeige. Folge war eine weitere Durchsuchung des Versands, bei der die komplette Auflage der Shirts beschlagnahmt wurde. Nur kurze Zeit später wurde dem Versand die Internetseite abgestellt und die Markenrechte für das Label entzogen. Anfang Dezember wurde dann bekannt, dass der Verwalter des Grundstücks dem Versand zum Ende des Jahres die Räumlichkeit gekündigt hat. Bleibt zu hoffen, dass das das letzte Kapitel zu „Reconquista“ war.



Anschläge und Übergriffe
Während die Angriffe und Brandanschläge von Neonazis in anderen Bezirken berlinweite Aufmerksamkeit erregten, war nach Anschlägen in Lichtenberg wenig Echo zu vernehmen. Ziele waren in diesem Jahr vor allem das Interkulturelle Bildungszentrum und der Gedenkstein für den Arbeiterwiderstand im Weitlingkiez (regelmäßige Beschädigungen und Schmierereien), das UJZ in Karlshorst sowie das Parteibüro der Linken (Anschlag: 25. September) in Friedrichsfelde. Auch die Lichtenberger Stolpersteine, vor allem die im Weitlingkiez waren das Ziel von Beschädigungen.
Bereits jetzt sind etwa 10 Übergriffe aus diesem Jahr bekannt geworden. Betroffene waren dabei vor allem Migrant_innen und alternative Jugendliche, aber auch Angehörige der SPD und ein ehemaliger Angehöriger der Naziszene wurden von Rechten angegangen. An mehreren brutalen Angriffen und noch mehr Bedrohungen war der Lichtenberger Neonazi Christian Bentz beteiligt. Gerade im Umfeld der Lückstraße 58 sieht er seinen Aktionsraum. Ein weiterer Angreifer war der bekannte Hohenschönhausener Neonazi Marcel Borck. Dieser schlug am 15. Mai eine Person in der Tram zusammen und wurde in Folge dessen von der Berliner Polizei mit Foto gesucht. Trotz Hinweisen war die Polizei über Monate nicht in der Lage, den nur wenige hundert Meter von der Hohenschönhausener Polizeistation wohnhaften Neonazis zu fassen. Erst im Dezember wurde sein Foto von der Polizeiseite entfernt.


 
History 2004 -2009 E-Mail
History: 2009

Das Jahr 2009 ist noch nicht beendet aber die wichtigsten Aktionen - bis auf die Geburtstagsparty - sind schon gelaufen. Deshalb gibts hier auch einen Rückblick auf das noch laufende Jahr.

Der Januar startete gut. Der Hohenschönhausener Naziladen "Wearwolf" war zu Jahresbeginn leergeräumt. Der Laden, der seit 2005 existierte, wurde zum Jahreswechsel vom Vermieter gekündigt.



Die "Nacht der Politik" im Lichtenberger Rathaus wurde, wie schon im letzten Jahr von Neonazis belagert. Mehr als 40 Neonazis, unter ihnen Manuela und Dietmar Tönhardt, Jörg Hähnel, Torsten Meyer, Björn Wild, Phillip Bornemann, David Gudra, Alexander Basil, Andreas Thomä, Stefanie Piehl und Sebastian Zehlecke, sowie Sascha Kari hielten sich im Rathaus auf und bedrohten die BetreiberInnen eines Stands von "Licht-Blicke", der "Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus" und der "Koordinierungsstelle Lichtenberg-Mitte".

Als Ergebnis der ALKALIJ-Seminarfahrt in die KZ-Gedenkstätte Neuengamme erstellten TeilnehmerInnen der Fahrt eine Ausstellung. Sie setzte sich aus Fotos der Fahrt und Texten, die auf den Seminaren erarbeitet wurde zusammen. Unter dem Titel "AUSgegrenzt, WEGgesprerrt, TODgeweiht" wurde sie vom Februar bis zum Juni an mehreren Orten im Bezirk gezeigt.



Im März versuchte die NPD mit mehreren Ständen im Bezirk Aufmerksamkeit zu erregen. Sie hatte allerdings nicht mit der Antifa gerechnet. Bereits der erste Ort, der Vorplatz des Lindencenters, war von AntifaschistInnen besetzt. So zog die NPD weiter zum S-Bahnhof Friedrichsfelde Ost. Auch dort wurden sie von Protesten begleitet, so dass sie schon nach 45 Minuten wieder abbauten. Den dritten Stand in der Weitlingstraße führten sie nicht mehr durch.



Am 8. Mai bestätigten sich die Gerüchte um einen neuen Naziladen in Lichtenberg. Der "Erik & Sons"-Laden "Horrido" eröffnete an diesem Tag in der Straße Alt Friedrichsfelde ... ohne Scheibe. Auch in den folgenden Wochen und Monaten wurde es nicht besser für den Laden. Keine Scheibe, keine Gäste, dafür antifaschistische Proteste. Nach zahlreichen Beschädigungen, zwei Kundgebungen und einer Demonstration im August schloss der Laden seine Pforten. Die Vermieterfirma hatte das Horrido zum September gekündigt.

 


In diesem Zusammenhang wurde auch ein Faltblatt herausgebracht:

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Ende Juli, in der Sitzungspause, dachte der Berliner DVU-Chef und Lichtenberger Verordnete Torsten Meyer laut über einen Austritt aus der lokalen NPD-Fraktion nach. Damit hätte er der NPD erheblichen finanziellen und strukturellen Schaden zugefügt. Nach Gesprächen mit seinen Fraktionskollegen Jörg Hähnel und Manuela Tönhardt verblieb er jedoch in der Fraktion. Seitdem muss er sich von DVU-Mitgliedern als "Hähnel-Knecht" bezeichnen lassen. Unser eigens für ihn angefertigtes Banner heben wir uns für die nächste Gelegenheit auf:



Am 6. September veranstaltete die Glatzenkameradschaft "Frontbann 24" eine Kundgebung gegen einen "Hanfladen" im Lichtenberger Weitlingkiez. Die Kundgebung startete um 8:00 morgens. Trotz der unmenschlichen Zeit an einem Samstag fanden sich ca 70 AntifaschistInnen ein, um gegen die ca. 30 Neonazis, unter ihnen Gesine Hennrich, Ronny Schrader, Bodo Dreisch und Sebastian Schmidtke, zu protestieren. Die Kameradschaft wurde Anfang November verboten.



Am selben Tag fand das "Rock für Links" in der Parkaue statt. Mehrere hundert Menschen feierten mit den Bands "Ragga Gagga Gang", "Stakeout" und anderen Bands.



Für die Bundestagswahl legte sich der Lichtenberger NPD-Verband unter Manuela Tönhardt richtig ins Zeug. Von Hohenschönhausen aus wurden ganze Straßenzüge mit NPD-Plakaten behangen. Genauso schnell wie sie hangen, waren sie auch wieder mit Farbe unkenntlich gemacht. Das scheint die NPD irgendwann so geärgert zu haben, dass sie übermalte Plakate wenigstens mit dem NPD-Logo beklebten. So hingen in Hohenschönhausen NPD-Streetart-Plakate ohne Message.



Das Skatefest "Livin in Concrete 5" wurde in diesem Jahr nicht mehr von den Hohenschönhausener Skatern, sondern von einem Bündnis von Antifa- und SchülerInnengruppen organisiert. Im September fand es unter dem Motto "Mach dir ma 'ne Platte" statt und thematisierte die Bildungsproteste. Im Lindencenter wurde zudem eine Ausstellung über "Thor Steinar" gezeigt. Am Abend spielten dann verschiedene Lichtenberger Bands.



Am 7. November wollte die Nazimarke "Erik & Sons" in Berlin ein Konzert mit der Band "Kategorie C" veranstalten. Dafür mieteten sie sich die Trabrennbahn in Karlshorst an. Der Verwalter des Objekts kündigte den Mietvertrag kurzfristig und so wichen die Veranstalter nach Treptow aus. Doch auch das dortige Objekt wurde gekündigt und so standen 500 frustierte Neonazis mehrere Stunden an einer Tankstelle bevor sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren mussten.




Bis jetzt wurden in diesem Jahr zwei Abujes, die Nummern 29 und die Jubiläumsnummer 30, veröffentlicht. Diese beiden Nummer sind ein Novum. Sie sind die ersten beiden, die in Zusammenarbeit mit Marzahn-Hellersdorfer AntifaschistInnen herausgegeben wurde. Die Zeitungen wurden dementsprechend auch in höherer Auflage in beiden Bezirken verteilt.



