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Lichtenberg 2006
Lichtenberg 2006 E-Mail
20.12.2006 :: Abuje 25 erschienen - jetzt auch digital
Bereits anfang November erschien die 25. Ausgabe der Lichtenberger Jugendzeitschrift "Abuje". Neben aktuellen Artikeln über die Lichtenberger Neonaziszene, die Vorstellung einer neuen Antifa-Gruppe im Bezirk und einer kleinen Auswertung der Kampagne "Hol dir den Kiez zurück" gab es ein Spezial zum Thema "Jugendkultur".
In Artikeln über HipHop, Skaten, Punkrock und Hardcore wurden Aspekte unterschiedlicher Jugendkulturen angesprochen. Mit dem Artikel "Swing Kids" wurde eine antifaschistische Jugendkultur der 30er Jahre vorgestellt.
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25.11.2006 :: Erfolgreiche Silvio Meier Demonstration
Circa 1.200 Menschen besuchten dieses Jahr die Silvio Meier Demonstration. Die Demonstration, die am U-Bhf Samariter Straße startete führte über den Nöldnerplatz wo die menschenunwürdigen Verhältnisse im der Ausländerbehörde thematisiert wurden. Anschließend führte die Demonstration in die Lichtenberger Weitlingstraße, wo gegen die lokalen Nazistrukturen - die Nazikneipe "Kiste", das Klubhaus der "Kameradschaft Spreewacht" und andere Nazitreffpunkte protestiert wurde. Die Demo endete ohne größere Zwischenfälle am S-Bhf. Lichtenberg. Ein gleichzeitig stattfindender Naziaufmarsch - angemeldet von Sebastian Schm. - fand mit gerademal 55 Neonazis keine größere Beachtung im Kiez.

23.11.2006
:: Eklat in Lichtenberger BVV
Auch während der zweiten BVV taten die NPD-Abgeordneten Jörg Hähnel und Manuela Tönhardt das, was sie am besten können: schweigen. Torsten Meier (DVU) hielt es nicht einmal für nötig, zu der Sitzung zu erscheinen. Ersatz für Meier stellten wohl die drei Neonazis - unter ihnen wie immer Manuela Tönhardts Mann. Erst als die Linkspartei einen Antrag einbrachte, der das Zeigen der Ausstellung "11.000 Kinder" auf den Lichtenberger Fernbahnhöfen forderte, meldete sich Jörg Hähnel zu Wort. Er verhönte das Gedenken an die 11.000 jüdischen Kinder, die durch die Deportation den Tod fanden, indem er ein gleichberechtigtes Gedenken für die "deutschen Opfer" forderte. Diese Geschichtsrelativierung wurde anschließend von RednerInnen anderer Parteien scharf zurückgewiesen.

18.11.
2006 :: Jörg Hähnel in Übergriff verwickelt?
Im Anschluss an den Neonaziaufmarsch im Brandenburgischen Seelow wurde auf dem Bahnhof Bernau eine Gruppe alternativer Jugendlicher von mehreren Nazis mit Fahnenstangen, Schlägen und Tritten traktiert. Die Nazis griffen aus einer Gruppe heraus an, die sich auf dem Bahnhof befand. Augenzeugen identifizierten in dieser Gruppe den Lichtenberger NPD-Abgeordneten Jörg Hähnel.
Es wäre nicht der erste gewalttätige Angriff, in den Jörg Hähnel verwickelt worden wäre.
Im Jahr 2003 griff er, nachdem er zusammen mit Neonazis der Kameradschaft Tor erfolglos versucht hatte eine Bürgerveranstaltung zu sprengen, hintereinander zwei alternative Jugendklubs in Pankow mit Steinen und Flaschen an. Darüber hinaus wurde ein Jugendlicher von dieser Gruppe durch Pankows Straßen gejagt. Im Wahlkampf 2005 versuchte er, zwei Antifaschisten mit einer Eisenstange zu schlagen.
Zeit, den sich in der BVV als bieder verkaufenden Hähnel als das zu entlarfen, was er ist: Ein gewaltbereiter Rechtsextremer ohne Berührungsängste gegenüber Neonazisschlägern.

