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Das Corps Cheruscia wurde am 2.12.1859 als Akademischer Chemisch - Pharmazeutischer Verein an der Friedrich-Wilhelm Universität (der heutigen Humbold Universität) gestiftet. Das Corps gehört zu den schlagenden Verbindungen, ab 1872 wurde der Fechtunterricht obligatorisch, und seit 1887 werden Bestimmungsmensuren geschlagen, wobei sie sich rühmen seit der Gründung nur „auf schwere Waffen angetreten“ zu sein.
In den zwanziger Jahren des 20. Jhd. hat sich Cheruscia mit der Markomania Bonn, der Irminsul Hamburg und der Marchia Greifswald zum „Weißen Kartell“ zusammengeschlossen, die sich laut Selbstverständnis als „ein Corps an vier Studienorten“ verstehen, dass durch regelmäßige Besuche während des Semesters gepflegt wird.
Im März 1934 fusionierte die Cheruscia mit dem Weinheimer Senioren Convent (WSC), deren weitere Mitglieder unter anderem das Corps Berolina und das Corps Teutonia sind, zu denen auch enge Verbindungen bestehen.
Heute hat die Burschenschaft in der Ringstraße 89 (Lichterfelde) ihr Corpshaus in dem Teile der 20 Aktiven und Inaktiven wohnen, und sich jeden Dienstag 20Uhr zum Stammtisch treffen, zusätzlich gehören noch 90 „Alte Herren“ zur Burschenschaft, Frauen haben bei der Burschenschaft nichts zu suchen, außer bei Partys , wenn nach einer guten Partie Ausschau gehalten wird.
Die Farben der Burschenschaft sind dunkelgrün-weiß-hellblau, dunkelgrün ist auch die Farbe ihrer Uniformen, auch Wichs genannt, die allerdings nur zu bestimmten Anlässen, wie dem Stiftungsfest, getragen werden. So „pflegen [sie] aber dennoch mit Freude alte studentische Traditionen“, zudem wohl Kommerse (Saufen), Mensuren (Schlagen) und ein hierarchischer Verbindungsaufbau zählen. Das mit Credo des Corps „Virtuti semper corona“, das soviel wie „Mannhaftigkeit [ist] stets die Krone“ bedeutet, einhergeht.
Die Katholische Akademische Verbindung Suevia wurde am 7. November 1875 in Berlin gegründet. Es handelt sich dabei um eine nichtschlagende, farbentragende Studentenverbindung die nur Männer katholischen Glaubens vorbehalten ist.
Seit 1876 gehört sie dem CV an, dem Cartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen. Dieser besteht aus über 120 einzelnen Verbindungen an fast allen Hochschulorten Deutschlands und hat insgesamt 32.000 Mitglieder.
Die Grundprinzipien der Verbindung lauten: Religio (Der katholische Glaube), Scientia (Die Wissenschaft), Amicitia (Die Freundschaft) und Patria (Das Vaterland). Der Name Suevia soll dabei an die Staufer (in so weit der selbe Wortstamm wie Schwaben), die das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bis 1268 regierten, erinnern.
Auch ist man in den Männerreihen der Verbindung sehr stolz darauf zwei ehemalige Reichskanzler (Konstantin Fehrenbach und Wilhelm Cuno) als Verbindungsvorfahren vorweisen zu können.
Die KAV Suevia ist als eher gemäßigt einzuordnen. Trotzdem sollte Mensch vorsichtig sein. An der TU Berlin ist die Suevia schon mit, als sogenannte Fachschaftspartys getarnten, Veranstaltungen in der verbindungseigenen Villa aufgefallen. Diese hatten dann wenig mit Unipartys zu tun, sondern ähnelten eher einem Trinkgelage mit Schärpe und Couleur.
KAV Suevia im CV zu
Berlin
Drakestrasse 17
12205 Berlin
Telefon: +49 30 8336002
Telefax: +49 30 8330328
eMail: info@die-hauptstadtverbindung.de
Internet: www.die-hauptstadtverbindung.de
Das Corps Teutonia ist eine farbentragende, obligatorisch schlagende und lediglich für Männer zugelassene Verbindung. Sie wurde am 1.7.1870 als schlagende Landsmannschaft Hercynia an der Militärrossarztschule zu Berlin mit den Farben Blau-Weiß-Gold gegründet.