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Und was passiert noch so?

Natürlich die Silvio Meier-Demo am 21. November. Die hat dieses Jahr antifaschistischen Selbstschutz, alternative Freiräume und Repression zum Thema. Hier gibts alle weiteren Infos: www.silviomeier.de.vu

Und dann folgt noch am 27. November unsere Party, aber das müsstet ihr eigentlich schon mitbekommen haben.


History: 2008

Im Februar 2008 war es endlich soweit. Die Nazikneipe "Kiste" schloss entgültig. Der Betreiber Ronny Schrader hatte seine Schanklizenz verloren, nachdem er einen benachbarten Döner-Verkäufer im betrunkenen Zustand bedroht und angegriffen hatte.



Im März wurde bekannt, dass der Chef des Lichtenberger Sportjugendklub den Lichtenberger Neonazis um Björn Wild eine Sporthalle zur Verfügung gestellt hatte. Diese hatten sie für Kampfsportübungen genutzt. Der Sportjugendklub war schon in der Vergangenheit durch eine unkritische Arbeit mit organisierten Neonazis aufgefallen.



Anfang April organisierte die Berliner NPD eine Kundgebung gegen den Besuch des damaligen SPD-Vorsitzenden Kurt Beck in der Lichtenberger Kiezspinne. Ganze 10 Neonazis, darunter Jörg Hähnel und Dietmar Tönhardt, wurden zuerst der Räume verwiesen und standen anschließend mit einem Transparent ohne Beachtung der AnwohnerInnen zu finden.

Die Kampagne "Zug der Erinnerung", die einige politische und finanzielle Anstrengung verlangte, um überhaupt gegen den Widerstand der Bahn durchgesetzt zu werden, hielt im April an drei Stationen in Berlin. In den Wagen des Museumszuges wurde das Schicksal jüdischer Kinder zur Zeit des Nationalsozialismus nachvollzogen. Auch auf dem S-Bahnhof Lichtenberg hielt der Zug für mehrere Tage. Am 15. April, zur Begrüßung des Zuges, fand vor dem Bahnhof eine antifaschistische Kundgebung statt. Eine Gruppe von Neonazis, bestehend aus Alexander Basil, Stephan Alex, Phillip Bornemann, Stefanie Piehl und David Gudra fotografierte und provozierte die Antifaschisten von der gegenüberliegenden Straßenseite. Während einer kleinen Auseinandersetzung machte Basil Bekanntschaft mit einem antifaschistischen Schirm.




Im April und Mai fand im Rahmen von ALKALIJ eine Veranstaltungsreihe zum Thema "Befreiung" statt. Neben Filmabenden, Rundgängen und Informationsveranstaltungen fand eine Seminarfahrt in die KZ-Gedenkstätte Neuengamme statt. 30 Lichtenberger Jugendliche nahmen daran teil. Die Ergebnisse der Fahrt wurde anschließend in Form einer Ausstellung aufbereitet.




Am 7. Juli fand das alljährliche "Rock für Links" in der Parkaue statt. Unter dem Motto "Denn sie wissen, was wir tun. Noch" wurde das Thema "Überwachung" thematisiert. Daneben traten "die Wallerts", "Marycones" und "Hans der Kleingärtner" auf.



Auch in Hohenschönhausen "regt" sich mal wieder was. Von Juli bis Oktober klebt eine Gruppe lokaler Neonazis regelmäßig Plakate des Dortmunder Naziversands "Resistore" in Wartenberg. Dass die Plakate , Aufkleber und Sprühereien meist nie länger halten, als die Nacht in der sie angebracht werden, scheint die Neonazis im Oktober schließlich zu der Einsicht zu bringen, dass das alles keinen Sinn hat. Seitdem haben die Aktivitäten in Wartenberg wieder stark nachgelassen.

Das Jugendbündnis ALKALIJ bringt in diesem Jahr eine Plakatreihe zum Thema Diskriminierung heraus. Die Plakate können immer noch bei uns angefordert werden:



Im Oktober fand im Jugendklub Linse unsere Halloween-Party statt. Mit Karaoke und DJs wurde bis spät in die Nacht gefeiert.



Der jährliche 9.November-Rundgang führte dieses Mal vom S-Bhf Lichtenberg durch den nordischen Kiez zur Möllendorffstraße. Dabei liefen wir an mehreren Stolpersteinen und früheren Wohnorten Lichtenberger JüdInnen vorbei. Im Bereich des Industriegebiets Siegfriedstraße existierten in den 20er und 30er Jahren mehrere jüdische Betriebe. Im Zusammenhang mit diesem Rundgang wurden zwei Broschüren, eine über jüdisches Leben in Gesamtlichtenberg und eine über Lichtenberg-Mitte, herausgegeben. Die Broschüren sind inzwischen weitestgehend vergriffen, können aber im Internet angesehen werden.




Die Silvio Meier Demo richtete sich im November 2008 gegen die Kneipe "Jägerheim", die zu dieser Zeit für Nazitreffen und -veranstaltungen genutzt wurde.



Der jährliche "Jugend braucht Perspektiven"-Naziaufmarsch im Dezember konnte 2008 aufgrund von Protesten nicht im Süden Berlins stattfinden. Der Neonazi Sebastian Schmidte meldete deshalb eine Route von Karlshorst nach Lichtenberg-Mitte an. Da die Polizei die gesamte Route in Karlshorst mit Hamburger Gitter sicherte wurde effektiver Protest erst ab der Sewanstraße möglich. Dort aber mit voller Wucht. Aufgrund mehrerer Blockaden konnte der Aufmarsch nicht durch die Weitlingstraße laufen und wurde abgekürzt richtung S-Bhf Friedrichsfelde Ost geführt.




Im Jahr 2008 wurde nur die Abuje 28 veröffentlicht. Die meiste Schreibzeit beanspruchten in diesem Jahr die Broschüren zum 9. November. Ausserdem veröffentlichte ein "Recherche Team Lichtenberg" ein Faltblatt zu den lokalen Neonazistrukturen:




History: 2007

Zu Beginn des Jahres verschenkte ALKALIJ antifaschistische Wandkalender. Im Rahmen von ALKALIJ wurden in diesem Jahr 18 Veranstaltungen organisiert, unter anderem ein antifaschistisches Picknick in Karlshorst, eine Veranstaltungsreihe zu Fußball und ein Nähworkshop ("nicht nur für Punks").



Ende Januar fanden, wie schon im Vorjahr Antifaschistische Aktionswochen statt. Dieses Mal unter dem Motto "Gegen deutsche Zustände". Im Rahmen dessen fand unter anderem ein Konzert in der Lichtenberger Linse statt.



Auf die diesjährige Liebknecht-Luxemburg-Demonstration wurde am S-Bhf Frankfurter Tor ein Sprengstoffanschlag ausgeführt. Die beiden Lichtenberger Täter stellten sich später der Polizei.

Im Februar nahm ein Vertreter der Antifa Hohenschönhausen an einer Podiumsdiskussion in den  Räumen der WBG Humboldt-Universität zu "Antifaschistischen Perspektiven in Hohenschönhausen" teil. Weitere RednerInnen waren Evrim Baba, Judith Demba und Hajo Funke. Dabei wurde unter anderem der Umgang mit der NPD in der BVV diskutiert.

Am 26. Februar führte die NPD eine Veranstaltung im Lichtenberger Rathaus durch. Ca. 40 Antifas nutzten die Gelegenheit, um gegen die NPD zu protestieren. Die Polizei verhinderte vor dem Rathaus eine Auseinandersetzung zwischen den Antifas und anwesenden Kameradschaftlern, vorne weg der Neonazi Phillip Bornemann.

Am letzten April-Wochenende fanden in Lichtenberg zwei schwere Naziübergriffe statt. Am Freitag wurde ein Jugendlicher am S-Bhf Storkower Straße von Neonazis attaktiert, in der Nacht zum Sonntag griffen die Neonazis David Jäckel, Andreas Thomä und weitere drei Jugendliche in der S-Bahn mit Tritten und CS-Gas an. Als Reaktion darauf zogen am 23. April 200 AntifaschistInnen mit einer spontanen Demonstration durch den Weitlingkiez.



Da in diesem Jahr niemand am Thema "G8 in Heiligendamm" vorbeikam, stand auch das "Rock für Links" im Mai in Lichtenberg unter dem Motto "S(tr)and im G8-Getriebe". Das Festival organisierten wir, wie schon in den Jahren zuvor zusammen mit anderen Lichtenberger Jugendorganisationen.