10.11.
2006 :: Kiezspaziergang in Hohenschönhausen
30 Menschen nahmen am 10. November an einem Rundgang zu Stätten jüdischen Lebens in Alt-Hohenschönhausen teil. Vor ehemaligen Wohnungen von Jüdinnen und Juden wurden Vorträge über deren Leben und ihr Schicksal während der Judenverfolgung gehalten. Im speziellen wurde auf das Schicksal von Erwin Leiser und Victor Aronstein eingegangen, die wohl bekanntesten Juden Hohenschönhausens. Spontan ergriff eine 76-jährige Frau das Wort und erzählte, wie sie - 8-jährig - den 10. November 1948 erlebte.
Der Rundgang endete am Gedenkstein der ehemaligen Hohenschönhausener Synagoge. Im Anschluss nahm ein Großteil der Anwesenden an einem Videoabend im Jugendklub "Die Arche" teil.

26.10.2006 :: Protest gegen NPD bei erster BVV-Sitzung
Zur konstituierenden ersten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gab es eine Vielzahl von Protesten gegen die Nazis von DVU/NPD.
Am 17.9.06 zog die NPD mit drei Abgeordneten (darunter zwei DVU'ler) in die BVV ein. Jetzt gab es ersten Protest. Darunter Plakate mit Namen deutscher Konzentrations- und Vernichtungslager aus dem Faschismus sowie deren Opferzahlen. Für den Vorsteher der BVV – einen SPD-Mann – war jedoch selbst dies zur 'radikal', so dass er die AntifaschistInnen durch Polizei räumen ließ. Einzig ein Abgeordneter der WASG beteiligten sich.
Wir fragen was den SPD-Mann und seine Kollegen mehr stört: Nazis im Parlament, oder antifaschistisches Gedenken an NS-Opfer als Protest gegen Neonazis von NPD und DVU?!?!
[Bericht & Fotos auf Indymedia]

16.10.
2006 :: Rechtsextreme Kneipe "Kiste" musste schliessen
Die rechtsexteme Kneipe "Kiste" im Lichtenberger Weilingkiez ist seit Anfang dieses Monats geschlossen. Der Besitzerin der Kneipe, Andrea Bode, wurde die Konzession entzogen. Das ist das Ergebnis der Kampagne "Hol dir den Kiez zurück", die rechtsextreme Treffpunkte in Lichtenberg ins öffentliche Interesse rückte.
Im näheren Umfeld der „Kiste“ kam es regelmäßig zu fremdenfeindlichen Übergriffen. So waren die migrantischen Betreiber mehrerer anliegender Geschäfte wiederholt Angriffen von Neonazis aus der Kiste ausgesetzt. Der Wirt der Kiste, Detlef Mirek, äußerte sich offen rechtsextremistisch und stand mehrfach vor Gericht. Er wurde im März 2006 wegen des Angriffes auf einen Kurden rechtskräftig zu einer Haftstrafe von 6 Monaten verurteilt. Zu den Stammgästen zählten auch die gewalttätigen Aktivisten der inzwischen verbotenen Kameradschaft Tor. Seit der Schließung der Kiste gingen Bedrohungen und Angriffe in der Umgebung merklich zurück. Den gewaltbereiten Neonazis wurde ein Anlaufpunkt genommen.
Die Schliessung ist klar auf die antifaschistische Kampagne „Hol dir den Kiez zurück“ zurückzuführen. Diese wurde durch die Antifa Hohenschönhausen, die Antifaschistische Linke Berlin und die Jugendantifa Berlin veranstaltet. Die Kampagne hatte mit diversen Veranstaltungen, Demonstrationen und Konzerten, die Stärkung alternativer Jugendkultur und die Zurückdrängung neonazistischer Hegemonie im Bezirk zum Ziel. Ein Hauptziel war dabei die Schliessung von Kneipen, die von Neonazis als Treffpunkte genutzt werden. Die mediale Öffentlichkeit, die durch die Kampagne erzielt wurde, veranlassen auch den Bezirk, sich klar gegen die Kneipe zu positionieren. Das das Gesundheits- und Gewerbeamt, das daraufhin die Kneipe besuchte, fand erhebliche Mängel, die zum Entzug der Konzession führten.Die Schliessung der Kneipe wird von den InitiatorInnen der Kampagne als Erfolg gewertet. Der Pressesprecher der Antifa Hohenschönhausen Nico Roth meint hierzu: „Mit dem Ende der Neonazi-Kneipe "Kiste" ist ein weiterer wichtiger Schritt getan, den Neonazis ihre Treffpunkte und Rückzugsräume im Weitlingkiez zu nehmen. Wir sind damit unserem Ziel, in dem Kiez ein solidarisches Zusammenleben aller Menschen möglich zu machen ein Stück näher gekommen.“


