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Rede des israelischen UN-Botschafters vor den vereinten Nationen, 30. Juli 2006

leicht gekürzt

Dies ist ein schrecklicher, trauriger und blutiger Sonntag. Dies ist ein Tag, an dem wir gemeinsam mit dem libanesischen Volk trauern und betrübt sind über den Tod von Unschuldigen und Zivilisten in Kana. Diese Menschen, unter ihnen Frauen und Kinder, die bei diesem furchtbaren, tragischen Vorfall getötet wurden, sind möglicherweise durch israelisches Feuer zu Tode gekommen, aber sie sind die Opfer der Hizbollah: Sie sind die Opfer des Terrors. Wenn es keine Hizbollah gäbe, wäre dies nie geschehen. Wenn der Libanon aus dem Würgegriff dieses Monsters befreit wäre, hätte dies nie stattgefunden. Und während wir den Tod jener Menschen betrauern, müssen wir betonen, dass Israel niemals - auch in diesem Fall nicht - auf unschuldige Menschen gezielt hat.

Kana war lange Zeit ein Zentrum der Hizbollah. Sie haben von dort aus Marschflugkörper und Raketen auf Israel geschossen. Wir werden dem Sicherheitsrat einen Film zur Verfügung stellen, der zeigt, wie die Hizbollah eine Rakete direkt hinter einem dreistöckigen Haus abschießt - einem zivilen Wohnhaus, das demjenigen sehr ähnlich ist, das heute in Kana getroffen wurde. Das ist die traurige Realität.

Israel hat die Einwohner von Kana wiederholt dringend ersucht, den Ort zu verlassen. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Hizbollah dafür gesorgt hat, dass sie bleiben. Wir haben es mit einem rücksichtslosen, zynischen, gewalttätigen Feind zu tun, mit einer der ungeheuerlichsten Terrororganisationen, die diese Welt je gekannt hat. Sie hat keine Achtung vor israelischem Leben, und sie hat keine Achtung vor libanesischem Leben. Das libanesische Volk ist ihr egal. Sie sind in jede Faser und in jede Zelle dieses Landes eingedrungen, so dass man, um es mit den Worten meines geschätzten libanesischen Kollegen zu sagen, "im Libanon nicht zwischen der Hizbollah und den Libanesen unterscheiden kann". Die Hizbollah ist nach seinen Worten überall; die Hizbollah hat nach seinen Worten die libanesische Gesellschaft infiltriert, und sie ist ein Teil von ihr geworden.

Aber es gibt einen riesige moralische Ungleichheit zwischen den beiden Seiten. Während unsere Feinde - die allein heute über hundert Raketen auf israelische Städte und Dörfer geschossen haben - speziell auf Frauen und Kinder zielen, um sie zu töten, verteidigen wir uns in diesem brutalen Krieg. Und manchmal - tragischerweise, wie es heute geschah - werden Frauen und Kinder verletzt, weil sie von der Hizbollah als menschliche Schutzschilde benutzt werden. Die Hizbollah hat im Libanon Häuser, die Raketen beherbergen - Häuser, in denen die Familie zusammen mit Raketen schläft. Wenn man neben einer Rakete schläft, wacht man manchmal morgens nicht mehr auf. In Israel haben wir Wohnungen, die mit einem Bombenschutz ausgestattet sind, um die Menschen vor Einschlägen zu schützen; im Libanon haben sie Wohnungen, die sie mit Raketenabschussrampen ausstatten und dabei in Kauf nehmen, dass diese Menschen getötet werden.

Heute sagen wir, dass wir Mitleid mit den Menschen im Libanon und mit den Getöteten haben. Ich habe die Hizbollah nie sagen hören, dass es ihr auch nur um einen einzigen Israeli - eine Frau, ein Kind, einen älteren Menschen, einen Zivilisten oder einen Unschuldigen - Leid tut, der getötet wurde. Nie. Warum? Weil sie speziell auf uns zielt. Dass ist ihr erklärtes Ziel, und das ist es, warum wir kämpfen. Und während für uns jedes tote libanesische Kind ein furchtbarer Fehler und eine Tragödie ist, ist für sie jedes tote israelische Kind ein Sieg und Grund zum Feiern.