Gegen die drohende Räumung des Hausprojekts Köpi organisierten wir das Projekt "Ihr für uns, wir für euch - Antifa supports Köpi". Mehr als 50 Antifagruppen unterschrieben im folgenden den Unterstützeraufruf.




Zum 15. Jahrestag der Pogrome in Rostock-Lichtenhagen organisierten wir im September im Theater an der Parkaue zwei Podiumsveranstaltungen mit AktivistInnen, Reportern und Anwälten, die einen kritischen Blick auf die Ereignisse warfen. In diesem Rahmen wurde anhand des Films "The true lies in Rostock" die beklemmende Atmosphäre während und nach den Angriffen auf die Flüchtlingsunterkünfte in Rostock nachvollzogen. Beide Veranstaltungen fanden großen Zuspruch. Begleitend dazu wurde die Ausstellung "Von Menschen, Ansichten und Gesetzen. Rostock-Lichtenhagen" nach Lichtenberg geholt.



Nach zwei Jahren Pause fand im September das vierte Skatefest "Livin 'n Concrete" statt. Das Hauptthema war dieses Mal "Repression". Dazu sprachen AktivistInnen, RechtsanwältInnen und PolitikerInnen. Im Anschluss spielten die "Kaput Krauts" und "Schlagzeiln".



Am 28. Oktober trafen wir uns gemeinsam mit Mitgliedern des VVN-BdA Lichtenberg auf dem Friedhof der Sozialisten in Friedrichsfelde und reinigten den Friedhofsbereich, auf dem die Antifaschistischen Widerstandskämpfer begraben liegen.



Der diesjährige 9.November-Rundgang fand in Karlshorst statt und wurde in Zusammenarbeit mit der Autonomen Antifa Lichtenberg-Süd und der Stolperstein-Initiative Karlshorst organisiert.

Gegen eine Kundgebung der NPD am sog. Volkstrauertag (17. November) vor dem Museum Karlshorst protestierten mehr als 300 AntifaschistInnen mit einer Demonstration.



Die 2007er Silvio Meier Demo zog wieder durch den Weitlingkiez und hatte das Motto "Get up stand up - Linke Freiräume verteidigen".  Wir waren mit unserem Köpi support Transpi dabei.
Gegen die Silvio Meier Demo veranstaltete der Lichtenberger Neonazi Alexander Basil eine Kundgebung vor seiner Wohnung in der Margaretenstraße. Ganze 30 Neonazis fanden sich ein, wurden aus der Wohnung mit Tee und Musik versorgt und fingen aus lauter Langeweile an, Partyspiele zu spielen. Als ihnen das von der Polizeileitung untersagt wurde, löste sich die Kundgebung bald auf.



Am letzten November-Wochenende fand in der Puschkin-Oberschule eine Antifaschistische Jugendkonferenz statt. Drei Tage lang wurden kostenlos Workshops, Seminare und Infoveranstaltungen angeboten. Über 80 Jugendliche nahmen das Angebot wahr.





Im Dezember organisierten wir ein Antirassistisches Fußballturnier in Lichtenberg. 80 Jugendliche nahmen daran teil und spielten ein faires Turnier.




Im Jahr 2006 erschienen lediglich die Abujes 26 und 27.



Was sonst noch geschah (Kurzform):
- Die Antifaschistische Linke Karlshorst (ALK) löst sich auf
- Die Autonome Antifa Lichtenberg-Süd gründet sich
- Die ehemalige Kameradschaft Tor-Aktivistin Rieke H. stiegt aus der Naziszene aus
- Die Gäste der Nazikneipe "Kiste" bedrohen einen benachbarten Dönerladen-Besitzer, bis der seinen Imbiss schließen muss
- Das Internetprojekt "Nazis in den Parlamenten" nimmt die Arbeit auf
- Die Ausstellung "Motiv Rechts" wird erneut beschädigt
- Die von Neonazis gestohlene Gedenktafel für Georg Lehnig wird in der Wönnichstraße wieder eingeweiht
- Der Antifaschist Matti kommt aus der Untersuchungshaft frei und wird später freigesprochen


History: 2006

Das Veranstaltungsbündnis ALKALIJ lief auch 2006 weiter. Es fanden auch dieses Jahr ganze 39 interessante Veranstaltung statt, unter anderem eine Filmveranstaltung mit dem Radiomoderator Knut Elstermann, eine Führung auf dem Friedhof der Sozialisten, das jährliche "Rock für Links" und eine Diskussionsveranstaltung gegen Abschiebung.

Im Jahr 2006 wurde die Idee der Aktionswochen reaktiviert. Unter dem Motto "Das Problem hat einen Namen: Deutschland" fand sich im Januar ein Bündnis Berliner Antifagruppen zusammen. Wir richteten dabei zwei Veranstaltungen über Kapitalismuskritik und Antisemitismus aus.



Als Reaktion auf die vielfachen Naziangriffe auf die Ausstellung "Motiv Rechts" organisierten wir im April die Veranstaltungsreihe "Aktiv gegen rechts". Unterstützt wurden wir dabei von einem Großteil der zivilgesellschaftlichen Initiativen in Lichtenberg. Die Eröffnungsveranstaltung in der Anna-Seghers-Bibliothek wurde kurz von Lars Wünsche und zwei weiteren Neonazis gestört. Die schnelle Art, wie wir die Neonazis nach draußen beförderten überraschte selbst den anwesenden Politisten. Für die Woche stellten wir ganze vier "Motiv Rechts"-Ausstellungen "light" her, so dass sie an mehreren Orten gleichzeitig gezeigt werden konnte.



Zusammen mit Hellersdorfer Gruppen organisierten wir das Gedenken an das Sinti und Roma die Kampagne "Kein Vergessen". Am 22. April organisierten wir deswegen eine Kundgebung an der Gedenktafel für das "Arbeitserziehungslader Wuhlheide". Die Neonazis Alexander Basil und David Gudra aus Friedrichsfelde hatten dort zusammen mit Lars Wünsche ihren ersten Auftritt, mussten aber schnell den Rückzug antreten.
In der Folgezeit wurden mehrere Informationsveranstaltungen zu dem Thema und eine weitere Kundgebung vor dem ehemaligen Sinti und Roma Zwangslager-Lager in Hellersdorf durchgeführt.



Nach dem Übergriff auf den Linkspartei-Abgeordneten Sayan in der Weitlingstraße organisierten wir am 26. Mai eine Demonstration gegen rechte Gewalt durch den Kiez. Mehrere hundert Menschen nahmen trotz kurzfristiger Mobilisierungszeit an der Demo teil.

Von Juli bis September organisierten wir in Zusammenarbeit mit der ALB und der JAB die Kampagne "Hol dir den Kiez zurück". Ziel der Kampagne war das Zurückdrängen der rechten Dominanz im Weitlingkiez, die Schließung der Nazikneipen "Kiste" und "Piccolo" und die Verhinderung des Einzugs der NPD in die Lichtenberger BVV. Zu diesem Zweck wurden etliche Veranstaltungen und Aktionen organisiert. Als Höhepunkt der Kampagne fand auf dem Münsterlandplatz das Festival "Beatz against fascism" mit "Pyranja", "ZSK", "Brainless Wankers", "Rolando Random and the joung soul rebels" und "Irie Revoltes" statt. Mehr als 4000 Menschen feierten mit uns im Weitlingkiez und trotzden den Neonazis, die sich an verschiedenen Stellen sammelten und unter anderem von Lars Wünsches und Alexander Basils WG aus versuchten Festival-Besucher anzugreifen. Im Nachgang an die Kampagne machte die Kiste das erste Mal zu, eröffnete später jedoch wieder und schloss Anfang 2008 entgültig.




Der NPD-Einzug in die Lichtenberger BVV konnten wir nicht verhindern aber die erste Sitzung am 26. Oktober wurde begleitet von Protesten vor und in der BVV. Die ersten Redebeiträge der NPD-Verordneten Jörg Hähnel, Manuela Tönhardt und Torsten Meyer wurden durch Buh-Rufe und Pfiffe immer wieder gestört. Die Polizei führte daraufhin einen Teil der Protestierer aus dem Versammlungssaal.



Anknüpfend an die 9. November-Gedenkkundgebung vom letzten Jahr wurde in diesem Jahr ein Rundgang in Hohenschönhausen organisiert. Dabei wurde unter anderem dem Regisseur Erwin Leiser und dem Arzt Victor Aronstein gedacht.