09.09.
2006 :: Erfolgreicher Rundgang auf dem Friedhof der Sozialisten
Mehr als 30 Menschen nahmen am Samstag an einem Rundgang auf dem Friedhof der Sozialisten teil. Prof. Dr. Jürgen Hofmann, der den Rundgang moderierte, gab dabei einen Überblick über die wechselhafte Geschichte des Friedhofs und die illustren Menschen, die dort begraben liegen.
In der Nacht vor dem Rundgang schmierten Unbekannte auf Plakate der Kampagne "Hol dir den Kiez zurück!", die in der Gegend plakatiert waren großflächig Hakenkreuze. Am Tag selber gab es keine Störversuche der Neonazis.

01.09.2006 :: Der Wirt der "Kiste" versucht Antifa-Veranstaltung zu stören
Am 1.September fand in der Lichtenberger Kult-Schule eine Veranstaltung zu dem Begriff "NoGoArea" statt. Das Podium, auf dem VertreterInnen des Antifaschistischen Pressearchiv, der Internationalen Liga für Menschenrechte, des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus und eine Vertreterin der Antifa saßen, diskutierte aus unterschiedlichen Blickwinkeln, ob der Begriff eine Berechtigung in der Praxis hätte, oder ob andere differenziertere Begriffe wie "Angstzone" die Situation besser beschreiben würden.
Verschiedene Aspekte, wie gefühlte und reale Bedrohungen für MigrantInnen und Erlebnisse von alternativen Jugendlichen aus beschriebenen Gegenden standen dabei im Mittelpunkt. Im Anschluss standen die ReferentInnen dem Publikum für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung.
Kurz nach Beginn der Veranstaltung versuchte sich der Wirt der Nazikneipe "Kiste" Detlef Mirek mit zwei Kumpanen Zutritt zu der Veranstaltung zu verschaffen. Er wurde an der Tür abgewiesen. Während er an der Tür versuchte, seine wirren Gedanken in Worte zu fassen, und schließlich das Weite suchte, warteten außer Sichtweite ca. acht jüngere vermummte Neoazis. Als Mirek das Gelände verließ, entfernten auch sie sich.
Sie verbrachten den Rest des Abends in der "Kiste". Die Veranstaltung wurde ohne weitere Störungen zu Ende gebracht.

21.08.
2006 :: Abuje Nr. 24 erschienen
Seit dem 21. August wird die neue "Abuje - alternative Zeitung für Lichtenberg" an Schulen, in Jugendklubs und Bibliotheken verteilt und ausgelegt. Das Spezial-Thema in dieser Ausgabe ist die Kampagne "Hol dir den Kiez zurück" im Lichtenberger Weitlingkiez.
Darüber hinaus gibt es Artikel über die Shoa-Gedenkstätte Yad Vashem, den Konflikt um die Moschee in Pankow und um den 50. Geburtstag des Jugendbündnisses ALKALIJ.
Die Abuje wird es bald an dieser Stelle zum download geben.