Ich sage hier mit Nachdruck, dass ich nicht überrascht wäre - wegen ihres Zynismus, ihrer Brutalität und ihrer totalen Verachtung für menschliches Leben -, wenn das, was in Kana geschah, genau das ist, was die Hizbollah anstrebte. Ich wäre nicht überrascht, wenn dies etwas ist, das sie genau für heute wollten und wünschten, für den Tag, an dem Ministerin Rice sich in der Region aufhält, um eine Regelung zu erreichen. Die Mitglieder des Sicherheitsrates wissen besser als ich, dass die Terroristen, die Extremisten, die Fundamentalisten immer dann, wenn ein Abkommen nahe ist, uns dieses Abkommen entreißen, weil sie keine Einigung wollen.

Und ich muss sagen: Ich glaube, dass das, was hier an diesem Tisch geschieht, genau das ist, was sie erreichen wollten. Während man heute in Israel und an vielen anderen Orten rund um die Welt trauert, wird in Teheran, in Damaskus und in den Hochburgen der Hizbollah wahrscheinlich gefeiert, denn es ist genau das, was sie erhofft haben. Sie wollen, dass der Rat zu einem Waffenstillstand aufruft. Sie wollen, dass er genau das tut, worum er heute von ihr gebeten wurde. Sie wollen, dass der Rat so reagiert, wie er es eben tut. Ich weiß, das sind harte Worte, aber ich glaube sie von ganzem Herzen. Ich flehe die Mitglieder hier an, der Hizbollah nicht in die Hände zu spielen, sie nicht damit zu versorgen, wonach sie streben, während sie ihre eigenes Volk als menschliche Schutzschilde und als Opfer hingeben.

Und gerade heute möchte ich meinen libanesischen Freund bitten: Sagen Sie ihren Menschen, den starken Menschen im Libanon, der Regierung, die Sie vertreten, und Ihrem mutigen Ministerpräsidenten, vor dem wir viel Respekt haben, dass die heutigen Demonstrationen in Beirut sich nicht gegen die Vereinten Nationen richten sollten; sie sollten sich vielmehr gegen die Hizbollah richten. Die Hizbollah ist diejenige, die all Ihren Schmerz verursacht hat. Die Hizbollah ist das Monster, dem Sie erlaubt haben, aufzuwachsen. Wenn Sie sich früher um es gekümmert hätten, wenn Sie Ihre Truppen im Süden eingesetzt hätten, wäre all dies nie passiert. Und wenn der Sicherheitsrat die Resolution 1559 aus dem Jahr 2004 forciert hätte, wäre dies nie geschehen. Sagen Sie Ihrem Volk, es solle nicht für Blut, sondern für Frieden und Hoffnung demonstrieren.

Wenn wir in dieser harten Nachbarschaft und in dieser blutigen Region zusammen leben wollen, müssen wir eine Kultur der Hoffnung schaffen und nicht eine Kultur der Gewalt. Wir müssen eine Kultur schaffen, in der die Kinder, die in Kana getroffen wurden, heute in der Schule gewesen wären, statt zusammengedrängt zu Geiseln der Hizbollah zu werden; eine Kultur, in der die Kinder von Kiryat Shmona heute zur Schule gegangen wären, statt Angst zu haben und wegen der Katjuscha-Raketen in Bombenschutzräumen zusammengedrängt zu werden. Wir müssen die Kultur des Hasses verändern. Wir müssen unseren Kindern Hoffnung lehren. Und wir sollten bei aller Tragik und allem Schrecken das nicht zulassen, was heute geschah, nämlich die Fakten und die Wahrheit zu verändern. Und die sieht so aus, dass die Hizbollah vollständig entwaffnet werden muss. Ansonsten wird die Hizbollah - wenn es einen Waffenstillstand gibt, ihr die Potenziale und großen Waffenarsenale jedoch bleiben - ihr hässliches Haupt erneut erheben.