Die Silvio Meier Demo 2006 schloss inhaltlich an die beendete "Hol dir den Kiez zurück"-Kampagne an. Unter dem Motto "Wir sind gekommen um zu bleiben" zog am 25. November die Demo nach Lichtenberg und forderte eine alternative Kultur im Weitlingkiez. Im Vorfeld der Demo zogen Neonazis durch den selben Kiez. Zwei Tage nach der Silvio-Meier-Demo wurde der Anmelder am S-Bhf Lichtenberg von Neonazis angegriffen und verletzt.



Am 12. Dezember wurde der Antifaschist Matti verhaftet, weil ihn die Neonazis Stefanie Piehl und Sebastian Zehlecke beschuldigten, sie am S-Bhf Lichtenberg angegriffen zu haben. Gestützt lediglich auf diese beiden Aussagen, die später vor Gericht relativiert wurden, wurde Matti 101 Tage in Untersuchungshaft gehalten. Im anschließenden Gerichtsverfahren, wurde er freigesprochen.



Weil wir im Jahr 2006 an den Infoheften für "Hol dir den Kiez zurück", "Kein Vergessen" und den Aktionswochen mitarbeiteten, gab es nur drei Abuje-Ausgaben (23 bis 25).




History: 2005

Das Jahr 2005 begann in Lichtenberg mit der Gründung eines neuen Bündnisses. Es trug den unaussprechlichen Namen "Alternative Kultur für eine antifaschistische Lichtenberger Jugend" kurz ALKALIJ. An der Gründung waren einige Antifagruppen und Partei-Jugendverbände beteiligt. Ziel war einerseits, nicht immer nur auf Naziaktivitäten zu reagieren, sondern eigene alternative Akzente zu setzen. Zum anderen sollten die Veranstaltungen der verschiedenen Akteure abgestimmt und zusammen beworben werden.
Im Jahr 2005 fanden im Rahmen von ALKALIJ 24 Veranstaltungen statt, darunter eine Podiumsveranstaltung zum 60. Jahrestag der Auschwitzbefreiung, einen Rungdang im Museum Karlshorst, eine antifaschistische Winterolympiade und mehrere Konzerte.


 
Am 30. Januar veranstalteten wir zusammen mit der Antifa Friedrichshain und der Antifa Köpenick eine Demo durch Lichtenberg. Sie war als Berliner Warm Up Demo für die Antifaschistischen Aktionen zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens gedacht. Der Querfrontnazi Peter Töpfer versuchte am Startpunkt der Demo auf die Teilnehmer einzureden, wurde aber weggeschickt.



Im März wurde die Lichtenberger "Kameradschaft Tor" zusammen mit ihrer "Mädelgruppe" und der "BASO" verboten. Die Berliner Neonaziszene war daraufhin einige Zeit paralysiert, dann machten Teile der KS Tor zusammen mit ihrem Umfeld unter wechselnden Namen weiter. Daraus entstand letztendlich die Sammelbezeichung "Nationaler Widerstand Berlin".

Im Mai fanden gleich mehrere Aktionen unserer Gruppe statt. Zum einen organisierten wir den Protest gegen eine Ausstellung, die in der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen gezeigt wurde. Unter dem Titel "Mut und Zivilcourage in Deutschland 1933 - 1989" wurden die Unterschiede zwischen dem NS und der DDR beiseite gefegt und einer totalitaristischen Geschichtsumschreibung vorschub geleistet. Unsere Kundgebung trug den Titel "Alles total relativ? - Gegen Geschichtsrelativierung und Totalitarismusdoktrin".



Ausserdem veranstalteten wir zusammen mit anderen Berliner Gruppen eine Veranstaltungsreihe rund um den 8. Mai. So fand eine Kundgebung vor der Neuen Wache statt. Am 8. Mai wollte die NPD in Berlin aufmarschieren, was jedoch mehrere tausend GegendemonstrantInnen mit Blockaden verhinderten. Die Neonazis, die sich auf dem Alexanderplatz die Füße in den Bauch standen mussten, ohne einen Schritt getan zu haben, wieder nach hause fahren.



Im Juli wurde, passend zu der schon Anfang des Jahre wiedereröffneten Ausstellung, die zweite "Motiv Rechts"-Broschüre veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Ausstellung schon mehrfach Aktionen von Neonazis nach sich gezogen. Im April hatten Neonazis mehrere Tafeln aus dem Rathaus Lichtenberg gestohlen, im Juni brachen Neonazis nachts in die KULTSchule ein, und zerstörten mehrere Tafeln. Als die Ausstellung im Juli in der Anna-Seghers-Bibliothek gezeigt wurde, erschienen fünf Vermummte, die vier Tafeln zerschlugen und den Raum während der Öffnungszeiten mit Parolen besprühten. Die Ausstellung wurde jedes Mal repariert und wieder aufgehangen.
Als Zeichen der Unterstützung wurde in den vom Bezirk herausgegebenen Rathausnachrichten eine vierseitige "Motiv Rechts"-Beilage veröffentlicht und an mehrere tausend Haushalte im Bezirk verschickt.



Im August startete das von uns mitgegründete "Antisexismusbündnis Berlin" eine Veranstaltungsreihe. Im selben Zeitraum wurde die erste Broschüre des Bündnisses herausgegeben "ASISM1". Es sind bisher zwei weitere erschienen.



Am 20. August organisierten die Berliner Neonazis einen Hess-Ersatzmarsch in Berlin. Der Marsch, der am Alexanderplatz startete und über den S-Bhf Landsberger Allee, die Möllendorffstraße zum S-Bhf Lichtenberg führte, war von 500 Neonazis besucht, darunter ein Großteil der Mitglieder der verbotenen Kameradschaft Tor.

Am 3. September führten die Berliner Kameradschaftsstrukturen einen Aufmarsch zum sog. Antikriegstag durch. Sie liefen vom S-Bhf Landsberger Allee nach Hellersdorf. Ein Berliner Antifabündnis konnte den Aufmarsch zwar nicht verhindern, sorgte aber dafür dass die Neonazis nicht ungestört marschieren konnten.



Am 9. November veranstalteten wir in Hohenschönhausen eine Kundgebung in Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht. In der Sandinostraße 51 - im Keller der dortigen Bäckerei hatte das Ehepaar Hildebrand einem dutzend JüdInnen versteckt - wurde eine provisorische Gedenktafel angebracht. Im Jahr 2009 griffen SchülerInnen der Ardenne-Oberschule die Idee auf. Sie sammeln derzeit Geld für eine richtige Platte.



Die Silvio Meier Demo im November 2005 fand zum zweiten Mal unter dem Motto "Keine Homezone für Faschisten" statt. Sie richtete sich gegen die Lichtenberger NPD-Zentrale in einem Plattenbau in Nord-Lichtenberg und gegen Nazi-WGs im Weitlingkiez. Weil sich 20 Neonazis vor der Nazikneipe "Kiste" versammelten, leiteten die Polizisten die Antifa-Demo um. Am Endpunkt der Demo gab es mehrere Polizeiübergriffe und verletzte DemonstrationsteilnehmerInnen. Bereits am 10. November griffen ca 15 Neonazis einen Silvio-Meier-Infostand mit Flaschen, Ketten und Schlagstöcken an. Der Angriff konnte abgewehrt werden.



2005 wurden die Abuje-Ausgaben 21 und 22 veröffentlicht. Die Abuje kam in diesem Jahr zu einer weiteren Ehre. Der Berliner Verfassungsschutz veröffentlichte eine Publikation mit dem Titel "Schülerzeitungen als Rekrutierungsstrategie des Extremismus". Es wurden darin die Treptower Zeitung "U.R.S.L.", die Reinickendorfer "AGIT" und die Abuje benannt. Warum? Das Wort "Schweinesystem" - das sich auf der 17. Ausgabe befand - soll irgendwer von irgendeiner bewaffneten Organisation auch mal benutzt haben. Wir bedanken uns für die Aufmerksamkeit.




History: 2004

Die letzte A3-Aktionswoche dieser Art im Januar und Februar 2004 wurde schon nicht mehr vom Antifabündnis A3 sondern von einer neuen Jugendgruppenvernetzung unter dem Motto gegen "Geschichtsrevisionismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus" durchgeführt. Als alte A3-Bündnis hatte sich zu dieser Zeit schon aufgelöst.



Anfang April fand das vorerst letzte Konzert für das AJZ Lichtenberg im La Casa Hellersdorf statt. Die Kampagne dauerte dort schon über ein Jahr und wurde durch die Aktion 100x10 ergänzt, bei der wir 100 UnterstützerInnen finden wollten, die je 10€ monatlich zahlen sollten, um das Projekt zu finanzieren. Ein passendes Objekt war zu dieser Zeit nicht in Sicht.