18.08.
2006 :: Erfolreicher Skatejam im Weitlingkiez
Mehr als 60 Jugendliche nahmen am 18.August am Skatejam nahe des Nöldnerplatzes teil. Der Skateplatz war geschmückt mit Transparenten und Plakaten, es gab Kuchen - schließlich war es die 50. Veranstaltung von ALKALIJ - Broschüren und Jugendinfos zum mitnehmen. Bei Musik wurde geskatet, gequatscht und Informationen eingeholt. Die Möglichkeit, den Referaten der Antifa (Nazistrukturen im Kiez) und von ReachOut (Verhalten bei Übergriffen) zuzuhören wurde von mehr als 20 Menschen genutzt. Anschließend standen die RefentInnen für persönliche Gespräche zu den Themen zur Verfügung.
Der Skatejam endete nach drei Stunden um 19 Uhr.

Neonazi-Driveby-Shooting
Bereits im Vorfeld des Skatejams hatten Neonazis im Kiez Flugblätter verteilt. Verantwortlicher war wieder Sebastian Schmidtke, der die Gelegenheit nutzte, um für den von ihm angemeldeten Neonaziaufmarsch zu werben. Darüber hinaus stellte er die unsinnige Behauptung auf, dass die TeilnehmerInnen des Skatejams im Anschluss vorhätten, "volkstreue" Deutsche durch die Straßen zu jagen.
Während der Veranstaltung fuhr der Lichtenberger Neonazi Sebastian Zehlecke mit dem NPD-Wahlkampf-Auto am Veranstaltungsort vor, so dass seine Freundin Stefanie Piehl und ein weiterer Neonazi Fotos von den TeilnehmerInnen machen konnten. Als sich einige der anwedenden AnfaschistInnen in Richtung des Autos bewegten, gab er Gas und war nicht mehr gesehen.

15.08.2006 :: Rechtsextremer Gewalttäter verhaftet
Der Neonazi Christian Bentz wurde Freitag letzter Woche inhaftiert. Die Polizei gab als Begründung die Beteiligung an Auseinandersetzungen mit der linken Szene und noch anstehende Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Verstoßes gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigung und versuchten gefährlichen Körperverletzung an. Christian Bentz war Mitglied der verbotenen "Kameradschaft Tor" und deren Nachfolgeorganisation "Freie Kräfte Berlin". Er war zusammen mit Nicole Stenzel (ebenfalls "KS Tor" und "Freie Kräfte Berlin") als Anti-Antifa-Fotograf bei Neonazi-Aufmärschen unterwegs und fiel besonders durch eine Vielzahl gewalttätiger Angriffe auf.
Am Montag nach der Verhaftung fanden sich um 5:00 nachts circa 12 Neonazis, angeführt von Sebastian Schmidtke, am LKA-Gebäude mit einem Transparent "gegen Gesinnungsjustiz" ein. Dank der frühen Stunde fanden sie keinerlei Beachtung.

Hier eine unvollständige Chronik seiner Aktionen:

