ANTIFA an der TU Berlin
>>Die Geschichte der Rüstungsforschung an der TU Berlin
Rüstungsforschung unter Palmen?

Im Zuge des 60. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus, beschäftigen wir uns mit der Rüstungsforschung an der TU Berlin. Als TH Charlottenburg wurde im NS Rüstungsforschung betrieben. Auflagen der Alliierten für den Wiederaufbau der Hochschule waren die Einführung der Geisteswissenschaften in den Universitätsbetrieb sowie das Verbot von rüstungsrelevanter Forschung. Seitens der Alliierten wurden diese Bedingungen nach der Wiedervereinigung aufgegeben. Am 29.05.1991 erließ der Akademische Senat eine Selbstverpflichtung, dass "[...] an der TU Berlin keine Rüstungsforschung durchgeführt werden [...]" soll. Nach unserem Verständnis bezieht sich das nicht nur auf die Forschung, sondern hat ebenso in der Lehre seine Gültigkeit. Bezüglich dieser sind Fälle bekannt geworden in denen rüstungsrelevante Themen behandelt worden sind. Eine Studentin berichtet: "dass Hr. Kaltenbach in der VL "Theorie kompressibler Medien 1"   zur Illustration von Übungsaufgaben hauptsächlich Beispiele aus der Waffentechnik herangezogen hat, u.a. Langstreckenraketen, Kampfflugzeuge und Bombenexplosionen".

Es stellt sich die Frage, ob dies Einzelfälle sind oder ob es wieder zur Normalität gehört, auch weil es von studentischer und universitärer Seite kaum Einwände gibt. Ebenso ist es fraglich ob die Universitätsleitung diesem Beschluss nachgeht bzw. die militärische Relevanz gewisser Themen nicht beachtet oder verschweigt. Mangels Kontrollmechanismen zur Durchsetzung des Beschlusses sind wir gezwungen auf die moralische Integrität der Lehrkörper der TU zu vertrauen. Tun wir aber nicht!

Denn mit Entsetzen mussten wir den Vorschlag des Präsidenten der TU Berlin, Kurt Kutzler, eine "deutsche, technische Universität auf der iranischen Insel Kish" aufzubauen, zur Kenntnis nehmen. In einem Artikel in der "TU intern" beschrieb er den Iran als "modernes, junges Land" und zeigte die Möglichkeiten einer Expansion der TUB auf. Hierzu deutet er die Insel Kish als einen "Ort, an dem sich iranische Familien erholen, deren Alltag noch immer durch strenge religiöse Vorschriften geprägt ist". Dass mit diesen religiösen Bestimmungen auch Hinrichtungen und die Unterdrückung von Frauen, Andersdenkenden, Lesben und Schwulen einhergehen, verschweigt er. Klar benennt Kutzler hingegen, dass "solche Studienangebote [...] vor allem für deutsche Unternehmen interessant" sind. Was andererseits offen bleibt, ist die Frage ob auch in Kish die Beschlüsse des akademischen Senats gelten und inwieweit deutsche Unternehmen auch daran Interesse haben. Wenn Herr Kutzler schon die aktuelle, politische Lage im Iran verschweigt oder nicht wahr haben will, wie gewichtet er dann die militärisch-wirtschaftlichen Interessen gegenüber der Verantwortung mit der er als Präsident der Universität beauftragt ist?

Wir bleiben skeptisch!!

Zu den neuesten deutschen Großmachtbestrebungen könnt ihr euch hier informieren: http://www.german-foreign-policy.com


Ansonsten haben wir hier eine kleine Material-Sammlung, die hoffentlich nochmal aufgemotzt wird.

TH Charlottenburg bis 1945
  • Überblick "TU im Nationalsozialismus" (als PDF)
  • Rüstungsforschung im Nationalsozialismus (kommt noch)
  • Zwangsarbeit, Kooperationen
TU Berlin 1946-2005
Rüstungsforschung für Europa?