Am 24. April organisierte die NPD einen Infostand vor dem Lindencenter. Lang Rede kurzer Sinn. Nach kurzer Zeit lag das gute Infomaterial am Boden, der Plastetisch war kaputt und die sechs anwesenden NPDler konnten wieder einpacken. Mit dabei waren der damalige Berliner NPD-Vorsitzende Claus Schade, der Hauswart der NPD-Zentrale Andrew Hanisch, der junge Lars Wünsche bei seiner ersten politischen Aktion und Enrico S (Foto: hinten links). Und allen bekannt durch seinen letzten unglücklichen Saufabend in der Nazikneipe "Zum Henker".



Am gleichen Tag fand das zweite "Livin 'n Concrete" auf dem Platz hinter dem Lindencenter statt. Auch wir waren wieder mit einem Stand dabei. Das dritte "Livin 'n Concrete" folgte bereits 2. Oktober. Am späten Abend waren mehrere Aktivisten der Kameradschaft Tor im Umfeld des Fests unterwegs und verschwanden dann im "Germanenhof".

Am 1.Mai 2004 wurde von Freien Kameradschaften in Kooperation ein Aufmarsch von Lichtenberg nach Friedrichshain angemeldet. Mehr als 2000 Neonazis versammelten sich am S-Bhf Lichtenberg, und mussten dort aufgrund von Blockaden erstmal warten. Nachdem die Polizei die Sitzblockaden an der Lichtenberger Brücke bis hin zur Möllendorfstraße weggeprügelt hatte und dabei auf massiven Widerstand stieß, musste sie dort kapitulieren und die Nazis wieder zurück zum Bahnhof schicken. Über Friedrichshain hingen dicke Rauchschwaden. Bei diesem Aufmarsch organisierte die Kameradschaft Tor einen der ersten "nationalen schwarzen Blöcke".




Der Festivalsommer in Berlin wurde von uns für eine Aktion unter dem Motto "Time to change - back in black" genutzt. Dabei informierten wir Palituchträge über die Geschichte und Bedeutung des Tuchs. Im Tausch gegen ihr Tuch erhielten sie von uns ein schickes schwarzes Tuch und zwei Buttons. Während des Sommers tauschten wir auf diese Weise ganze 50 Tücher um. Die Aktion fand auch Niederschlag in einem Artikel in der "Zeit".

Zusammen mit der Antifa Weissensee organisierten wir im Juli ein Fußballturnier "Left Kick" in der Buschallee. Mehr als ein dutzend antifaschistische Teams spielten einen Tag lang gegeneinander Fußball.



Die Silvio Meier Demo im November 2004 hatte den tollen Titel "Keine Homezone für Faschisten". Das Motto wurde inzwischen bestimmt ein halbes Dutzend mal quer durch Deutschland für andere Mobilisierungen verwendet. Die Demo konnte zum ersten Mal nicht wie geplant stattfinden, da die Polizei uns verbot, in den Weitlingkiez zu ziehen. Die Lichtenberger Kameradschaftsszene hatte auf der Route einen eigenen Aufmarsch angemeldet (3. Foto). So musste die Demo mit mehr als 1500 AntifaschistInnen schon vor der Lichtenberger Brücke beendet werden (1. & 2. Foto).



Im Jahr 2004 gründete sich auch eine neue Kameradschaft in Wartenberg namens "Autonome Kameradschaft Weisser Sturm". Von Sturm war allerdings nichts zu merken. Nach ein paar Aufkleberrunden verschwand die Kameradschaft wieder im nichts.

Am 5. Dezember 2004 fand im Köpikeller eine Drum 'n Bass-Soliparty zur Finanzierung der nächsten Abujes statt. Diese war so gut besucht, dass die nächsten Ausgaben gesichert waren.



2004 wurden die Ausgaben 18,19 und 20der Abuje veröffentlicht. Nach einem Interview mit einem Schüler der Fritz Reuther Oberschule erteilte die Schulleitung ein Verteilverbot für die Abuje. Das blieb allerdings folgenlos und die Schulinterview-Serie wurde fortgesetzt.

 
weiter …
 
History 1998 - 2003 E-Mail
History: 2003

Anfang des Jahres wurde passend zur Ausstellung "Motiv Rechts" eine Broschüre herausgegeben, die die gesammelten Rechercheergebnisse zusammenfasste. Die Broschüre wurde kostenlos und flächendeckend im Bezirk verteilt. Ausstellung war zu diesem Zeitpunkt schon an 10 verschiedenen Punkten im Bezirk zu sehen gewesen. Als sie im Bezirksamt Hohenschönhausen ausgestellt war, versuchten Neonazis die Ausstellung zu stehlen. Dem Eingreifen der Empfangsdame des Amtes ist es zu verdanken, dass der Diebstahl nicht funktionierte.
(Draufklicken zum PDF-Ansehen)


Die A3-Aktionswochen im Januar und Februar des Jahres 2003 fanden unter dem Motto "Gegen Nationalismus, Militarisierung und Antisemitismus" statt. Die politische Spannbreite innerhalb des Bündnisses, die bald darauf zu einer inneren Spannung werden sollte, waren schon an den unterschiedlichen Veranstaltungen ersichtlich. Neben einer Demo durch Weissensee, die unter anderem den Jugendklub "HOF 23" anvisierte, in dem noch die letzten Jahre die Aktionswochenkonzerte stattfanden, war der Höhepunkt der Aktionswochen ein Konzert in der ehemaligen Zigrarettenfabrik in Pankow. Dort trat eine gewisse Band namens "Wir sind Helden" auf.



Am 20. März organisierte Oliver Schweigerts "Nationaler Widerstand Berlin-Brandenburg" einen Aufmarsch gegen den beginnenden Irak-Krieg. Die etwa 100 Neonazis liefen vom S-Bhf Lichtenberg zur Brücke Frankfurter Allee und wieder zurück. Das Jahr 2003 stand für uns im Zeichen der Mobilisierung für ein AJZ in Lichtenberg. Die Konzerte fanden fast im Monatsrhythmus statt.
Am 5. April mit "No Respect","Knattertones" und "Bandylegs", am 31. Mai mit "Hammerhai", "5Bugs" und den Hohenschönhausenern "Green means go", am 7. Juni mit "APC", "My TShorts" und "Taboo", am 6. September mit "Hausvabot", "Roter Mohn" und "Wilde 13", am 2. Oktober mit den Hohenschönhausenern "Get a grip", "Respawned" und "HDKS", am 22. November mit "Gib8", "DeRuths", Marycones" und "Delikat" und am 20. Dezember mit "Green means go", "Eat less bread" und "Knattertones". Dazu fand am 13. Juni eine Drum 'n' Bass-Party, am 5. September eine Ska-Party statt und am 10. Juni waren wir die Gäste beim legendären SO36.Kiezbingo. Mit der Beschaffung eines Hauses ging es auch 2003 nicht wirklich vorwärts. Zwar gab es vom Bezirk Lichtenberg einen Beschluss, uns bei der Objektsuche zu unterstützen, aber ein passendes Haus wurde nicht gefunden.



Zeitgleich zum AJZ-Solikonzert am 2. Oktober im WB13 fand die Eröffnungsfeier der Kneipe "Germanenhof" am Lindencenter statt. An der Eröffnung der Kneipe, die dem Hells Angel André Sommer zugerechnet wird, nahmen auch Mitglieder der Nazirockergruppe "Vandalen" teil.

Am 24. Oktober fand das erste Skatefestival "Livin 'n Concrete" auf dem Hinterhof des Lindencenters statt. Es wurde von der "Unabhängigen Anlaufstelle für BürgerInnen in HSH" und einer Gruppe von SkaterInnen organisiert. Wir halfen bei der Durchführung und hatten einen Stand auf dem Fest. Am Rande des Fests versammelte sich eine Gruppe von Neonazis, unter ihnen Dennis Breß und Michael Römmert, die allerdings des Platzes verwiesen wurden. Eine Woche später kam es zu einem schweren Naziübergriff auf einen jugendlichen Punk. Die fünf Neonazis Dennis Breß, Marcel Borck, Christoph Jacobson, Michael Römmert und Daniel Schwandt pöbelten in Falkenberg den Punk zuerst an und holten dann Schlagwaffen aus einer nahegelegenen Wohnung. Anschließend schlugen und traten die fünf auf den wehrlosen Punk ein. Im folgenden Verfahren wurden die Neonazis teilweise zu Haftstrafen verurteilt. Die Silvio Meier Demo im November 2003 fand unter dem Motto "Keine Kneipen für Nazis" statt. Ziel der Demo war unter anderem das von André Sommer betriebene "Berliner Fußballcafé" an der Parkaue. Wir waren mit unserem AJZ Lichtenberg-Transparent dabei.