-B. greift mit weiteren Neonazis und Hooligans den Stand der Biermarke "Roter-Oktober", wobei etliche Menschen durch geworfene Bierbänke, Tische, Steine und Flaschen verletzt werden.(05.07.2005)
-Zwei Plakatierer werden von vier Neonazis (u.a. Christian Bentz und Sebastian Glaser) am Bhf. Frankfurter Allee gejagt. Einige Zeit später werden sie wiederum von Glaser und Bentz in der Jessnerstr. mit Pfefferspray und einem Eisenrohr angegriffen und können sich erfolgreich wehren. (01.09.2005)
-Nach einem Aufmarsch der "Freien Kräfte Berlin" zieht ein Grüppchen Neonazis zum S-Bhf Lichtenberg. Dort greifen sie, vorneweg Bentz, mehrere Polizisten an, Bentz wird festgenommen (03.09.2005)
-Bentz wird in Hohenschönhausen beim Plakatieren gewaltverherrlichender Plakate festgenommen. Auf einer mitgeführten Kamera sind Fotos von gestohlenen Gedenkplatten antifaschistischer Widerstandskämpfer. Die Polizei hat kein Interesse an der Aufklärung dieses Delikts.
-Während des antifaschistischen Konzerts "Le monde est a nous" in Schönweide sammeln sich mehrere Dutzend Neonazis in der nahegelegenen Kneipe "Spreehexe" und versuchen mehrmals Linke anzugreifen. Bei einem versuchten Angriff auf Linke in der S-Bahn attackiert Christian Bentz einen Polizisten und schlägt auf ihn ein. Er wird festgenommen. (22.04.2006)
-Mehrere Gruppen Neonazis versuchen, eine antifaschistische Veranstaltung in der Anna-Seghers-Bibliothek auszuspähen. Mit dabei der verurteilte Schläger Christian Bentz Sie werden von AntifaschistInnen des Ortes verwiesen.(24.04.2006)
-Während einer antifaschistischen Veranstaltung in der Lichtenberger KULT-Schule versammelt sich ca. ein Dutzend Neonazis in der Kneipe "Kiste". Wieder mit dabei: Christian Bentz (25.04.2006)
-Während einer TV-Reportage im Weitlingkiez patroullieren Christian Bentz, Nicole Stenzel und ein weiterer Neonazi in der Gegend und machen Fotos vom Kamerateam und der Lichtenberger Bürgermeisterin (22.05.2006)
-Am 23.05.06 gegen 18.15 Uhr kamen am Autonomen Jugendzentrum La Casa drei alternativ gekleidete Nazis ( Nicole Stenzel, Christian Bentz und eine dritte Person) vorbei und versuchten aggressiv in das Gebäude zu gelangen, das aber verhindert werden konnte. Danach verschwanden sie und wurden nicht mehr gesichtet.

10.08.
2006 :: Desaströser Auftritt der NPD beim Spatenstich für den "Interkulturellen Gartens" in Hohenschönhausen
Einige Tage vor dem symbolischen ersten Spatenstich für einen "interkulturellen Garten" in Hohenschönhausen verteilte die Lichtenberger NPD Flyer, die gegen den Garten hetzten. In dem Schreiben wurden rassistische Ängste geschürt und ein zweites Heinersdorf heraufbeschworen. Die Lächerlichkeit dieses Aufrufs bestätigte sich am Tag der Eröffnung in mehrfacher Hinsicht. Einerseits wurde den über 60 anwesenden Gästen beim Anblick des Objektes klar, dass die Hetze der NPD nicht annähernd der Realität entsprach.
Die Berliner NPD, die eine Gegenkundgebung angemeldet hatte, war mit 4 Personen vertreten. Neben dem unscheinbaren Kandidaten der Lichtenberger Liste Torsten Meyer (DVU) nahmen nur zwei jugendliche Neonazis und ein Rentner an der Kundgebung teil. Meyer der sich auf das Gelände der des Gartens wagte, wurde von jugendlichen AntifaschistInnen verwiesen.
Vor Ort fanden die Flugblätter der Kampagne "Hol dir den Kiez zurück" reißenden Absatz.
Der Lichtenberger Kandidat Jörg Hähnel schätzte unterdessen die Wahlkampfarbeit im Bezirk Lichtenberg scheinbar als minder wichtig ein. Er betrieb zur selben Zeit NPD-Infostände in Berlin-Pankow.

21.07.
2006 :: Neuer Treffpunkt der "Kameradschaft Spreewacht" öffentlich gemacht
Wie auf Indymedia zu erfahren war haben Unbekannte den aktuellen Treffpunkt der "Kameradschaft Spreewacht" in der Wönnigstraße öffentlich gemacht. Das Objekt wurde von der Kamerdschaft in der Vergangenheit für Rechtsrock-Konzerte genutzt. Nur eines wurde Anfang des Jahres von der Polizei aufgelöst. Es sollten die mit der KS Spreewacht eng verbundenen Bands "Legion of Thor" und "Spreegeschwader" auftreten. Das Klubhaus wird mehrmals die Woche von Angehörigen der Kameradschaft für Trink- und Grillabende benutzt.

