zurück zur Redebeitragsübersicht

Der endlose Krieg gegen den jüdischen Staat...

Kriegerische Aktionen gegen Jüdinnen und Juden gab es im Heiligen Land schon seit langer Zeit. Bereits als die Römer den letzten jüdischen Staat, vor dem heutigen Israel, zerschlagen hatten. Das geschah im Jahre 70 nach Chr. und Judäa wurde in Palästina umbenannt. Im 19.Jahrhundert nahmen die antisemitischen Gewaltausbrüche in Palästina wieder zu, immer wieder kam es zu Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung. Morde waren an der Tagesordnung, immer öfter wurden Massaker verübt. Noch Jahre vor der Staatsgründung Israels war das höchste Oberhaupt Palästinas, Hadsch Amin al-Husseini, ein enger Freund und Berater Adolf Hitlers und ein tatkräftiger Befürworter der "Endlösung". 1940 bat er die Achsenmächte, das Judenproblem in Palästina "nach Maßgabe der rassischen Interessen der Araber [zu lösen] und zwar nach ähnlichen Grundsätzen, wie man sie in Deutschland zur Lösung der Judenfrage heranzog". Direkter bat er Hitler die jüdischen Bewohner_innen Palästinas in europäische Konzentrationslager zu deportieren.

Im Folgenden wollen wir kurz auf die drei größten Kriege gegen Israel eingehen, wobei wir wissen das viele schreckliche antisemitische Verbrechen hier keine Erwähnung finden, weil dies den Rahmen sprengen würde.

Der Unabhängigkeitskrieg

Mit einer Zweidrittelmehrheit beschloss die Vollversammlung der UNO am 29.November 1947 die Teilung des britischen Mandats Palästina - alle arabischen Staaten stimmten dagegen. Kurz nach dem UNO-Teilungsbeschluss kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen in Palästina. Arabische Armee-Einheiten und Milizen überfielen jüdische Siedlungen und andere Gebiete, die vom jüdischen Hauptgebiet abgeschlossen waren und verübten dort Massaker an der Zivilbevölkerung. Zu den abgeschlossenen Gebieten gehörte u.a. Jerusalem mit einer deutlichen jüdischen Mehrheitsbevölkerung.

Bis zum 15.Mai zog sich Großbritannien komplett aus Palästina zurück. Nach jüdischem Kalender rief David Ben Gurion am 6.Ijar 5708 (14.Mai 1948) den jüdischen Staat Israel aus. Daraufhin marschierten in der Nacht desselben Tages die Truppen Ägyptens, Jordaniens, Syriens, des Irak und des Libanon mit Unterstützung von Saudi-Arabien, des Jemen und Libyens in das ehemalige Mandatsgebiet ein. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Azzam Pascha, erklärte am 15.Mai auf einer Pressekonferenz in Kairo: "Es wird ein Ausrottungskrieg und ein gewaltiges Blutbad sein, von dem man einst sprechen wird wie von den Blutbädern der Mongolen und der Kreuzzüge." Die Aussichten für den jungen jüdischen Staat sahen nicht sehr gut aus, so gab es noch keine Verteidigungsarmee und somit auch keine Luftwaffe und Marine und einzelne Untergrundverbände kämpften nur mit leichten Waffen. Das sich die jüdischen Verteidiger_innen im ersten Monat halten konnten, war vor allem der fehlenden Motivation, der schlechten Ausbildung und der niedrigen Kampfmoral der arabischen Truppen zu verdanken. Das die Israelis eine ganz andere Kampfmoral hatten, lag daran, dass es im Gegensatz zu den arabischen Staaten nicht einfach einen Krieg verlieren würde und nichts weiter passiert. Bei einer Niederlage würde nicht nur der Staat nicht mehr existieren, sondern auch die in ihm lebenden jüdischen Menschen. Eine zweite Shoa musste mit allen Mitteln verhindert werden, die Erinnerung an den Massenmord in Europa war noch frisch.