2003 war das erste Jahr, in dem die eigengesetzte Vorgabe (vier Ausgaben pro Jahr) plangerecht eingehalten wurde. Die Ausgaben 14 bis 17 erschienen.



Nur so nebenbei:
Im Jahr 2003 übernahm die Lichtenberger Jugendstadträtin Christina Emmrich den Posten der Bezirksbürgermeisterin, den sie seitdem innehat.


History: 2002

Auch 2002 gab es als Erstes wieder einen Kalender, dieses mal einen Monatsabreißkalender. (durch Draufklicken kann er als PDF angesehen werden)



Die von uns mitgeplanten A3-Aktionswochen im Januar und Februar hatten 2002 das Motto "Gegen Nazis, Rassismus und soziale Kontrolle". In diesem Rahmen organisierten wir in Hohenschönhausen einen antirassistischen Einkauf. Zum Abschluss fand eine Demonstration zum Alexanderplatz statt, die sich gegen die Firma Sodexho richtete. Diese war mit dafür verantwortlich, dass MigrantInnen in Berlin kein Bargeld, sondern Chipkarten für ihre täglichen Einkäufe bekamen.



Schon im Vorfeld der Aktionswochen wurde von uns die Ausstellung "Motiv Rechts - Eine Dokumentation über die Rechte in Lichtenberg-Hohenschönhausen" erstellt. Sie präsentierte auf etwa einem dutzend Tafeln einen aktuellen Überblick über die verschiedensten neonazistischen Gruppierungen im Bezirk. Ende Januar wurde sie im Jugendklub Linse eröffnet und im folgenden in mehreren Bibliotheken, Jugendklubs und im Rathaus Lichtenberg gezeigt.



Zusätzlich dazu veranstalteten im April mehrere antifaschistische Gruppen eine Demonstration durch Lichtenberg. Ziel war unter anderem die Wohnung des Nazikaders Oliver Schweigert, der damals noch eine zentrale Rolle in der Berliner Naziszene spielte. Als Begleitprogramm zur Demo wurden mehrere Veranstaltungen und Aktionen im Bezirk organisiert.



Die NPD, beflügelt von ihrem Aufmarsch im letzten Jahr, meldete auch 2002 wieder einen 1.Mai-Aufmarsch in Berlin an. Die Polizei, überzeugt von ihrem gelungenen Konzept des jetzten Jahres, verlegte den für Mitte und Friedrichshain geplanten Aufmarsch wieder nach Hohenschönhausen. Auch dieses Jahr konnte die NPD ohne größere Störungen ihre Route durch den Bezirksteil Falkenberg laufen. Es kamen jedoch mehrere hundert Menschen nach Hohenschönhausen und es kam zu einzelnen kleineren Blockadeversuchen.



(Bilder: Umbruch Bildarchiv)

Von Ende Mai bis Juli organisierten wir eine Infocafetour unter dem Motto "Klingt komisch ist aber so". In den Jugendklubs Linse, Arche und WB13 gab es Veranstaltungen, dazu ein Sommerfest im Flüchtlingsheim Gehrenseestraße. Das Infocafé Pankow, das zu dieser Zeit regelmäßig und erfolgreich stattfand, war Vorbild für diese Reihe, das Lichtenberger Veranstaltungsbündnis ALKALIJ, das 2005 ins Leben gerufen wurde, die Verstetigung dieser Idee. Im Sommer organisierte die Antifa Rote Dornen eine "Antifaschistische Picknick-Tour" durch Berliner Randbezirke. Am 2. Juli machte diese Station in im Oberseepark in Hohenschönhausen. Mit Musik, Redebeiträgen und gutem Wetter genossen mehrere dutzend Antifaschist_innen den Tag im Park.



Zum 10. Todestag Silvio Meiers wurde mit der Demo am 23. November wieder verstärkt das Augenmerk auf Lichtenberger Neonazistrukturen gelegt. So lief die Demonstration an der Autowerkstatt und NPD-Zentrale des damaligen Lichtenberger NPD-Vorsitzenden Albrecht Reither und an der WG von Björn Wild und Daniel Meinel vorbei.



In der zweiten Jahreshälfte nahm die Idee, im Bezirk Lichtenberg ein eigenes autonomes Jugendzentrum zu gründen, Form an. Es wurden alle Leute zusammengetrommelt, die Lust darauf hätten, es wurden Pläne geschmiedet, Häuser besichtigt und ein Finanzplan aufgestellt. Um genügend Geld zusammenzukriegen, wurde beschlossen, in den nächsten Monaten regelmäßige Konzerte zu organisieren. Das erste dieser Art fand im Dezember in der Köpi mit den Bands "Zaunpfahl" und "Ginseng Bonbons" statt. Weitere folgten im nächsten Jahr.



Abuje: Im Jahr 2002 waren wir richtig schreibfreudig und so wurden ganze fünf Abujes veröffentlicht- Nummer 9 bis 13:




History: 2001


Anfang des Jahres 2001 beschenkte die Antifa Hohenschönhausen ihr Umfeld mit einem peppigen Taschenklappkalender. Dafür wurde extra eine Fotosession vor dem Lindencenter einberaumt: Das Jahr begann politisch wie schon das vorangegangene, mit einer [A3]-Aktionswoche unter dem Motto "Gegen Nazis, Rassismus und soziale Ausgrenzung" im Januar und Februar. Die Aktionswoche erreichte damals einen Umfang, dass ein extra Terminplakat gedruckt werden musste. Die abschließende Demonstration richtete sich neben der REP-Zentrale auch gegen den Nazikader Oliver Schweigert, der allerdings zu dieser Zeit schon aus Prenzlauer Berg nach Lichtenberg gezogen war.



Im Anschluss an die Demonstration am 3. Februar fuhren 100 AntifaschistInnen nach Hohenschönhausen und führten am Hansa-Center eine Spontandemonstration durch. Die Demo war die Reaktion auf einen Naziübergriff, bei dem in der Nacht zum 27. Januar ein Schwarzer vor dem Center zusammengeschlagen wurde. Die Demo zog auch vor dem Naziladen "Kategorie C" vorbei. Die Themen der Berliner Antifa-Szene waren in diesem Jahr Naziläden - so unter anderem der "Odin" in Hellersdorf - und der bundesweite Naziaufmarsch gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" in Mitte.

Eine weitere lokale Entwicklung ließ auch uns nicht unberührt. Die Bezirke Hohenschönhausen und Lichtenberg wurden im Rahmen der Berliner Bezirksfusion zusammengelegt. Wir weiteten im folgenden unsere Aktivitäten auch auf Lichtenberg aus. Erste Probe dafür dafür war der Naziaufmarsch, der für den ersten Mai in Lichtenberg geplant war. Nachdem breite Proteste zu erwarten waren, wurde der Aufmarsch nach Hohenschönhausen, noch hinter die S-Bahntrasse verlegt. Dort fand dann nur spärlicher Protest statt, was auch daran lag, dass die Polizei alle angemeldeten Gegenkundgebungen in der Nähe des Aufmarschs verbot. Die Kameradschaft Tor lief dabei zum ersten Mal mit einem eigenen Transparent "Gegen die Diktatur eurer Demokratie" mit.



Für den 12. Mai 2001 organisierte die Kameradschaft Germania einen Aufmarsch in Lichtenberg. Dieser hatte das Motto "Gegen Faschismus und Intoleranz", weshalb sich die Anzahl der Teilnehmer in Grenzen hielt.