19.07.
2006 :: Lichtenberger Nazischläger verurteilt
Heute, am 20. Juli 2006, wurde der Lichtenberger Neonazischläger Sebastian Zehlecke wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verurteilt. Er war der Rädelsführer eines Überfalles auf zwei alternative Jugendliche im Juli letzten Jahres in Prenzlauer Berg. Zusammen mit drei anderen vermummten Neonazis griff er die Jugendlichen an, sie wurden von den Angreifern getreten und geschlagen. Zehlecke wurde kurze Zeit später in einer Disko festgenommen. Das Gericht sah es als erwiesen an, das Zehlecke die Tat begangen hatte und verurteilte ihn zu 60 Arbeitsstunden und je 150 Euro Schmerzensgeld an die beiden Opfer. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass Sebastian Zehlecke vor Gericht stehen wird. Er war an mehreren weiteren gewalttätigen Übergriffen auf linke Jugendliche beteiligt. Im November letzten Jahres griff er mit einer Gruppe von ca. 15 Neonazis die BetreiberInnen eines antifaschistischen Infostands in Lichtenberg mit Flaschen und Schlagstöcken an. Er verletzte dabei einen Standbetreiber.
Sebastian Zehlecke ist ausserdem Mitglied der rechtsextremen Kameradschaft "Freie Kräfte Berlin", die als Nachfolgeorganisation der verbotenen "Kameradschaft Tor" gilt.

19.07.
2006 :: Linker Jugendklub angegriffen
In der vergangenen Nacht griffen Unbekannte den alternativen Jugendklub "Falkenburg" in Lichtenberg-Friedrichsfelde an. Dieser gehört dem Lichtenberger Verband der Jugendorganisation "Die Falken". Die Angreifer zerstörten 13 Fensterscheiben und konnten anschließend unerkannt entkommen. Bereits im Juni versuchten Neonazis die "Falkenburg" anzugreifen. Damals fand eine linke Filmveranstaltung in dem Klub statt. Unter den Angreifern befand sich die Freundin von Sebastian Zehlecke, Stefanie Piehl, Lars Wünsche und weitere Neonazis, die in Lichtenberg gewalttätig in Erscheinung treten. Der neuerliche Angriff auf den Jugendklub reiht sich ein in eine lange Reihe von gewalttätigen Aktionen gegen linke und alternative Orte und Veranstaltungen in Lichtenberg.
[Pressemitteilung der Falken-Berlin]


07.07.
2006 :: Kampagne "Hol dir den Kiez zurück!" startet im Juli
In Berlin ist der Bezirk Lichtenberg nach wie vor die Hochburg des Neonazismus. Der Kiez rund um die Weitlingstraße ist Rückzugsgebiet für NPD, „Kameradschaften“ und Nazis aus dem Rocker-Milieu. Mit den Kneipen "Kiste" und "Piccolo" sowie verschiedenen Tattoo-Shops verfügen die Nazis über eigene Infrastrukturen. Die Kampagne Hol Dir den Kiez zurück! macht den Nazis ihre Räume streitig. Beteiligt Euch an den Aktionen. Achtet auf Ankündigungen.

10.06.2006 :: Mehrere tausend Menschen beim "Rock für Links"
Am vergangenen Wochenende fand das alljährliche Open-Air-Festival in der Lichtenberger Parkaue statt. Mehrere tausend Jugendliche nutzten die Chance, sich lokale und berlinweit bekannte Musik-Acts anzugucken, und sich an Ständen, wie dem der Antifa Hohenschönhausen politisch zu informieren.
Auch die Ausstellung "Motiv.Rechts 2" wurde so wieder einem großen Publikum zugänglich gemacht.

05.06.
2006 :: Erfolgreiches "Motiv.Rechts 2"-Wochenende in Neukölln
Als Reaktion auf die vermehrten Neonazi-Aktionen in Rudow und Neukölln wurde im Neuköllner "Syndikat" ein antifaschistisches Aktionswochenende veranstaltet. Dort wurde die Ausstellung "Motiv.Rechts 2" gezeigt und mit einer Infotafel über den Bezirk Rudow ergänzt.
Die Eröffnungsveranstaltung am Samstag, bei der ein Referent des Antifaschistischen Pressarchivs über Neonazistrukturen in Berlin sprach, war bis zum letzten Platz gefüllt. Auch an den folgenden Tagen, war das Café und im besonderen der Ausstellungsraum stets gut gefüllt. Die ausgelegten "Motiv.Rechts 2"-Broschüren waren schnell vergriffen.