Der erste Angriff auf Israel erfolgte aus der Luft, Maschinen der ägyptischen Luftwaffe bombardierten Israels größtes ziviles Zentrum, die Stadt Tel Aviv. Alle weiteren Angriffe galten, wie vor der Staatsgründung auch, ausschließlich jüdischen Zivilisten. Das Schema vergangener wie künftiger Kriege, wie auch bei Diesem, blieb immer das Gleiche: Die Araber nehmen "weiche Ziele" in von Zivilbevölkerung bewohnten Gebieten unter Beschuss, während die Israelis damit reagierten, gegen Militär-Einrichtungen und -Gerät sowie Soldaten zu kämpfen. Die Bomben gegen Jüdinnen und Juden, wurden unter anderem von dem vom Großmufti von Jerusalem, Hadsch Amin al-Husseini, ernannten Chefbombenbauer Fawzi al-Katab gebaut, der sein Handwerk bei der SS in Deutschland erlernte.

Die arabischen Staaten stimmten erst einem Waffenstillstand zu, als die ersten israelischen Kampfflugzeuge am Himmel aufstiegen. Innerhalb der Zeit des Waffenstillstandes vom 11.Juni bis zum 9.Juli 1948 wurden alle jüdischen Armeeeinheiten zur Israelischen Armee vereinigt. Jüdische Einwander_innen waren damit beschäftigt Waffen ins Land zu bringen, um diesen Krieg nicht zu verlieren. Am 7.Juli 1948 forderte der Weltsicherheitsrat den Waffenstillstand zu verlängern, die Israelis stimmten zu, die Araber lehnten ab. Am 8.Juli endete der Waffenstillstand mit dem erneuten Angriff der arabischen Länder. Israel ging aus der Defensive heraus und war gestärkt durch Neugruppierung der Armeeeinheiten, die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht sowie eine inzwischen eingerichtete Militäreinheit jüdischer Freiwilliger aus aller Welt. Im Juli 1949 endete der Krieg mit Waffenstillstandsverträgen. Unter hohen Verlusten - Israel verlor ein Prozent seiner Gesamtbevölkerung - besiegte Israels bunt zusammengewürfelte Armee ihre Angreifer. Ägypten und Jordanien teilten sich nach Ende des Krieges Gazasteifen und Westjordanland untereinander auf.

Der Sechs-Tage-Krieg

Der besagte Waffenstillstand wurde im Jahre 1967 in größerer Form von arabischer Seite aufgekündigt und Ägypten, Syrien und Jordanien zettelten einen neuen Krieg an. Ägypten wollte den Abzug der UNO-Truppen aus dem Sinai befehlen und sperrte die Straße von Tiran im Golf von Aqaba für die israelische Schifffahrt, Schiffe konnten ihn nicht mehr passieren, ohne unter heftigen Beschuss zu geraten. Die Internationale Gemeinschaft hatte diese Blockade als kriegerischen Akt anerkannt. Ägyptens Präsident Nasser prahlte mit Worten wie: "Wir wussten, die Schließung des Golfs von Aqaba bedeutete den Krieg mit Israel;das Ziel ist die Vernichtung Israels.". Nasser führte weiter aus, dass es bei diesem Krieg nicht um die Straße von Tiran gehen soll, sondern um die "Existenz" des israelischen Staates. Wie beim Überfall 1948 war man auf einen Vernichtungskrieg aus. Der syrische Herrscher Hafis el-Assad befahl seinen Truppen "Schläge gegen die zivilen Siedlungen des Feindes [zu führen], sie in Staub [zu verwandeln], die arabischen Straßen mit den Schädeln der Juden [zu pflastern]. Führt den Schlag gnadenlos". Er bezeichnete den Krieg gegen Israel als (Z) "Vernichtungsschlacht". Der Kairoer Rundfunksender "Stimme der Araber" hetzte seine Hörer_innen mit ähnlichen Appellen auf: Sie sollten "Israel?liquidieren". "Es wird praktisch keine jüdischen Überlebenden geben" prophezeite der Ministerpräsident des Irak. Kairo war mit antisemitischen Plakaten bepflastert, auf denen "arabische Soldaten bärtige, hakennasige Juden erschossen, zermalmten, zerfetzten und zerstückelten".