Antirassistisches Aktionswochenende

Der Höhepunkt unserer Arbeit im Bezirk war ein Antirassistisches Wochenende Anfang Juli, das von uns in Zusammenarbeit mit zahlreichen bezirklichen Initiativen organisiert wurde. In dessen Rahmen fand am 6. Juli ein Hoffest im damaligen Flüchtlingsheim Gehrenseestraße statt.
Das Programm mit Infoveranstaltungen, Musik, Grillen und Kinderbetreuung wurde von den Hausbewohnern durchweg positiv aufgenommen. Am 7. Juli wurde die Lichtenberger Parkaue mit einem Festival belebt. Den Abschluss bildete eine Demonstration vom Hohenschönhausener Storchenhof zum Lindencenter. Insgesamt 200-300 Menschen fanden damals den Weg zu Demo. Das Antifabündnis A3 startete im August eine weitere Kampagne unter dem Motto "Nazishops stoppen", die sich gegen die beiden Läden "Harakiri" (Prenzlauer Berg) und "Andycap" (Pankow) richtete. Bei einer Kundgebung vor dem "Harakiri" mischte sich der damalige Anti-Antifa Dirk Müller aus dem Umfeld der Kameradschaft Tor unter die Kundgebungsteilnehmer. Er wurde allerdings erkannt und musste sich mit einem Sprint in Sicherheit bringen. Die Kampagne verschaffte uns dieses wunderschöne Motiv eines kotzenden Urmensch-Dinosauriers vor einem Naziladen:



Im Oktober wurde eine Demonstration und ein Solikonzert in der alten "Linse", damals noch in Friedrichsfelde, organisiert. Sie richtete sich gegen den Tattooshop "Utgard" und den Jugendklub "Prozentehouse". Dort hatte die JN Lichtenberg am 17. März 2001 einen Liederabend zu Ehren des SS-Manns Kurt Eggers veranstaltet, die in einer Auseinandersetzung zwischen Nazigästen und Antifas endete.



Die Silvio Meier Demo 2001 thematisierte die zunehmende Überwachung und Repression. Die Demo am 24. November startete, anders als die Jahre zuvor am Ostbahnhof.



Abuje: Im Jahr 2001 wurden die Abujes 6, 7 und 8 veröffentlicht.




History: 2000


Das Jahr 2000 war gekennzeichnet von mehreren großen Berliner Mobilisierungen. Am ersten Mai wollten Neonazis im Nachbarbezirk Hellersdorf aufmarschieren, am Abend fand die traditionelle 1.Mai-Demonstration mit unserer Beteiligung statt und im Herbst startete die erste große Kampagne gegen die NPD-Zentrale in Köpenick und den Abschiebeknast in Grünau.



Die Antifa Hohenschönhausen nutzte das Jahr 2000 weiterhin zum Gruppenaufbau. Dabei wurde auf einen verstärkten Output gesetzt und gleichzeitig in Bündnissen der Kontakt in die Berliner Antifaszene gesucht. Wir starteten ins neue Jahr mit der [A3]-Aktionswoche gegen die REP-Villa in Pankow. Im Mai wurde in Berlin-Buch der Obdachlose Dieter Eich von Neonazis ermordet. Damit dieses Verbrechen an die Öffentlichkeit gelangte, organisierte das [A3]-Bündnis eine Demonstration am 13. September. Im November planten wir mit die Silvio Meier Demo 2000, die sich schwerpunktmäßig mit Rassismus beschäftigte.



Antifa-Arbeit im Bezirk

Die Arbeit im Bezirk beschränkte sich zu dieser Zeit auf Recherche und das Veröffentlichen von Publikationen. So wurde in der zweiten Jahreshälfte das Rechercheheft "National befreite Zone?" veröffentlicht. Das 12-seitige Heft gab einen groben Überblick über die Neonazistrukturen im Bezirk und war somit der erste Vorläufer der "Motiv Rechts". Außerdem wurden im Jahr 2000 die Ausgaben 3 bis 5 der Abuje veröffentlicht und verteilt.



Und die Neonazis?
Im Jahr 2000 wurde im Friedrichshain die "Kameradschaft Tor" gegründet. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte sie allerdings erst im Jahr 2001 in Hohenschönhausen. Die "Kameradschaft Germania" war damals noch die treibende Kraft in der Berliner Kameradschaftsszene und
auch in Hohenschönhausen aktiv. Schon im vergangenen Jahr war Lutz Giesen verhaftet worden, als er vom Lindencenter am Prerower Platz Flugblätter für Rudolf Hess warf. Die Hohenschönhausener Neonazicliquen fielen eher durch Saufgelage auf. Einzige politische Aktionen waren Klebeaktionen mit Slogans wie: "Wir haben es satt, auf unseren Sportplätzen als 'deutsche Kartoffeln' beschimpft zu werden. Er reicht!"


History: 1999

Das Jahr 1999 war in mehrerlei Hinsicht Startpunkt linker Aktivitäten im Bezirk.

Die "Abuje"
Zum einen entschlossen sich SchülerInnen mehrerer Hohenschönhausener Schulen ein alternatives Zeitungsprojekt zu gründen. Das erfolgte zum einen, weil viele schon vorhandene SchülerInnenzeitungen sich weigerten, Texte mit explizit linken Themen abzudrucken. Zum anderen sollte eine Zeitung entstehen, die einen hohenschönhausenweiten Anspruch haben und so SchülerInnen linke Ansätze vermitteln sollte. Das Ergebnis dessen, die erste "Abuje" erschien im Sommer 1999. Die zweite folgte Ende des Jahres. Die beiden 28 und 32-seitigen Hefte wurden schwarzweiß gedruckt und anschließend an mehreren Schulen im Bezirk verteilt.


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Die Antifa Hohenschönhausen

Im Herbst gründete sich zum anderen die "Antifa Hohenschönhausen" in den Plattenbauschluchten des Bezirks. Die Gründungszeit war, wie bei den meisten politischen Gruppen chaotisch, da bei den meisten Aktionismus und Planlosigkeit überwiegten. Die Aufbruchstimmung wurde damals genutzt, um eine erste lokale Kampagne zu starten und die Zusammenarbeit mit Berliner Gruppen zu suchen. Das Ziel antifaschistischer Intervention im Bezirk war auch gleich ausgemacht:

Der am 30. Oktober 1999 eröffnete Naziladen "Kategorie C" am Prerower Platz. Gegen diesen fand am 18. Dezember 1999 eine, von der Antifa Hohenschönhausen organisierte, Kundgebung statt. Ca. 50 Menschen versammelten sich vor dem Geschäft und forderten dessen Schließung. (siehe Artikel im Anhang)

Bereits im November war Thomas Kay als Verordnerter der Republikaner in die Hohenschönhausener BVV eingezogen. Vor der ersten BVV spannten AntifaschistInnen gegenüber der Versammlungssaal ein Großtransparent. Im Umfeld wurde mit Plakaten und Flyern auf Kay aufmerksam gemacht. Neben der Teilnahme am Bündnis für die alljährliche Silvio Meier Demonstration - die bezeichnenderweise zum ersten Mal nicht ins benachbarte Lichtenberg, sondern nach Prenzlauer Berg ging - war vor allem die Teilnahme an den Protesten gegen die REP-Zentrale in Pankow von Bedeutung. In Folge einer Demonstration, die von der Polizei aufgelöst wurde, und der anschließenden Repression, schlossen wir uns dem Antifabündnis AIII an. In diesem war ein Großteil der Nord-Ost-Berliner Antifagruppen vernetzt.



Der Artikel aus der Recherchebroschüre „Motiv Rechts 2″:
Naziladen: Kategorie C Der Laden Kategorie C am Prerower Platz in Hohenschönhausen existiert bereits seit Ende Oktober 1999 und ist nach der Bezeichnung der Polizei für gewaltbereite Fußballfans benannt ("Kategorie C" steht für gewaltsuchende Fans). Die ersten 5 Monate wurde der Laden von Christian Müller betrieben. Anlass für sein Ausscheiden liegt daran, dass er wegen illegalen Waffenund Drogenbesitzes von der Polizei verhaftet worden ist. So stellte diese bei einer Hausdurchsuchung neben Granaten und scharfer Munition auch 8,5 Kilogramm Kokain sicher. Der 31-jährige war als Student gemeldet und ist bundesweit als Hooligan-Führer bekannt gewesen. Nach Müllers Festnahme übernahm Andre Sommer das Steuer des Ladens. Konnte man noch zu Müllers Zeiten offen neonazistische Kleidungsstücke (u.a. "Spreegeschwader" und "White Power"-T-Shirts) erwerben, verschwanden diese nun von der Ladentheke. Es werden nun hauptsächlich Hooligan-Utensilien und Klamotten, welche eher dem rechten Lifestyle zugeordnet werden, verkauft. Betrachtet man die laufende Gewerbeanmeldung des Kategorie C so wird dieser von einer Müller Kozmaz GbR betrieben. Die Kozmaz-Brüder, näher Ahmet Kozmaz und Ömer Horst Kozmaz betrieben zusammen mit Hannes LaRoche bis 2002 den Berliner Naziladen Helloween. An einer weiteren GbR namens Druckcrew-Berlin war neben Kozmaz auch Spreegeschwader-Frontmann Alexander Gast beteiligt, der selber auch im Helloween arbeitete. Auch eine Internetseite von der Band Spreegeschwader ist auf Kozmaz angemeldet. Dies zeigt, inwieweit sich ein Laden eher unpolitisch darstellt und dennoch durch die Fäden von aktiven Neonazis betrieben wird. Unter der Adresse des Kategorie C firmiert auch eine Berlin Dynamo Sportmarketing GmbH, Geschäftsführer hier: Sommers Hells Angels Kompangion Rayk Bernt. Diese GmbH stellt ebenfalls den Betreiber für dem im Kategorie C ansässigen Tattoo-Laden dar. Seit Bestehen des Ladens ist seitens linker Strukturen mehrmals auf diesen Missstand hingewiesen worden. Neben einer spontanen Kundgebung, und mehreren Flugblatt-Aktionen besuchten des öfteren autonome Antifas den Laden. Zuletzt am 26. April 2004.