26.05.
2006 :: Mehr als 1000 Menschen bei antifaschistischer Demonstration im Weitlingkiez
Eine Woche nachdem, der Politiker Sayan in der Weitlingstraße Opfer eines rassistischen Übergriffs wurde, fand am Ort des Geschehens eine antifaschistische Demonstration statt. Unter den 1000 Teilnehmern befanden sich neben AntifaschistInnen und Angehörigen linker Parteien auch viele AnwohnerInnen.
Die Strecke ging vorbei an rechten Treffpunkten wie der Nazi-Kneipe "Kiste", dem ehemaligen Treffpunkt der "Kameradschaft Spreewacht" und Wohnungen von Neonazis. In Redebeiträgen wurde auf die hohe Konzentration von organisierten und gewaltbereiten Neonazis im Weitlingkiez aufmerksam gemacht.
Mehrere Ansammlungen von Neonazis in der Umgebung der Demo wurden von der Polizei abgedrängt. Erst wenige Tage zuvor hatten Unbekannte die Scheiben der Nazi-Kneipe "Piccolo" in der Skandinavischen Straße beschädigt.

20.05.
2006 ::Rassistischer Übergriff in der Weitlingstraße
Der türkischstämmige Berliner Linkspartei-Politiker Giyasettin Sayan ist Opfer eines fremdenfeindlichen Überfalls geworden. Die beiden Täter beschimpften den 56-Jährigen am Freitagabend in Berlin-Lichtenberg als "Scheiß Ausländer, Scheiß Türke" und schlugen ihn mit einer Flasche nieder, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Der migrationspolitische Sprecher der Linkspartei im Berliner Abgeordnetenhaus wurde mit einer Gehirnerschütterung und Prellungen ins Krankenhaus gebracht. Zu dem Überfall kam es, als Sayan aus seinem Auto stieg. Die Schläger konnten unerkannt entkommen.

24.05.2006 ::Erfolgreiches Konzert in Karlshorst
Mehr als 200 Jugendliche aus dem Stadtteil Karlshorst nahmen am Mittwoch an einem Konzert unter dem Motto "Coppi muggt auf!" teil. Das Konzert war schon SchülerInnen des Karlshorster Coppi-Gymnasiums organisiert worden, nachdem Neonazis die Schule mit rechtsextremen Slogans besprüht hatten.
In den Tagen vor dem Konzert schlugen Unbekannte mehrere Scheiben, des Schulgebäudes ein.
Gestern trat dann eine Auswahl der schuleigenen Bands auf und setzten so ein klares Zeichen gegen Neonazis in Karlshorst.
Unter anderem wurde auch die Ausstellung "Motiv Rechts 2" den BesucherInnen zugänglich gemacht.


14.04.
2006 :: Wiederbetätigung der KS Tor? - Ungeachtet des Verbots arbeiten die Strukturen kontinuierlich weiter
Allgemeinhin wird davon ausgegangen, dass Verbote von Organisationen dazu führen, dass das gemeinsame Agieren der Mitglieder diesen erschwert bzw. praktisch unmöglich gemacht werden würde. Erinnert sei an die Diskussionen um das Verbot der NPD durch die Bundesregierung.
Das Beispiel der Berliner "Kameradschaft Tor" zeigt jedoch, dass solche Verbote nicht greifen.
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10.04.2006 :: Pressemitteilung: Recher Gewalttäter verurteilt
Gegen einen Neonazi aus dem Spektrum der rechtsextremen ?Freien Kameradschaften? wurde heute in Berlin wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung, Beamtenbeleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung und Diebstahls verhandelt.
Der 21-jährige Lichtenberger Christian Bentz wurde vom Moabiter Amtsgericht zu 1 Jahr und 2 Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

24.04. - 28.04.2006 :: Motiv-Rechts-Aktionswoche in Lichtenberg
Ende des Monats wird in Lichtenberg eine breitangelegte Aktionswoche rund um die Ausstellung "Motiv Rechts 2" stattfinden. Im letzten Jahr wurde diese mehrmals von Neonazis angegriffen. Als Ergebnis dessen hat sich ein breites Bündnis gebildet, dass rund um die letzte Aprilwoche eine Vielzahl von Informations- und Diskussions-Veranstaltungen, Seminaren und Ausstellungen ausrichtet.

