ANTIFA an der TU Berlin
>> AntiBurschen-Broschüre erschienen

Studentische Verbindungen sind immer noch ein Thema. Deswegen haben wir zum Wintersemester 2005/06 ein kleines Heftchen zu (und vor allem gegen) studentische Verbindungen gemacht.

Downloaden könnte ihr das ganze hier:

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>> Sie sind unter uns - Über die Gefahr von Burschenschaften

Du erkennst sie nicht sofort, aber sie sind da. Sie studieren mit dir und trotzdem kennst du sie nicht. Sie sind Burschenschafter in einer der mehr als 40 Verbindungen allein in Berlin. Selten treten sie offen auf, bieten vielmehr an Aushängen Quartiere in ihren Verbindungshäusern an. Dass dabei aber nur männliche, deutsche Studierende gefragt sind, ist Programm. Obwohl sich die meisten Burschenschaften gegen jeden „politischen Extremismus“ wenden, ist vielen ihr Nationalismus und Rassismus gemein.

Hinzu kommt stets ein elitäres Weltbild, das die angehenden Akademiker an der Spitze einer aufstrebenden deutschen Nation sieht. Und tatsächlich finden sich erstaunlich viele „alte Herren“ (Burschis im Berufsleben) in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Diese sind keineswegs inaktiv, sondern unterstützen die Burschen mittels ihrer Machtpositionen. Dass eine Verbindung einen „Lebensbund“ schließt, wird hier besonders deutlich. Der Alltag eines Burschis gestaltet sich innerhalb einer klaren Hierarchie: „Füxe“, Mitglieder auf Probe, stehen da natürlich ganz weit unten. Ein stetiger Kampf um Anerkennung ist die Folge, der durch explizit männliche „Tugenden“ ausgetragen wird. Eine ausgeprägte Trinkfestigkeit ist da unabdingbar, will Burschi in der „Gemeinschaft“ nicht untergehen.

Neben den Saufgelagen veranstalten sogenannte pflichtschlagende Bünde „Mensuren“, indem sie sich durch Fechtkämpfe ihre Männlichkeit beweisen. Schnittwunden und bleibende Narben sind dabei Illustration dieses Rituals und keineswegs eine Schande. Trotzdem könnte mensch diese Typen als durchgeknallte Säufer und Waffenfetischisten abtun, wenn die einzelnen Verbindungen nicht in Bünden zusammengeschlossen wären. Neben eher harmloseren Zusammenschlüssen – in manchen werden, welch Wunder, auch Frauen zugelassen – gibt es Vereinigungen, die ihre Nähe zum Rechtsextremismus kaum verheimlichen und lieber heute als morgen ein „viertes Reich“ auferstehen lassen wollen. Zwar stellen sie sich regelmäßig als Opfer des Nationalsozialismus dar (auch die Burschenschaften wurden 1933 „gleichgeschaltet“) - an ihrer Tätigkeit und Einstellung änderte dies jedoch nichts. So verbreiten viele Burschis neben ihrem Elitarismus auch faschistische Ideologiestücke, die regelmäßig in Sexismus, Antisemitismus, Rassismus und Geschichtsrevisionismus (z.B.: die Deutschen waren doch gar nicht schuld am Zweiten Weltkrieg) münden.

Harmlose Spinner also? Keineswegs!

Den Burschis ins Bier spucken!

Wenn ihr Aktivitäten von Burschis beobachtet oder Fragen habt, meldet euch per email oder schreibt an das Antifa-Referat des AStA

An der TU Berlin sind zur Zeit die folgenden Korporationen aktiv (Liste ist noch unvollständig):