History: 1998


Anti-Nazi-Aktivitäten in Hohenschönhausen gibt es natürlich nicht erst, seitdem sich 1999 die Antifa Hohenschönhausen gegründet hat. als Reaktion auf einen NPD-Aufmarsch am 20. Juni 1998 - die Neonazis, unter ihnen Holger Apfel und Andreas Storr, liefen eine Runde um das Lindencenter - bildete sich ein Bündnis mehrerer SchülerInnen-Vertretungen und organisierte eine Kundgebung am Lindencenter. Dort fanden sich mehr als 100 Menschen ein, hielten Redebeiträge. Im Anschluss spielten Schülerbands. Am selben Ort findet seit 2004 das Skate- und Graffiti-Jam "Livin 'n Concrete" statt, um der Präsenz von Neonazis etwas entgegenzusetzen.

Der dazugehörige Artikel aus der Recherchebroschüre "Motiv Rechts 1":
20. Juni 1998 in Hohenschönhausen Neben einer Demonstration von Gewerkschaften und Parteien für einen Politikwechsel und gegen Rassismus am 20. Juni 1998 hatte die rechtsextreme NPD einen Aufmarsch in Berlin unter dem Motto "Soziale Gerechtigkeit braucht nationale Solidarität" angekündigt. Der ursprüngliche Auftakt der Neonazi-Demo sollte am Brandenburger Tor sein, wobei aber der entgültige Aufmarschort aufgrund von möglichen Störungen erst 48 Stunden vorher bekanntgegeben werden sollte. Wegen dieser Ankündigung kam es zu zahlreichen Protesten. So wurde am Brandenburger Tor eine "Lesung gegen Rechts" abgehalten. Zeitgleich versuchten Antifaschisten, den Neonazi-Aufmarsch offensiv zu verhindern und blockierten einen Schleusungspunkt vor dem Spanauer Rathaus. Durch diese Besetzungen waren Polizei und NPD gezwungen, ihr Konzept zu ändern und versammelten sich schließlich mit 300 meist jugendlichen NPD-Sympatisanten am Prerower Platz in Neu-Hohenschönhausen. Da sich die meisten Gegendemonstranten entweder am Brandenburger Tor oder in Spandau aufhielten, kam es am Prerower Platz zu keinem nennenswerten Protest gegen die NPD. Unter Schlachtrufen wie "Arbeit zuerst für Deutsche" und "Hier marschiert der nationale Widerstand" liefen die NPD-Anhänger etwa 45 Minuten um das Lindencenter. Nachdem mehrere Funktionäre der NPD, u.a. Holger Apfel und Andreas Storr, ihre Reden gehalten hatten, wurden die Kameraden mit vier Bussen, welche durch die BVG bereitgestellt worden sind, an die Stadtgrenze gebracht. Wochen nach dem Aufmarsch kam es im Bezirk zu heftigen Diskussionen um die Verlegung des Aufmarsches nach Hohenschönhausen. So sprach sich die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gegen die Entscheidung der Polizei aus. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus verschiedensten Schulen schlossen sich zu einem Bündnis zusammen und organisiserten eine Kundgebung mit dem Motto "Schüler setzen Zeichen gegen Rechts!" am Prerower Platz, mit der nochmals auf den Aufmarsch aufmerksam gemacht werden sollte. Zudem entstand das "Bündnis gegen Rechts" aus verschiedenen Organisationen, Gruppen und Parteien, um Rechtsextremismus im Bezirk zu thematisieren. In diesem Bündnis wurde der Vorschlag geäußert, eine Studie über rechtsextreme Tendenzen im Bezirk Hohenschönhausen erstellen zu lassen. Dies wurde der BVV vorgetragen, welche schließlich das Zentrum Demokratische Kultur geauftragte, eine Studie über solche Tendenzen auszuarbeiten.
 
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7. Januar 2013 - UJZ Karlshorst - Jahresrückblick-Infoveranstaltung (UJZ Karlshorst)
28. Januar 2013 - JFE Linse - Psychisch-Kranken-Gesetz und die Zwangseinweisung (solid' Berlin)
14. Januar 2013 - JFE Linse - Lesung "Neue Nazis"
18. Februar 2013 - JFE Linse - Nazis in Schöneweide
4. März 2013 - JFE Linse - "Sächsische Verhältnisse
25. März 2013 - UJZ Karlshorst - Feministischer Filmabend (UJZ Karlshorst)
22. April 2013 - Verfolgte deutsche Antifaschist_innen in der Sowjetunion unter Stalin

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25. Juni 2012 - JFE Linse - Abschiebehaft auf dem Flughafen BBI
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10. Januar 2011 - JFE Linse - Faschismus - eine Begriffserklärung
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21. März 2011 - UJZ Karlshorst - Knastabend - Linke berichten von Hafterfahrungen
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28. März 2011 - JFE Linse - Deutsch-deutsche Teilung und Wiedervereinigung ([‘solid] Friedrichshain)
4. April 2011 - JFE Linse - Zensus 2011 - Überwachung per Befragung
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25. April 2011 - JFE Linse - Geschlechter-Dekonstruktion: Männlich! Weiblich! ([‘solid] Friedrichshain)
2. Mai 2011 - JFE Linse - Kneipenquiz zum 1. Mai
6. Juni 2011 - JFE Linse - 2001 - Das Jahr der Gipfelstürmer – Genua und Göteborg
20. Juni 2011 - UJZ Karlshorst - Filmabend "Warum Israel" (UJZ Karlshorst)
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18. Juli 2011 - UJZ Karlshorst - Antifaschistische Filmpremiere - 08.Mai-Parade (UJZ Karlshorst)
25. Juli 2011 - JFE Linse - Migration und EU-Grenzregime ([‘solid] Friedrichshain)
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01. August 2011 - JFE Linse - Mobiveranstaltung zu den Protesten gegen den AlQuds-Marsch
08. August 2011 - JFE Linse - Mobiveranstaltung zu "Jugend verschwindet" (Linse)
15. August 2011 - UJZ Karlshorst - Gipfelstürmer - Teil II (UJZ Karlshorst)
22. August 2011 - JFE Linse - Wahlwerbespots ([‘solid] Friedrichshain)
5. September 2011 - JFE Linse - Rechtspopulismus in Berlin
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26. September 2011 - JFE Linse - Zeitzeugengespräch mit Kurt Gutmann ([‘solid] Friedrichshain)
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7. November 2011 - JFE Linse - Das Neonazi-Netzwerk "NW Berlin"
21. November 2011 - UJZ Karlshorst - 110. Geburtstag von Marlene Dietrich mit Film (UJZ Karlshorst)
28. November 2011 - JFE Linse - "Krise" - Eine Begriffserklärung ([‘solid] Friedrichshain)
5. Dezember 2011 - JFE Linse - Plakatgestaltung und Sexismus 
19. Dezember 2011 - UJZ Karlshorst - Nationalismus und Neofaschismus in Russland (UJZ Karlshorst)

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29. November 2010 - UJZ Karlshorst - Was ist Definitionsmacht? (UJZ Karlshorst)

8. November 2010 -  Die Reichspogromnacht in Lichtenberg
25. Oktober 2010 - UJZ Karlshorst - „atomstaat abschaffen“ (UJZ Karlshorst)
11. Oktober 2010 - JFE Linse - Nazistrukturen in Lichtenberg
27. September 2010 - UJZ Karlshorst - Einführung in Nationalismus (UJZ Karlshorst)

(alle hervorgehobenen Veranstaltungen wurden von der Antifa Hohenschönhausen organisiert)