1934 trat das Corps dem Weinheimer Senioren Convent bei und nennt diesen bis heute stolz seinen Dachverband. Und zwar jenen Convent, welcher als einer der ersten Verbände Juden ausschloss und die Machtübernahme durch die NSDAP begrüßte: „Das deutsche Corpsstudententum hat in einer einminütigen Kundgebung den Willen dargetan, sich ohne jeden Vorbehalt einzugliedern in die nationalsozialistische Bewegung“ (Erklärung vom 1.6.1933 / Quelle: fzs).
Außerdem kommt es heute laut fzs noch vor, dass Mitglieder des WSC an Hitlers Geburtstag Cocktailparties feiern. Auch wenn sie sich nach außen weder religiös noch politisch geben wollen, so bekennen sie sich offen zu „ihrem“ deutschen Vaterland und distanzieren sich auch nicht von den Ausführungen ihrer Conventsmitgliedern, wenn diese sich positiv zu den „Kriegsheldentaten“ ihrer Großväter im Zweiten Weltkrieg äußern.
Nahestehende Verbindungen:
Das Corpshaus befindet sich in der Sarrazinstr. 19,
12159 Berlin-Friedenau (U Friedrich-Wilhelm-Platz, S und U Bundesplatz).
Tel: 030/851 92 80 oder kontakt@corps-teutonia.de
Die Landsmannschaft Thuringia ist eine farbentragende, obligatorisch schlagende und lediglich für Männer zugelassene Verbindung. Sie wurde 1868 von Angehörigen einer Berliner Schülerverbindung gegründet und gehört dem Coburger Convent (CC [größter farbentragender und pflichtschlagender Dachverband in Deutschland und Österreich]) an.
In diesem Convent sind Verbindungen zur rechtsextremen Szene keine Seltenheit. „So schrieb der ehemalige Reichsfilmintendant Fritz Hippler, der sich auch für die zum DVU-Imperium des Verlegers Dr. Gerhard Frey gehörende "Deutsche Nationalzeitung" als Autor betätigt, in den CC-Blättern (Nr. 3, September 1996), es sei eine Unsitte, rechte oder faschistische Meinungen nicht zu Wort kommen zu lassen.“ (Quelle: fzs)
Und so macht es dem CC „[…]auch keine Probleme, wenn abends beim Bier "Bomben über Engeland" angestimmt wird oder alle drei Strophen des "Deutschlandlieds" gesungen werden.“ (ebenfalls fzs) Auch diese Landsmannschaft gibt sich nach außen unpolitisch und religiös unabhängig, jedoch fällt es einem angesichts ihres Vaterlandstolzes und aufgrund der Zugehörigkeit zum CC schwer, dieses anzunehmen.
Nahestehende Verbindungen:
Neben diesen Verbindungen bestehen Freundschaftsverhältnisse zur Landsmannschaft Normannia Darmstadt, zur Landsmannschaft Marcomannia Stuttgart und zur Landsmannschaft Mecklenburgia Rostock zu Hamburg.
Vorsitzende und verantwortlich für sämtliche Angelegenheiten der Aktivitas: Alexander Stahn
Stellvertreter des
Vorsitzenden: Matthias Krüger
Verantwortlich für die fechterische Ausbildung der Bundesbrüder:
David Anders
Er bildet die jungen Bundesbrüder ("Füxe") im Sinne
des Waffenstudententums aus: Dietmar Schubert
Das Corpshaus befindet
sich in der Schwendenerstr. 10,
14195 Berlin-Dahlem
Tel.: 030/832 54 89 oder info@l-thuringia.de
Im Wintersemester 2003/04 versandte die "Turnerschaft Berlin" Briefe an deutsche männliche Erstsemester über die Poststelle der TU Berlin. In dieser Post wurde für ihre Verbindung geworben, allerdings konnte man nicht deutlich genug aus dem Schreiben an sich erkennen, dass es sich bei ihrer "freundschaftlichen Verbindung" um eine Burschenschaft handelte.