17. März 2006 :: 1000 Antifaschist_innen auf Antifademo in Lichtenberg
Nach einer Serie von Übergriffen auf Linke und Alternative, die hauptsächlich an den Schnittpunkten zwischen Lichtenberg und Friedrichshain stattfanden, wurde am 17.02. eine Antifa-Demonstration veranstaltet, um ein deutliches antifaschistisches Zeichen zu setzen. Ca. 1000 Antifaschist_innen nahmen daran teil und demonstrierten unter anderem durch die Lichtenberger Weitlingstraße.
Zeitgleich fand ein Aufmarsch mit ca. 50 Neonazis im hinteren Weitlingkiez teil, 30 weitere versammelten sich in der Nazikneipe "Piccolo" in der Skandinavischen Straße.
Vor dieser und der Nazikneipe "Kiste" in der Weitlingstraße fanden Zwischenkundgebungen statt.
Am Tag darauf demonstrierten weitere 3000 Menschen auf einer bunten Demonstration in Friedrichshain. 

6. Februar 2006 :: Abuje 23 erschienen
Die inzwischen dreiundzwanzigste Abuje beschäftigt sich mit verschiedenen Fällen von staatlicher Repression gegen die linke Szene, mit einer Broschüre des Verfassungsschutzes in der linke Schülerzeitungen, wie die "Abuje", die Treptower "U.R.S.L." und die Reinickendorfer "AGIT" mit neonazistischer Propaganda in einen Topf geworfen wird.
Darüber hinaus finden sich wieder die neusten Infos über lokale Neonazistrukturen, Schulinterviews, Buch- und CD-Vorstellungen und weitere interessante Artikel in der Ausgabe.
Die "Abuje" wird kostenlos in Schulen, Jugendklubs und Bibliotheken ausgelegt.

10. Januar & 4. Februar 2006 :: Rechte Sprühereien entfernt
Mehr als 40 Personen nahmen am 10. Januar an einen Spaziergang um den S-Bhf Lichtenberg teil und entfernten dabei mehr als ein Dutzend Neonazi-Sprühereien und einige rechtsextreme Aufkleber. Mit dabei waren auch die Lichtenberger Bürgermeisterin Christina Emmrich und Irmela Schramm, die wohl bekannteste Entfernerin von rechtsextremer Propaganda.
Am 4. Februar wurde ein weiteres Dutzend Sprühereien im Umfeld des Bahnhofs entfernt. Beide Aktionen verliefen ohne Zwischenfälle.

11. Januar 2006 :: Durchsuchungen wegen Wiederbetätigung
Elf Monate nach dem Verbot der Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Tor“ („KS Tor“) durch Innensenator Ehrhart Körting haben 14 Rechtsextremisten gestern früh erneut Besuch von Polizei und Staatsanwaltschaft bekommen. Sie sollen die Gruppe, die sich offen zum Nationalsozilismus bekennt unter neuem Namen („ Freie Kräfte Berlin“) organisatorisch zusammengehalten und verbotswidrig weitergeführt zu haben, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.
In den von über 100 Polizisten durchsuchten 20 Wohnungen in Berlin und Brandenburg wurde Propagandamaterial sicher gestellt, zudem Munition, Computer und Schriftstücke. Die nach dem Frankfurter Tor benannte Kameradschaft hatte sich im Sommer 2000 gegründet, im Sommer 2004 kam eine „ Mädelgruppe Tor“ hinzu. Polizeibesuch bekamen gestern unter anderem Nicole Stenzel und Hendrikje „Rieke“ Herder, Björn Wild, Ines Wegner, Sebastian Glaser, Sebastian Schmidtke und Sebastian Zehlecke.