An den Grenzen zu Israel marschierten die arabischen Armeen auf. Zu den ägyptischen Schlachtplänen gehörte auch ein Massaker an der Zivilbevölkerung von Tel Aviv. Die Frage, die sich zu diesem Zeitpunkt stellte, war, ob den arabischen Armeen der Erstschlag gelingen würde. Israels Ministerpräsident Levi Eschkol sagte seinem Kabinett am 21.Mai 1967: "Die Ägypter planen die Meerenge zu schließen oder den Atomreaktor in Dimona zu bombardieren. Ein allgemeiner Angriff soll folgen. Es würde zu einem Krieg kommen, bei dem die ersten fünf Minuten entscheidend sein würden. Die Frage ist, wer als erster die Flugplätze des anderen angreift.". Nachdem alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft waren, begann die Israelische Luftwaffe am 5.Juni 1967 ägyptische, syrische und irakische Militärflugplätze anzugreifen, um so seiner Vernichtung zuvorzukommen. Nachdem die jordanische Luftwaffe damit begonnen hatte, israelische Städte zu bombardieren, wurden auch jordanische Militärflugplätze angegriffen. Nachdem sich Jordanien auf keine Waffenstillstandsforderungen einließ, nahm Israel in seinem Verteidigungskrieg die Westbank und die Jerusalemer Altstadt ein. Ihren geplanten "Vernichtungskrieg" gegen den jüdischen Staat hatten die arabischen Staaten wieder endgültig verloren.

Der Jom-Kippur-Krieg

Es war der höchste jüdische Feiertag im Jahr, der Jom Kippur im Oktober 1973. Ägypten und Syrien griffen Israel in einem Überraschungsangriff an. Die meisten israelischen Soldaten hatten frei, die Hälfte der Jüdinnen und Juden verbrachten den Tag in der Synagoge, kein Auto war auf den Straßen zu sehen und Radio und Fernsehen schwiegen für 25 Stunden.

Das sich die arabischen Führer ausgerechnet diesen Tag für einen Angriff ausgesucht haben, spricht für sich. Ein Überraschungsschlag war es auf jeden Fall. So verbuchten die arabischen Truppen auch anfangs erste Erfolge. Dem gut und lange vorbereiteten Angriff fielen hunderte israelischer Soldaten zum Opfer, Hunderte gerieten in Kriegsgefangenschaft. Neben den hohen Verlusten von Menschenleben, wurden auch sehr viele israelische Verteidigungsmittel zerstört. So reiste Israels Premierministerin in die USA und machte dem amerikanischen Präsidenten Richard Nixon den Ernst der Situation klar. In einer sofort eingerichteten Luftbrücke ersetzten die USA in den folgenden Wochen die größten Verluste an Waffen und stellten so das Gleichgewicht der Kräfte wieder her. Am 16.Oktober gelang es einer israelischen Armee-Einheit unter der Führung des Generals Ariel Sharon über den Suezkanal, nördlich des ägyptischen Übergangs, vorzustoßen. In der zweiten Kriegswoche gelang es der Armee auch die syrischen Truppen aus dem Golan zu vertreiben. Als sich Israels Armee 35 Kilometer vor Damaskus befand, befolgten die arabischen Staaten eine Waffenstillstandsaufforderung der UNO. Der Krieg war sehr verlustreich und lang, er kostete Israel jeden Tag zwischen 50 und 60 Millionen Dollar.

Wie bei jedem Krieg gegen Israel, gelten die Worte von Michel Friedmann aktuell, wie auch in der Vergangenheit und Zukunft. Darum wollen wir sie hier noch einmal hervorheben: "Israel kann es sich nicht leisten diesen Krieg zu verlieren, es wäre der letzte Krieg den Israel verlieren würde."