Obwohl die Turnerschaft Berlin
sich selbst nicht als eine Burschenschaft bezeichnet, weist sie doch in
ihrer Struktur und Organisation wesentliche Merkmale einer solchen auf.
So sind sie Mitglied im "Coburger Convent", einem Dachverband
einiger Landsmann- und Burschen- bzw. "Turner"-schaften. Auch
die Landsmannschaften Turingia, Spandovia, Preußen und Brandenburg
sind als in Berlin vertretene Bünde des "CC" auf ihrer
Web- Seite angeführt. Die T! Berlin ist eine farbentragende Verbindung
(schwarz-weiß-rot, wohl auch in Anlehnung an die Reichskriegsflagge),
und "selbstverständlich" pflichtschlagend. Ihr Wahlspruch
lautet: "Dem Freund die Hand, dem Feind die Stirn".
Ebenso selbstverständlich erfährt man von ihnen selbst nichts über ihre Geschichte- angeblich sei diese "eher langweilig", was angesichts der zweifelhaften Vergangenheit ähnlicher Verbindungen, gerade vor dem Hintergrund der Gründungsmythen und der Rolle im Nationalsozialismus, eher revisionistisch und merkwürdig erscheint. Natürlich geben sie sich nach außen demokratisch, vergessen auch nicht zu erwähnen, dass sie eine überparteiliche Haltung einnehmen, jede Einzelperson ihres Bundes aber habe schon eine politische Meinung...
Durch das Verschweigen einiger Hintergründe und die Betonung des Spaßfaktors auf ihrer Web-Seite versucht die Turnerschaft Berlin gerade (meist unwissende) Erstsemester anzusprechen. Besonders aber durch billige Wohnangebote und die Beschreibung des "geselligen Zusammenlebens" in ihrem gut ausgestatteten Verbindungshaus sollen Studenten angelockt werden.
(Dieses liegt übrigens in der Fregestr. 57 in 12159 Berlin, Telefonnr.: 030- 8598740 oder 0179- 5269227. Das ist kein Aufruf!)
Falls ihr also mal komische Post bekommt, von dieser "Turnerschaft Berlin" oder einer anderen Verbindung, wendet euch zwecks Beschwerde an die TU Berlin, z. B. an die Kanzlerin/ den Präsidenten oder an den AstA, der eure Beschwerde gerne weiterleiten wird. Fragt in euren Vorlesungen/ Seminaren, ob auch andere solche Schreiben bekommen haben.
Die Akademische Verein Hütte e.V. sei hier erwähnt, weil er an der TU Berlin vor allem durch das Anbieten von Segelkursen für Studenten in Erscheinung getreten ist. Diesem zunächst ja nicht verwerflichen Angebot sollte Mensch jedoch trotzdem mit Vorsicht gegenübertreten. Erfahrungsberichte von diesen Treffen lassen nämlich nicht nur sportliche Interessen erkennen. So geht es den Veranstaltern vor allem auch darum neue Mitglieder zu werben oder ihre zukünftigen Verbindungsmitglieder geistig zu `formen`. Hierfür werden nach den Segelkursen oft noch Partys mit Speis und Trank organisiert.
Die AV Hütte wurde 1846 in Berlin gegründet. Sie ist eine nicht-schlagende und nicht-farbentragende Verbindung, die sich auf ihrer Homepage als tolerant gegenüber jedem Geschlecht, jeder Nationalität, Religion und Studienrichtung darstellt.
Trotzdem findet man bei näherer Betrachtung zum Beispiel interessante Details in ihrer Geschichte. So wurde im Jahre 1935 der Aktivitas in eine Kameradschaft des "Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB)" umgewandelt. Die Segelaktivitäten wurden dabei in einem Marine-Studententrupp zusammengefasst. Über dieser Vereinsgeschichte wird sich auf der Homepage mit keinem Wort geäußert oder davon distanziert.
Der Akademischer Verein Hütte gibt auch seit dem Anfang seines Bestehens Bücher über Ingenieurwissenschaften wie Bootsbau oder Energietechnik heraus. Das bekannteste ist das im Springer-Verlag erschienene Buch: Hütte-Das Ingeniuerwissen.
Akademischer Verein Hütte e.V.
Carmerstraße 12
10623 Berlin